Gut zu wissen

Plastikmüll vermeiden, Ozeane retten: wir alle müssen mitmachen!

Um die Ozeane ist es schlecht bestellt, nicht nur rund um Neuseeland. Sie sind überhitzt, übersäuert, verdreckt und leergefischt. Am besten sichtbar für uns Touristen: Die Meere ersticken im Plastikmüll. Die gute Nachricht: Um sie zu retten, kann jeder von uns etwas beitragen. Helft mit, auf eurer Neuseeland-Reise den Ozean zu schützen!

Plastikmüll im Ozean Kapiti Coast

Plastikmüll zerstört die Ozeane – auch in Neuseeland

Was wäre Neuseeland ohne den Ozean, der es umgibt? Was wäre eine Neuseeland-Reise ohne Bootstouren, Whale watching oder ganz schlicht: Strandbesuche?

Genau dort treffen wir auf Reisen immer häufiger auf die Spuren unserer eigenen Bequemlichkeit: Plastik vermüllt die Strände dieser Welt.

PET-Flaschen, Strohhalme, Tüten und Verpackungen liegen im Sand, dümpeln im Wasser und liegen am Meeresboden. Der Anteil von Plastik in den Weltmeeren ist inzwischen sechsmal höher als der von Plankton!

Das sieht nicht nur hässlich und wenig instagramtauglich aus – das Plastik, das sich in immer kleinere Teilchen zersetzt, wird auch von den Fischen und Meerestieren aufgenommen. Es tötet sie entweder ganz direkt (weil ein Magen voller Plastikmüll keine Nahrung mehr aufnehmen kann, oder ein Fischernetz Meeressäuger am Auftauchen und Atmen hindert) oder es sammelt sich in ihrem Körper an – den wir dann essen im Glauben, etwas besonders Leckeres, Frisches und Gesundes zu uns zu nehmen.

Mikroplastik, dessen Langzeitwirkung noch gar nicht erforscht ist, wurde bereits im Eis der Arktis nachgewiesen – und es ist in Mineralwasser enthalten. Irks…

Plastikteilchen dienen auch als „Anker“ für Giftstoffe, die wir und die Meeresbewohner damit aufnehmen – und es tötet auf diese Weise nicht nur Fische, Meeresvögel oder Schildkröten, sondern ganze Korallenriffe. Die wiederum lebensnotwendig für das Ökosystem Erde sind…

Plastikmüll in den Meeren hat sich in den vergangenen Jahren zu einem riesigen Problem entwickelt, was Gott sei Dank immer mehr Menschen erkennen. Der Earth Day 2018 stand denn auch unter dem Motto End Plastic Pollution.

Und anders als bei Schleppnetzfischerei, Schwerölverklappung auf hoher See oder illegaler Abwasserentsorgung können wir Otto-Normalbürger hier ganz konkret mithelfen. Nein – wir müssen!

Mülltonne am Lake Taupo

Auch in Neuseeland gibt es Müll-Ecken

Plastikmüll im Meer: Was können wir dafür?

Der Großteil des Plastikmülls gelangt versehentlich ins Meer; er wird aus Mülltonnen oder Deponien geweht, achtlos aus dem Autofenster geworfen oder beim Wandern fallengelassen. Über die Flüsse wird er dann in die Ozeane gespült, wo ihn Gezeiten, Wind und Strömungen in jeden Winkel transportieren. Auch nach Neuseeland.

Auch wenn wir selbst keinen direkt Müll ins Meer werfen – allein durch unseren immensen Verbrauch an Plastik sind wir mit Schuld an der Vermüllung der Ozeane:

  • Aus dem Supermarkt allein nehmen wir kiloweise Plastikverpackungen mit, die großteils völlig überflüssig sind.
  • Wir werfen viel zu viel weg. Und ein Großteil der Menschen (auch der Deutschen!) trennt Plastikmüll nicht sorgfältig fürs Recycling.
  • Unsere Kosmetik, Duschbad etc. enthält Mikroplastik, das mit dem Abwasser ungefiltert ins Meer gelangt.
  • Aus Funktionskleidung und Fleece werden beim Waschen Mikrofasern herausgelöst, die mit dem Abwasser ebenso ungefiltert ins Meer gelangen.
  • Beim Spazierengehen in der Stadt oder im Wald fällt jedem von uns mal ein Stück Plastikmüll herunter; heben wir den nicht pingelig wieder auf, gelangt er irgendwann – natürlich ungefiltert – ins Meer.

Nur wenn jeder von uns im Alltag seinen Verbrauch an Plastik reduziert, kann die „Plastic Pollution“ aufgehalten und irgendwann hoffentlich umgekehrt werden. Und das ist vielleicht genauso wichtig wie die Verhinderung einer weiteren Klimaerwärmung.

Nugget Point Felsen

Am Nugget Point ist das Meer noch sauber – oder?

Wie kann man auf Reisen Plastikmüll reduzieren oder vermeiden?

Zu Hause trennen wir unseren Müll säuberlich und gehen mit Baumwollbeutel im Biomarkt einkaufen. Auf Reisen ist das mitunter schwierig – aber nicht unmöglich!

