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Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt: ein Märchenland in Tschechien

Die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt ist ein zauberhaftes Wunder der Natur in Tschechien. Wie ihr die Felsenstadt genießt, ohne von Touristenmassen erdrückt zu werden, erklären wir euch – und zeigen unsere schönsten Fotos von diesem magischen Ort.

Adersbacher Felsenstadt_Weltwunderer

Die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt: ein Wunder der Natur!

Seit wir die beeindruckenden Sandstein-Felsentürme in der TV-Serie „Britannia“ gesehen hatten, schwebte sie in unseren Köpfen herum: die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt in Tschechien. Die hoch aufragenden, von Fichtendickicht umgebenen Sandsteintürme scheinen aus dem Computer zu stammen oder Studiokulissen zu sein – dass es diesen Drehort in echt gibt, mochten wir zuerst gar nicht glauben.

Noch mehr staunten wir, als wir sahen, dass die Adersbacher Felsenstadt gar nicht in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz liegt, die ja für ihre Sandsteinfelsen bekannt ist, sondern noch gute zwei Stunden Fahrt weiter: im Osten des tschechischen Riesengebirges, fast an der polnischen Grenze.

Ein langes Wochenende war unsere Gelegenheit, der Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt einen Besuch abzustatten. Ob es sich gelohnt hat und ob wir wiederkommen werden, lest ihr in unserem Bericht. Hier findet ihr auch Antworten auf alle Fragen, die wir vorher trotz Recherche nicht herausfinden konnten – über die Adersbacher Felsenstadt gibt es nämlich erstaunlich wenige Informationen im Internet (oder nur auf Tschechisch).

Adersbacher Felsenstadt

Was ist die Adersbacher Felsenstadt?

Weit entfernt von der Sächsischen Schweiz liegen diese noch viel eindrucksvolleren Felsen in Tschechien, östlich des Riesengebirges. Was allgemein als Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt – auf Tschechisch: Adršpašsko-teplické skály – bezeichnet wird, sind eigentlich zwei große Areale: Massive Felsenstöcke aus Sandstein, die vom Zahn der Zeit in viele einzelne Felsstöcke aufgebrochen wurden, welche inzwischen zu sehr eindrucksvollen Formen erodiert sind.

Adersbacher Felsenstadt

Viele der Felsformationen in der Adersbacher Felsenstadt haben passende Namen (hier das Liebespaar)

Dazwischen fließt das Flüsschen Metuje, das für weitere wunderschöne Eindrücke sorgt – es gibt hier sogar einen kleinen Wasserfall und einen stillen See, auf dem man Boot fahren kann.

Adersbacher Felsenstadt

Zwischen den Felsen der Adersbacher Felsenstadt fließt die Metuje

„Entdeckt“ wurde die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt übrigens erst im 19. Jahrhundert: 1824 gab es einen Waldbrand, der wochenlang in den Felsenschluchten wütete und dem fast alle Bäume zum Opfer fielen. Erst danach fiel auf, wie viele geheimnisvolle Schluchten und Wege es gab.

Die Felsengebiete wurde schnell ein beliebtes Ausflugsziel, schon 1840 wurde die Adersbacher Felsenstadt in Reiseführern beschrieben. Diverse Dichter, Künstler und Monarchen waren hier – unter anderem weist eine Büste auf einen Besuch von Goethe hin, eine Plakette erinnert an die preußische Königin Luise.

Adersbacher Felsenstadt

Der Kopf von Goethe weist den Eingang zum Wasserfall

Neben den von der Natur geformten Felsen sieht man in den beiden Felsenstädte daher auch Zeugnisse menschlicher Kultur: allen voran das berühmte „Gotische Tor“, das ihr sicher schon mal auf Instagram gesehen habt (zeigen wir euch weiter unten, mit kleiner Überraschung).

Die Mischung aus wilder, wunderschöner Natur und verlassenen kleinen Häusern, alten Festungen und verfallenen Mauern ist unbeschreiblich schön – man fühlt sich wirklich wie in einem Märchenfilm, wenn man auf den Wanderwegen umherstreift.

Weckelsdorfer Felsenstadt

Ein Hexenhäuschen am Wegrand in der Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt

Leider hat sich die Schönheit der Adersbacher Felsenstadt herumgesprochen – zwar nicht in Deutschland, aber in Tschechien und Polen ist das hier in puncto Bekanntheit vergleichbar mit der Bastei bei Dresden. Genauso voll war es an dem eiskalten Oster-Wochenende, als wir die Felsenstadt besuchten.

