Rund ums Wohnmobil

Unser Britz Wohnmobil – Testbericht und Urteil

Für unsere zweimonatige Auszeit in Neuseeland mit Kindern hatten wir einen kleinen, wendigen und vor allem günstigen Campervan ausgesucht. Hat das schnuckelige Britz-Wohnmobil unsere Erwartungen und Bedürfnisse erfüllt? Wir fassen zusammen.

Mit dem Toyota Voyager von Britz sind wir im Großen und Ganzen zufrieden gewesen; wir hatten keine Pannen, der Benzinverbrauch hielt sich in Grenzen und der Wagen war bei Übernahme gut in Schuss. Klingt nach einer glatten Eins, oder?

Dies vorausgeschickt, haben wir uns trotzdem häufig geärgert über das wenig durchdachte Design des Wohnmobils und die sehr spärliche Ausstattung und Einrichtung.

Das beginnt bei den absolut mangelhaften Aufbewahrungsgelegenheiten; die Sitzbänke sind zu schmal für Reisetaschen und auch bereits im Vorhinein gefüllt mit Kleinkram wie Wagenheber & Co. Daneben gibt es nur einen kleinen Eckschrank. Mit Saughaken und vielen kleinen Beuteln und Tüten haben wir uns notdürftig eingerichtet; zum Großteil lebten wir aber zwei Monate lang aus unseren Reisetaschen, die während der Fahrt auf dem Boden im Fußraum standen.

Auch den Tisch im Wohnmobil (der nachts die Bodenplatte für unser Bett war) konnte man zum Essen kaum benutzen, da er aufgebaut nicht mittig stand. Zwei von uns mussten sich also immer dünn machen (kein Problem für die Weltwunderkinder) und die anderen beiden hatten ihre Teller auf dem Schoß (und die Füße auf den Reisetaschen …). Gut, dass es wirklich selten geregnet hat!

Für schönes Wetter gab es einen zweiten, schmalen Tisch, den man nach außen herausklappen kann. Auch hier gilt aber wieder: nicht nachgedacht! Für die zu leihenden Campingstühle, in denen man wie in einer Hängematte hockt, ist der Tisch viel zu hoch; da er direkt an den Waschtisch im Wohnmobil angehängt wird, hat er außerdem nur drei Seiten zum Sitzen. Eine(r) von uns hockte also immer auf der Treppe.

Und bevor man die Schiebetür des Wohnmobils schließen kann (etwa weil Regen oder eine Invasion von Sandflies einsetzt), muss der Tisch abgeräumt und abgebaut werden. Nicht wirklich komfortabel. Zum Glück gibt es in Neuseeland allerorten Picknicktische, an denen man weitaus bequemer sitzt.

Ob man dieses Wohnmobil tatsächlich mit vier Erwachsenen nutzen kann (wie die Angebotsbeschreibung lautet!), möchte ich bezweifeln. Abgesehen davon, dass schlicht kein Platz für deren Gepäck vorgesehen und der 80-Liter-Kühlschrank für vier volle Esser recht klein ist – kein erwachsener Mensch kann und wird sich zum Schlafen in den ca. 40 cm hohen Spalt quetschen, der als oberes Etagenbett für zwei Personen konzipiert ist.

Zwei Kinder schlafen da oben sehr gemütlich; angesichts der wackeligen Anstell-Leiter und der Fallhöhe von fast zwei Metern musste der Weltwundersohn allerdings unten bleiben.

Mit Bettwäsche ist Britz knauserig, im Gegensatz zu den vier großen Handtüchern und drei Bettlaken gab es nur zwei Bettdecken. Teilen und kuscheln ist also angesagt – sollte im Urlaub ja kein Problem sein 😉

Für die Ausstattung bekommt der Britz-Toyota-Voyager von uns also nur eine maue Drei.

Über das Service-Personal können wir nichts Schlechtes sagen; wie alle Neuseeländer waren auch die „Britzer“ freundlich und zuvorkommend. Die Anmietstationen in Christchurch und Auckland sind in Flughafennähe und recht gut zu erreichen; von den Flughäfen aus gibt es einen Shuttleservice, in Christchurch kommt man für ca. 7 NZ$ pro Person auch mit dem Bus recht gut aus der Innenstadt dort hin.

Von den großen Kinderspielecken und dem kostenlosen Automatenkaffee (inkl. Kakao und Tee!) waren die Weltwunderkinder und wir begeistert (bis wir einen Kaffee probiert hatten…), und man kann sich nach Herzenslust mit Hochglanzbroschüren zu Reiserouten und Übernachtungsmöglichkeiten eindecken.

Sehr komfortabel ist die Erklärung der wichtigsten Punkte (wie funktioniert das Wohnmobil, wie lasse ich das Schmutzwasser ab usw.) als Video, das man sich in Ruhe auf einem kleinen, tragbaren DVD-Player ansehen (und nochmal ansehen) kann. Gerade für frisch Angereiste, die völlig übermüdet und geschafft sind und dem Kiwi-Slang der Angestellten absolut ratlosig gegenüberstehen, ist das eine Wohltat.

Zum Mietpreis und den teilweise unverschämten „Ach, das gehört übrigens auch noch dazu“-Ergänzungen habe ich hier schon etwas geschrieben. Darüber hatten wir uns daheim in Deutschland schon zur Genüge aufgeregt, hier blieben wir cool. Ein ganz klein wenig negativ fiel uns auf, dass die Angestellten offensichtlich darauf geschult sind, dem Mieter das teure „Full Service Package“ ohne Selbstbeteiligung im Schadensfall zu verkaufen; selbst unser Hinweis, wir hätten uns dagegen selbst versichert, hielt den jungen Mann am Counter nicht davon ab, uns Schauergeschichten über Unfälle und die Fahrkünste der Kiwis zu erzählen…

Personal und Anmietstationen haben also eine gute Zwei verdient, das Kleingedruckte verdient allerdings nur eine ganz knappe Drei.

Wie das Mieten eines Wohnmobils en detail vor sich geht und wie wir es geschafft haben, den Kindersitz zu befestigen, erzähle ich auch noch. Und wenn ihr Fragen habt: einfach fragen!

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