Eure Neuseeland Reiseberichte

Blog-Interview mit der Globetrotter Family: Neuseeland mit zwei Kleinkindern

Eine Weltreise mit zwei Kleinkindern – Respekt! Wir haben die Globetrotter Family auf Instagram entdeckt und gleich ausgefragt. Denn: Neuseeland stand auch auf ihrer Reiseroute! Im Blog-Interview lest ihr, wie das mit den Stoffwindeln geklappt hat, warum Söhnchen Lio so ein beliebtes Motiv für chinesische Touristen war und was sie anderen Familien in Neuseeland empfehlen.

Blog-Interview Neuseeland Globetrotter Family Porträt

Die Globetrotter Family hat Neuseeland mit zwei Kleinkindern genossen © Maureen Wiederkehr/Globetrotter Family

Weltwunderer: Liebe Globetrotter Family, wer seid ihr denn?
Maureen: Wir sind David und ich mit unseren zwei Jungs Lio (4 Jahre) und Jarin (1,5 Jahre). Wir wohnen in der Schweiz und sind schon immer viel gereist. Das wollten wir auch mit Kindern weiterführen.

-> Hier kommt ihr zum Instagram Account der Globetrotter Family!

WW: Wie ist es zu eurer großen Reise gekommen und wieso habt ihr Neuseeland auf die Route gesetzt?
Maureen: Wir hatten seit längerem den Traum von einer richtig langen Reise, aber der Zeitpunkt hat nie gepasst. Irgendwann haben wir uns eine Deadline gesetzt und auf diese hin gespart. Aus beruflichen Gründen ging es dann sogar etwas früher los. Unsere geplante Route (Thailand, Laos, Vietnam, Fidschi, Neuseeland und Kanada) änderte sich mehrmals. Klar war immer, dass wir in den vier Monaten auch nach Neuseeland wollten. Der weite Weg dorthin hatte uns immer abgeschreckt. Da wir aber ohnehin in Asien starten wollten, rückte Neuseeland plötzlich näher.

Neuseeland-Reiseplanung: Wie geht das mit kleinen Kindern?

WW: Wie genau habt ihr eure Weltreise mit zwei Kleinkindern geplant? Wie viel hattet ihr vorher schon fest gebucht?
Maureen: Wir hatten beim Abflug die Flüge, die erste Unterkunft und das Wohnmobil gebucht. Den Rest haben wir während der Reise entschieden. Die Reise sollte uns aus der Komfortzone holen, darum auch nur wenige Vorab-Reservierungen. Planen ist aber unsere Leidenschaft! Wir haben also Reiseführer mitgenommen und viel online recherchiert. Auch Input von anderen Familien, die wir auf Insta kennengelernt haben, ist in die Planung eingeflossen.

Am Ende saßen wir jeden Abend da und haben geschaut, was der nächste Tag bringen könnte. So blieben wir auch offen für Unerwartetes.

WW: Wie lange wart ihr in Neuseeland unterwegs und wo?
Maureen: Wir sind vier Wochen durch Neuseeland gereist. Gestartet sind wir in Christchurch und sind dann via Wanaka an die Westcoast gefahren. Von Picton nahmen wir die Fähre nach Wellington. Über Rotorua und die Coromandel Peninsula kamen wir nach Auckland, von wo wir weiterflogen.

Blog-Interview Neuseeland Globetrotter Family Wohnmobil

Der Klassiker für Familien: Neuseeland im Campervan © Maureen Wiederkehr/Globetrotter Family

WW: Seid ihr mit einem Campervan durchs Land gereist oder auf andere Weise?
Maureen: Ja, wir hatten einen Camper. Das war für uns am besten. Nach 2,5 Monaten in Hotels und Herberge war es toll, mal wieder eine Wohnung für uns zu haben. Auch wenn sie nicht so groß war. Der Camper war auch deshalb perfekt, weil wir kurzfristig unsere Pläne ändern konnten.

-> Wir lieben das Reisen im Campervan auch, aus Gründen

Neuseeland mit zwei Kleinkindern: So fanden wir die Reise

WW: Wie fandet ihr Neuseeland – auch im Vergleich zu euren anderen Stationen?
Maureen: Neuseeland bietet auf kleiner Fläche große Vielfalt. Außerdem sind die Menschen extrem freundlich und wir waren froh, mal wieder alle zu verstehen. Wir mussten uns in Neuseeland viel weniger Programm für die Kinder überlegen, da es so viele Spielplätze und kinderfreundliche Restaurants gibt.

Natürlich waren die anderen Stationen unserer Weltreise wärmer. Aber das ist halt die Kehrseite, wenn man in der Nebensaison reist. Wir konnten viel Geld sparen bei der Campermiete und hatten nie Mühe, einen Campground zu finden.

WW: Was macht Neuseeland eurer Meinung nach besonders?
Maureen: Die Natur! Neuseeland ist einzigartig, und doch erkennt man gewisse Länder wieder. Die Alpen zum Beispiel, die Wälder Kanadas oder die heißen Quellen wie auf Island. Oder die Maori-Kultur. Das Land ist unglaublich vielfältig und hat uns manches Mal den Atem geraubt. In Christchurch war es eindrücklich zu sehen, wie die Stadt mit dem verheerenden Erdbeben von 2011 umgeht. Wir waren wenige Wochen nach dem Attentat auf eine Moschee in der Stadt und überwältigt davon, wie offen und respektvoll die Menschen Seite an Seite leben. Die Stadt hat uns sehr beeindruckt.

Blog-Interview Neuseeland Globetrotter Family Porträt

© Maureen Wiederkehr/Globetrotter Family

WW: Worüber habt ihr euch in Neuseeland gewundert oder geärgert?
Maureen: Die kurvigen Straßen waren mit dem Wohnmobil eine Herausforderung. Ein paar Tunnels würden da wohl helfen! Daneben haben uns die vielen gerodeten Wälder oft traurig gemacht.