Adersbacher Felsenstadt

Auch wenn man sich Mühe gibt: Ein Foto ganz ohne Menschen zu machen, ist schwierig in der Adersbacher Felsenstadt

Wandern in der Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt

Vorab sei gesagt: Wir sind mit Kindern unterwegs und eher so Sonntagswanderer. Mehr als 5 km muss eine „Wanderung“ für uns nicht lang sein, lieber soll es ordentlich bergauf und bergab gehen, ein paar Klettereinlagen und spektakuläre Ausblicke geben – eben abwechslungsreich, aber nicht allzu anstrengend.

Aus dieser Perspektive müsst ihr unser Urteil über die Adersbacher Felsenstadt sehen, wenn wir sagen: Es hat richtig Spaß gemacht, hier zu „wandern“!

In der Adersbacher (und auch in der benachbarten Weckelsdorfer) Felsenstadt gibt es mehrere recht kurze und dabei sehr abwechslungsreiche Wanderwege, bei denen keine Langeweile aufkommt. Das Laufen ist kaum anstrengend, es sind nur einige Leitern und Treppen zu bezwingen. Den Kinderwagen solltet ihr nicht mitbringen!

Adersbacher Felsenstadt

Einige Treppen sind zu bezwingen, aber schwierig sind die Wege nicht

Highlights der Felsenstadt sind neben den vielen aufregenden Felsformationen einige Klettereinlagen über Stiegen und Treppen, eine Felsenkapelle, eine äußerst schmale Felsspalte (das „Mauseloch“), zwei verwunschene Seen und ein wunderschöner (wenn auch kleiner) Wasserfall.

Weder die Adersbacher noch die Weckelsdorfer Felsenstadt sind allzu groß. Man kann beide Areale auf den gut markierten Rundwegen in wenigen Stunden erkunden – einzeln oder in einem Rutsch.

Adersbacher Felsenstadt

Was uns nicht so gut gefallen hat: Es gibt in beiden Felsenstädten insgesamt nur drei festgelegte Rundwege, die mit verschiedenen Farben markiert sind. Vom Weg abzugehen, ist verboten bzw. auch kaum möglich. Angesichts der vielen Besucher ist das total verständlich, nur so lässt sich die empfindliche Natur einigermaßen schützen.

Dennoch ist durch diese Einschränkung kein individuelles Erkunden der Felsen möglich, und die gesamte Erfahrung ist halt sehr touristisch – auch wenn man mit weniger Besuchern unterwegs ist. Sind es eher mehr (wie bei unserem Besuch in den Osterferien), heißt es an engeren Stellen oder besonders schönen Spots auch mal Schlange stehen.

Adersbacher Felsenstadt Felsentor

Das berühmte Gotische Tor in der Adersbacher Felsenstadt: Instagram und Realität

Darüber muss man hinwegsehen, wenn man die Schönheit der Adersbacher Felsenstadt genießen (und nicht ständig meckern) will. Am berühmten „Gotischen Tor“ habe ich bestimmt eine Viertelstunde gewartet, bis ich es ganz ohne Menschen fotografieren konnte – stellt euch bei dem Foto links bitte auch die netten Menschen mit vor, die hinter mir warten, bis auch niemand mehr von vorn durch das Tor gelaufen kommt!

Wege in der Adersbacher Felsenstadt

In der Adersbacher Felsenstadt kann man sich nur schwer verlaufen. Durch das Gebiet führen drei gut markierte Rundwege, die in 3 verschiedenen Farben markiert sind:

  • der blaue Rundweg: Er zweigt gleich hinter dem Eingang zur Felsenstadt vom Hauptweg ab und führt einmal rund um den kleinen See, der eigentlich nur ein gefluteter Steinbruch ist. Achtung: Im See darf nicht gebadet werden! Schön ist er trotzdem, er erinnerte uns ein wenig an den Eibsee an der Zugspitze (nur halt viel kleiner).
Adersbacher Felsenstadt

Der kleine See am Eingang der Adersbacher Felsenstadt – bei Sonnenschein sicherlich noch viel blauer!