Gerade wenn wir in einem so schönen und (wenigstens vordergründig) unberührten Land wie Neuseeland unterwegs sind, sollten wir uns besondere Mühe geben, die Umwelt zu schützen.

-> Hier lest ihr unsere Tipps, wie man (möglichst) nachhaltig in Neuseeland reisen kann

Plastikmüll vermeiden Surfer am Muriwai Beach

Nur wenn alle mitmachen, können wir die Plastikflut stoppen

10 Tipps, wie ihr in Neuseeland den Ozean schützen und Plastikmüll vermeiden könnt:

  1. Habt beim Wandern immer eine Mülltüte dabei und hebt herumliegenden Müll auf. Auch, wenn es nicht eurer ist. Motivation bekommt ihr auf dem Instagram-Kanal take1piece – denn jedes einzelne Stück macht einen Unterschied.
  2. Trennt euren Müll und entsorgt Plastik, Glas und Papier, wenn immer möglich, an Recyclingstationen. Die gibt es auch in Neuseeland inzwischen in jeder größeren Stadt und auf immer mehr Campingplätzen – wobei Mülltrennung und -vermeidung hier immer noch in den Kinderschuhen stecken.
  3. Versucht, Produkte möglichst ohne Plastikverpackung zu kaufen. Obst und Gemüse gibt es in Neuseeland auf Wochenmärkten oder in der „Fruit World“ großteils unverpackt, Fleisch und Wurst kann man beim Metzger ohne Styroporschale und Frischhaltefolie einpacken lassen (vielleicht sogar in eure mitgebrachte Brotdose).
  4. Ein Großteil der Waren muss nach Neuseeland importiert werden; und ist dabei natürlich verpackt. Kauft, wann immer möglich, regionale Produkte, die in Neuseeland erzeugt wurden -> das Stichwort bei Lebensmitteln heißt saisonal.
  5. Auch wenn es bequem ist: Nehmt beim Einkaufen im Supermarkt keine Plastiktüten von dort, sondern bringt eure eigenen Behälter mit. Baumwollbeutel oder Ähnliches nehmen im Gepäck nicht viel Platz weg.
  6. Kauft keinen Coffee to go – höchstens, wenn die Becher gegen Pfand verkauft und wiederverwendet werden. Ein eigener Kaffeebecher* ist natürlich auch schick und nimmt kaum Platz im Reisegepäck weg. Ach ja, und wenn ihr Essen beim Take-Away kauft, könnt ihr es trotzdem mit dem Metallbesteck aus eurem Campervan essen!
  7. Benutzt keine Strohhalme, auch wenn die Kinder das doof finden. Wer Strohhalm-Fetischisten hat, kauft wiederverwendbare Trinkhalme aus Metall* oder abbaubare Strohhalme aus Papier* (ja, gibt es!) und nimmt sie nach Neuseeland mit.
  8. Wasser solltet ihr, wann immer möglich, aus dem Hahn in eure wiederverwendbaren Trinkflaschen füllen. Geht das nicht (immer mehr Gemeinden in Neuseeland chlorieren ihr Leitungswasser, um es sauberzuhalten – das ist hygienisch unabdingbar, schmeckt aber nicht), kauft wenigstens die großen 5-Liter-Kanister und füllt eure Flaschen daraus ab.
  9. Wenn ihr Funktionskleidung und Fleece wascht, reduziert ihr das Auswaschen von Mikroplastik durch niedrigere Temperaturen, volle Waschladungen (= weniger Reibung zwischen den Wäschestücken), die Verwendung von Flüssigwaschmittel – oder idealerweise einem Wäschebeutel, der Mikroplastik-Teilchen auffängt. Den Guppy Friend hat ein deutsches Start-up entwickelt, ihr könnt ihn hier kaufen.
  10. Apropos Mikroplastik: Statt Duschbad, Shampoo und Zahnpasta, die in Plastik verpackt sind und oft auch welches enthalten, könnt ihr ganz normale Seife, Haarseife* und Zahnpasta am Stiel* verwenden – auf Reisen umgeht ihr damit sogar das Flüssigkeitenverbot im Flug-Handgepäck!

Gutes tun reicht nicht – redet darüber! Erklärt, warum ihr auf den Plastikstrohhalm, die Verpackung oder die PET-Flasche verzichtet. Warum ihr den Müll am Strand aufhebt oder euren Einkauf in Stoffbeutel packt. Erzählt es euren Kindern, den Verkäufern im Laden oder Leuten, die neugierig schauen.

Verbreitet die Botschaft, denn jeder Mensch muss sie hören – so lange, bis sie jeder verstanden hat und sein Verhalten ändert!

Muriwai Beach Gannet Colony

Hoffentlich sehen Neuseelands Strände noch lange so sauber aus

Andere Blogs und Projekte kümmern sich wesentlich intensiver um das Plastikmüll-Problem als wir. Hier könnt ihr weiterlesen:

Was tut ihr, um auf Reisen Plastikmüll zu vermeiden? Ist euch das wichtig oder findet ihr, dass man sich im Urlaub nicht auch noch darum kümmern muss?

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