WW: Jarin war ja noch sehr klein auf der Reise. Wie hat das in Neuseeland mit dem Essen und den Windeln geklappt?
Maureen: Das war auch immer eine der häufigsten Fragen an uns! Vor allem in Asien. Klar, auch in Neuseeland brauchen Babys Windeln. In Asien hatten wir Stoffwindeln (die wir auch weiterverwenden) aus Gründen der Abfallreduktion. Wir hatten aber immer einige Reservewindeln dabei, falls wir mal nicht gleich Wäsche machen konnten.

Auch Milchpulver konnten wir überall kaufen. Jarin hat ja bereits vom Tisch gegessen, darum kann ich zum Babybrei nichts sagen.

-> Alles, was ihr über Reisen mit Baby nach Neuseeland wissen müsst

WW: Was war euer Lieblingsort, eure Lieblingsaktivität in Neuseeland?
Maureen: Im Süden das stimmungsvolle Christchurch als kleine Großstadt, dazu die Naturspektakel Wanaka und Mount Cook. Auf der Nordinsel hat uns Rotorua sehr gefallen. Drumherum gibt es viel zu entdecken und das Städtchen selbst war auch süß. Zwei weitere Highlights mögen sehr touristisch sein, wir hatten trotzdem großen Spaß: der Besuch in „Hobbiton“, mit dem David und ich uns einen Lebenstraum erfüllten, und der Hot Water Beach.

Außerdem haben wir uns ein Rugby-Match auf dem Land angeschaut und hatten dabei einen wunderbaren Nachmittag!

Blog-Interview Neuseeland Globetrotter Family Rugby

Mit Kids zum Rugby? In Neuseeland ist das fast schon Pflicht © Maureen Wiederkehr/Globetrotter Family

Neuseeland mit Kindern und schmalem Budget: von Massentourismus und Geheimtipps

WW: Wie habt ihr den Massentourismus in Neuseeland wahrgenommen? Auch im Vergleich zu Kanada oder Asien?
Maureen: Wir sind in der Nebensaison gereist, da sollte eigentlich weniger los sein. Wir wollten oft wild campen, um das Budget zu entlasten. Dies schien in der Planung kein Problem. Nur musste Neuseeland in den letzten Jahren den Platz fürs Freedom Camping begrenzen. Es gab einfach zu viele Vans, die wild parkierten. Daran merkt man schon, dass der Massentourismus in Neuseeland anfängt, die Bewohner zu nerven – verständlich, wenn die Straßen zugeparkt sind.

Wir haben uns aber nie «überrannt» gefühlt. Touristen aus Korea und China gibt es in Neuseeland genau wie in Asien oder Kanada. Sie sind meist in Gruppen unterwegs und nicht abseits der Touristenpfade. Meistens war Lio ein beliebtes Fotosujet: Er weigerte sich, lange Hosen anzuziehen und rannte in Shorts, Pulli und Wollmütze herum, während die Asiaten in ihren dicken Steppjacken froren.

WW: Was fanden eure Kinder an oder in Neuseeland am besten?
Maureen: Die Spielplätze! Lio sagt noch heute: „Mami, ich will wieder auf den Spielplatz mit dem Piratenschiff.“ Der steht in Picton, unweit der Fähre. Zudem glaube ich, dass sie gemerkt haben, wie willkommen sie als Kinder und wir als Familie mit Kindern in Neuseeland überall waren.

-> Hier lest ihr die wichtigsten Tipps für eure erste Reise nach Neuseeland mit Kind

Margaret Mahy Playground Christchurch

Spielplätze hat Neuseeland reichlich zu bieten – hier der Margaret Mahy Playground in Christchurch

WW: Habt ihr einen „Geheimtipp“ für andere Familien in Neuseeland?
Maureen: Schaut euch nach Alternativen um! Es müssen nicht immer die größten Wasserfälle, Gletscher und Berge sein. Es gibt so schöne Orte in Neuseeland, wo man sich in Ruhe hinsetzen kann und nicht von Selfiesticks umgehauen wird. Mit Kindern und engem Budget kann man sich eh nicht alle Touristenhighlights anschauen. Das öffnet den Blick für die richtigen Schätze.

Neuseeland Wharariki Beach

Neuseeland ist abseits der ausgetretenen Pfade am schönsten

WW: Jetzt seid ihr wieder zu Hause. Würdet ihr eure Reise im Rückblick noch einmal so machen oder anders?
Maureen: Sie war perfekt. Wir hatten einen guten Mix aus Asien, Südsee, Neuseeland und Kanada, das wir schon kannten. In Neuseeland haben wir uns – wie wahrscheinlich jeder – zu viel vorgenommen. Gott sei Dank haben wir rechtzeitig gemerkt, dass wir nicht alles schaffen können.

WW: Werdet ihr nach Neuseeland zurückkommen?
Maureen: Wir hoffen es sehr. Viele Orte konnten wir noch nicht besuchen oder haben nur einen kleinen Vorgeschmack erhalten. Wenn die Kinder größer sind, wollen wir unbedingt nochmal hin.

Auckland Skyline bei Nacht

Auf bald, Neuseeland!

Wir danken euch sehr für das nette Interview, liebe Globetrotter!

1 Kommentar

  • Liebe Jenny,
    das ist ja ein spannendes Interview – ich finde es klasse, wenn man gemeinsam mit seinen Kindern die Welt entdeckt. Am besten, bevor der Schulalltag losgeht und es deutlich komplizierter wird.
    Viele Grüße an die Globetrotter Family,
    Sanne

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