  • der grüne Rundweg: Das ist der Hauptweg, der in einem 3,5 km langen Oval alle Attraktionen der Adersbacher Felsenstadt verbindet. Wer ihm folgt, kommt unter anderem am berühmten Gotischen Tor, an der 21 m hohen Teufelsbrücke, an der Panorama-Aussicht und an der „Liebespaar“-Felsformation vorbei – dem höchsten Felsen des Areals, der von der tschechischen Fahne gekrönt wird. Auf halber Strecke, am Kleinen Wasserfall, zweigt ein weiterer Wanderweg ab:
  • der gelbe Verbindungsweg führt durch die Wolfsschlucht weiter zur Weckelsdorfer Felsenstadt. Auch wenn ihr dort gar nicht hinwollt, lohnt sich ein Abstecher auf dem gelben Weg: Dann stößt man nach wenigen Metern und einigen Stiegen auf einen kleinen, langgezogenen See, auf dem Kahnfahrten angeboten werden. Dafür muss man allerdings an einer kleinen Hütte nochmal extra Tickets kaufen.
Adersbacher Felsenstadt

Auf dem kleinen See werden bei gutem Wetter Kahnfahrten angeboten (da hinten kommt einer!)

Wir haben uns in der Adersbacher Felsenstadt die beiden Rundwege und das erste Stück des gelben Verbindungsweges gemütlich angeschaut und dafür insgesamt vielleicht drei Stunden gebraucht. Ohne Rastpause, wohlgemerkt – denn eine gute Gelegenheit zum Picknicken haben wir nicht gefunden. Da es am Eingang der Felsenstadt mehrere Imbisse mit reichlich Angebot und vielen Sitzgelegenheiten gibt, war das aber nicht weiter schlimm.

Adersbacher Felsenstadt

Trotz der vielen Besucher ist es wirklich wunderschön hier

-> Eine sehr genaue Beschreibung des Rundgangs mit Kleinkind findet ihr auf Ausgecheckt.

Wege in der Weckelsdorfer Felsenstadt

Eigentlich wollten wir uns die Weckelsdorfer Felsenstadt am nächsten Tag unseres Aufenthalts in Ruhe anschauen, aber es war erst später Mittag, als wir mit der Adersbacher Felsenstadt „durch“ waren – also los, her mit noch mehr Felsen!

Der Eingang zur Weckelsdorfer Felsenstadt ist deutlich kleiner und untouristischer – eigentlich nicht mehr als ein Häuschen am Rand eines kleinen Parkplatzes am Ufer der Metuje. Das zeigt schon, dass es dahinter ganz anders aussieht als in Adersbach. Zwar gibt es auch hier nur Rundwege, von denen nicht abgegangen werden darf, aber die Atmosphäre in den Teplicke skaly ist irgendwie… grandioser.

Weckelsdorfer Felsenstadt

Die Weckelsdorfer Felsenstadt: mehr Natur, weniger Menschen

Und gleichzeitig natürlicher. Die Felsen sind hier höher und massiver, der Wald ist dichter und das Ganze wirkt weniger kulissenhaft – mehr wandern, weniger An-jeder-Ecke-staunen. Versteht ihr?

Weckelsdorfer Felsenstadt

Das „Felsentor“ am Anfang des Rundwegs durch die Weckelsdorfer Felsenstadt

Der blaue Rundweg ist hier der Hauptweg, und er ist mit 6 km deutlich länger als der in Adersbach. Unterwegs kann man einen schweißtreibenden Abstecher hinauf auf die (nicht mehr zu sehende) Burgruine Stremen machen, wofür gefühlte 1.000 Stufen auf immer steiler werdenden Treppen und Leitern bezwungen werden müssen – der Ausblick von oben ist aber die Mühe wert!

Weckelsdorfer Felsenstadt

Der Gipfel der Burg Stremen (Anfang April 2022 geschmückt mit einer Ukraine-Flagge)

Der gelbe Verbindungsweg von der Adersbacher Felsenstadt trifft ziemlich am Anfang auf den blauen Rundweg. Wer etwas Abwechslung möchte oder – wie wir – in der Brutzeit der geschützten Turmfalken herkommt, der hat hier eine gute Ausweichmöglichkeit. Im April und Mai (?) ist nämlich ein Teil des Rundwegs (links herum) durch die Weckelsdorfer Felsen gesperrt, damit die Falken in Ruhe brüten können.

Wir hielten uns notgedrungen rechts, wo wir immerhin in den Genuss von „Sibirien“ kamen: eine immer enger werdende, gewundene Felsspalte, in der es so kalt ist, dass hier bis in den Sommer hinein Schnee liegt. Wir waren ohnehin viel zu dünn angezogen hergekommen (in Deutschland war es zu Ostern schon deutlich wärmer) und hatten den ganzen Tag gefröstelt – der hohe Schnee gab uns hier den Rest, denn mit unseren Schuhen rutschten wir gefährlich hin und her und wären mehrmals fast in den kleinen Bach gefallen, der neben dem Weg durch die Schlucht führt.

