Camping Where to go in NZ

Moke Lake bei Queenstown: einfach unbeschreiblich schön

Wenn ich meine Erinnerungen an Moke Lake beschreiben will, muss ich lange überlegen. Alles, was ich aufschreibe, sieht irgendwie pompös und übertrieben aus – aber die in grandiosem Schweigen aufragenden Berge, die sich in der stillen Fläche des Moke Lake spiegeln und eine riesige, flache Weidelandschaft umsäumen, lassen sich tatsächlich nur als atemberaubend schön und beeindruckend bezeichnen.

Moke Lake steht auf unserer Liste der magischen Plätze Neuseelands und auch auf unserer Top-Ten-Campingplatz-Liste wirklich sehr, sehr weit oben.

Moke Lake Campsite Queenstown

Die Stille, die bei unserem Aufenthalt hier alles beherrschte, war so gewaltig, dass sie jedes Geräusch schluckte: ein vereinzeltes verschämtes „Mäh“ von den herumstreunenden Schafen genauso wie das Juchzen der spielenden Kinder und das Kichern und halbschiefe Gitarrenklimpern von den Lagerstellen der U20-Backpacker in ihren coolen „Wicked“-Campern.

Nach holpriger Fahrt über gewundene Gravel Roads mit lebensbedrohlichen Viehgattern, nur wenige Kilometer außerhalb des wuseligen, bunten und ach so schicken Queenstown, fühlten wir uns hier in einer anderen Welt.

„Anders“ im Sinne von urtümlich, abgeschieden und fern der Zivilisation – das bedeutet natürlich auch: ohne jeden Komfort. Außer zwei wahllos auf der großen Fläche verstreuten Toilettenhäuschen und einem Badesteg am See (der eigentlich eine Brücke ist, die zu einem Wanderweg um den See gehört) sieht man am Moke Lake kein Zeichen davon, dass es sich hier um einen Campingplatz handelt.

Und der wird vom DOC noch nicht einmal in die kostenlose Basic-Kategorie eingeordnet. Nein, jeden Morgen um 8 Uhr weckte uns (nein, mich…) freundlich klopfend der Ranger, der die Gebühr in Höhe von 10 NZ$ pro Erwachsenem und 5 NZ$ pro Kind (zahlbar erst ab 5 Jahren) kassierte und ein nettes Schwätzchen übers Wetter hielt.

Morning Mist on Moke Lake

Braucht man Wasser, muss man es aus dem See schöpfen. Will man sich waschen, muss man in diesen hineinspringen – und das Wasser ist kalt, wir befinden uns hier schließlich mitten in den Southern Alps! Alles andere ist „up to you“, Selbstversorgung wird großgeschrieben. (Das „tap water“ und den „cooking shelter“, verzeichnet auf der DOC-Campingplatzkarte, haben wir nicht gefunden!)

Umso größer war unser Respekt vor den Kiwis aus Dunedin, die hier mit sechs Kindern in einem riesigen Wohnwagen ihre Sommerferien verbrachten. Ohne Strom, ohne fließendes warmes Wasser, ohne die Möglichkeit, sich mal in einem Gemeinschaftsraum aufzuwärmen; und vor allem: ohne Internet!

Dafür spielen und Fahrrad fahren auf der wahrlich grenzenlosen Wiese, träumen und in die Wolken schauen, wandern auf den vielen Tracks in der Gegend und Boot fahren auf dem See … Einen Spielplatz haben unsere Kinder hier jedenfalls nicht vermisst.

Icy cold bathing in Moke Lake

Ausflüge nach Queenstown und Glenorchy sind natürlich auch empfehlenswert, schließlich sind es ja nur 17 km aus der „Großstadt“: Von Queenstown kommend, ca. 10 km auf der Glenorchy Road nach Westen fahren, dann rechts abbiegen auf die Moke Lake Road (Achtung, das ist ein steiler Abzweig, nicht verpassen!) und noch 7 km auf gewundener, zunehmend holpriger Straße fahren, die am Ende nur noch ein einspuriger Viehweg mit mehreren gemeingefährlichen Cattle Grids ist. Besonders spannend ist die Zufahrt im Dunkeln, denn das ist es hier draußen wirklich!

Map Moke Lake near Queenstown

Nur drei Tage sind wir in diesem Paradies ohne Komfort geblieben und haben uns danach immer wieder dorthin zurückgewünscht…

Dieser Beitrag nimmt an der Blogparade „Auszeit am See“ teil. Klickt doch mal rein und schaut, wie viele schöne Seen es auf der Welt gibt. Da könnte man jeden Tag eine Auszeit nehmen und würde nie fertig werden!

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5 Kommentare

  • Habe mich mal wieder auf euren Blog verirrt und schwelge in Erinnerungen… Wir waren am Moke Lake Anfang Februar… allerdings 2011 wie ihr (vor oder nach euch?). Wie ihr haben wir diesen Ort sehr, sehr positiv in Erinnerung. Ruhig war es, verregnet, aber wie haben unseren Aufenthalt dort sehr genossen. Die Kinder waren sogar im See baden… brrrrrr

    Gerne würden wieder dorthin zurück – wie überhaupt nach NZ (aber das weißt du ja). 🙂
    LG
    Hartmut

  • Auch wir fanden es wunderschön am Moke Lake, obwohl es bei uns recht gut besucht und auch nicht gerade leise war. Insbesondere sind in der Hauptsaison viele Tagesgäste am See, gegen Abend wird es ruhiger. Wenn man gegen Abend anreist, begegnen einem die Tagesgäste auf der Straße, die immer noch so abenteuerlich ist wie hier beschrieben. Wir haben wegen den lärmenden Nachbarn nochmal den Stellplatz gewechselt. Und nicht nur wir. Der Campground kostet mittlerweile 10$ pro Person und zumindest in der Hauptsaison wohnt der Ranger auf dem Platz und nimmt einen bei Ankunft direkt in Empfang. Es gibt 2 Toilettenhäuschen mit Handwaschbecken und es gibt auch einen Cooking Shelter, den wir uns aber nicht angesehen haben weil wir ihn nicht brauchten. Hinter dem Campground ist ein großer Reitstall und Pferdekoppel, die Ben Lomond Horsetreks. Morgens werden mit Kleinbussen die Reitgäste aus Queenstown geholt. Sah verlockend aus, in der schönen Umgebung eine Reittour zu machen.

    • Mensch, die Zeiten ändern sich… Weiß gar nicht, ob wir uns das anschauen sollten :-/ Auf jeden Fall ein weiteres Argument pro Nebensaison!

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