Weckelsdorfer Felsenstadt

In „Sibirien“ ist es wohl immer eiskalt…

Weckelsdorfer Felsenstadt

Achtung, Rutschgefahr!

Schafft man es durch die Sibirien-Schlucht, kann man an einer Wegkreuzung nach rechts auf den grünen Weg abbiegen und sich dann noch einmal rechts halten, um über die Sieben Stiegen zurück in die Wolfsschlucht und auf den gelben Verbindungsweg zu kommen – nach etwa 6 km ist man dann zurück am Eingang.

Wer beide Felsenstädte verbinden und nicht zweimal durch die Wolfsschlucht laufen will, der kann auch den roten Weg wählen: der führt „außenrum“ von einer Felsenstadt zur anderen.

Weckelsdorfer Felsenstadt

Blick von oben auf das Areal der Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt

Rund um Adersbach: Noch mehr Felsenstädte!

Die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt ist nicht das einzige Sandstein-Massiv in der Region. Wer auf den Geschmack gekommen ist, Sandsteinfelsen ganz ohne Besuchermassen genießen will oder mehrere Tage hier verbringt, der hat reichlich Auswahl.

Wanderwege führen zum Beispiel auf den 786 m hohen Berg Cap und zur Burgruine Skaly, in der Nähe ein Aussichtsturm den höchsten Punkt der Region markiert. Auch etwas weiter im Süden, rund um die Stadt Police nad Metuji, liegen tolle Sandsteinfelsen-Gebiete.

Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt: Was ihr darüber wissen müsst

Bevor wir die Adersbacher Felsenstadt besuchten, hatten wir keine rechte Vorstellung, wie groß dieses Gebiet ist, wieviel Zeit wir für unseren Besuch einplanen sollten und wo wir uns am besten eine Unterkunft suchen würden, um vielleicht ohne Auto zum Eingang zu kommen.

Am wichtigsten zu wissen ist, dass die Adersbacher und die Weckelsdorfer Felsenstadt zwei separate Gebiete sind. Sie liegen zwar direkt nebeneinander, haben aber getrennte Eingänge; und ja, man kommt nur an diesen Eingängen auf das Gelände, es sei denn, man ist ein waghalsiger Kletterfreak.

Adersbacher Felsenstadt

Der Eingang zur Adersbacher Felsenstadt: ziemlich touristisch

Gut zu wissen ist auch, dass man sowohl für die Adersbacher als auch für die Weckelsdorfer Felsenschlucht getrennt Eintritt bezahlt. Die Preise unterscheiden sich nur wenig; deutlicher ist der Unterschied in der Zahl der Besucher. Auch die Felsen und die Wanderwege in den beiden Felsenstädten unterscheiden sich nach unserem Eindruck deutlich.

Vielleicht am wichtigsten: Die Adersbacher Felsenstadt ist ein Naturschutzgebiet. Das heißt, dass man nicht von den Wegen abgehen darf. Hunde müssen immer an der Leine laufen und etwas in die weichen Felsen zu ritzen, ist streng verboten (das war nicht immer so, wie man an einigen Felswänden eindrucksvoll sieht).

Adersbacher Felsenstadt

Im 19. Jahrhundert durfte man noch auf die Felsen schreiben

Noch ein Wort zum Wetter: In den Felsen scheint das Wetter immer ein wenig krasser zu sein als drumherum. Wir fanden es Anfang April winterlich kalt (und es lag noch Schnee in den Schluchten!), und in mehreren Reiseberichten haben wir von starken Gewittern und plötzlichen Regengüssen im Sommer gelesen – kommt eine Gewitterzelle hier entlang, scheint sie gern festzuhängen.

Nehmt also Kleidung nach dem Zwiebelprinzip mit (denn bei einigen Aufstiegen geratet ihr garantiert ins Schwitzen!) und einen Regenschutz.

Adersbacher Felsenstadt

Brrr, was haben wir gefroren!

Wie viel Zeit braucht man für die Felsenstadt?

Wir haben es weiter oben schon erwähnt: Für die Adersbacher Felsenstadt braucht man, wenn man alle Wege abläuft und keine allzu langen Pausen macht, geschätzte 2 bis 3 Stunden. Schließt man die Weckelsdorfer Felsenstadt direkt an, indem man durch die Wolfsschlucht hinläuft (und dann wieder zurückläuft – oder mit dem Zug zurückfährt), wird ein voller Tag daraus. (-> Marc vom Reisezoom hat ohne Kinder insgesamt 10 Stunden gebraucht – aber wunderschöne Fotos gemacht.)

Die Weckelsdorfer Felsenstadt ist um einiges größer, daher braucht man deutlich länger. Vor allem wenn man auch noch den empfohlenen Abstecher hinauf zur Burgruine Stremen macht.

Weckelsdorfer Felsenstadt

Der Abstecher zur Burgruine Stremen ist echt anstrengend

Weckelsdorfer Felsenstadt

Nichts für Höhenängstliche hier oben!

Wer nur einen halben Tag gemütlich laufen und ein paar sehr eindrucksvolle Sandstein-Felsentürme bewundern möchte, für den genügt der Rundweg durch die Adersbacher Felsenstadt. Wanderfreunde werden davon wohl enttäuscht sein und sollten unbedingt auch die Weckelsdorfer Felsen besuchen; vielleicht lasst ihr dann sogar lieber die Adersbacher Felsenstadt weg, die schon sehr touristisch ist, und nehmt lieber noch ein paar andere Wanderrouten in der Gegend in euer Programm.

Achtung: Je voller es in den Felsenstädten ist, desto länger werdet ihr brauchen; die Wege sind oft so schmal, dass man dann regelrecht im Stau steht und längere Zeit warten muss, bis es weitergeht.

Unsere Empfehlung: Ein (voller) Tag genügt, um beide Felsenstädte zu sehen, wenn man einigermaßen lauffit ist. Als Abstecher von Prag sollte man allerdings eine Übernachtung einplanen, sonst wird es zu hektisch.

Wer mehr Ruhe möchte, etwa für schöne (menschenfreie) Fotos von den Felsen, und auch mal einen Abstecher in weniger bekannte Felsengebiete machen will, der ist mit zwei bis drei Tagen in Adersbach gut beraten. Es gibt auf jeden Fall genug Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben.

Eintritt und Öffnungszeiten

Die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt ist ganzjährig geöffnet. Bestimmt hat jede Jahreszeit in den Felsen ihre besonderen Reize. Der Herbst und Winter haben wahrscheinlich den Vorteil, dass dann weniger Besucher da sind und man die Felsen ganz in Ruhe erleben kann.

Die Kahnfahrten auf dem kleinen See zwischen den beiden Felsenstädten werden allerdings nur vom 1. April bis zum 31. Oktober durchgeführt. In der Nebensaison ist der Eintritt übrigens deutlich günstiger.

Tickets für die Adersbacher Felsenstadt kauft man am besten online über die Website, das geht wirklich ganz einfach und ist 20 CKZ günstiger als vor Ort. Praktisch ist, dass dabei gleich die Verfügbarkeit der gesamten Tickets (das sind maximal 3.600 pro Tag) und der zusammen damit verkauften Parkplätze (das sind 600) angezeigt wird.

Gibt es online keine Tickets mehr, muss man es auch an der Kasse vor Ort nicht mehr versuchen – dann ist die Felsenstadt voll. In der Online-Maske wählt man für den Eintritt ein Stunden-Zeitfenster aus, in dem man die Felsenstadt dann betreten muss. Das Parkticket kauft man extra dazu, das gilt einfach für den ganzen Tag.

Ach ja: Kinder bis 6 Jahre dürfen die Adersbacher Felsenstadt kostenlos besuchen.

In der Weckelsdorfer Felsenstadt ist der Parkplatz viel kleiner, man kommt mit anderen Verkehrsmitteln nicht so gut hin und das ganze Areal ist deutlich weniger touristisch erschlossen. Onlinetickets gibt es hier nicht. Dafür trifft man deutlich weniger Besucher und der Eintritt ist mit 110 CZK (Familienkarte 290 CZK) deutlich günstiger.

Weckelsdorfer Felsenstadt

Die Wege sind überall gut ausgeschildert

Spartipp: So kommt ihr günstiger in die Adersbacher Felsenstadt

Ihr fragt euch sicher schon, wieso man für die Weckelsdorfer Felsenstadt nochmal extra Eintritt bezahlen sollte, wenn man doch auf dem gelben Verbindungsweg von der Adersbacher Felsenstadt direkt hingehen kann?

Richtig: Wenn man diesen längeren Weg auf sich nimmt (und ihn nachher auch wieder zurückläuft), muss man für die benachbarte Felsenstadt keinen extra Eintritt bezahlen.

Noch günstiger ist es, wenn man von der Weckelsdorfer Felsenstadt aus losgeht, denn die kostet zumindest in der Hauptsaison weniger. Aber der Weg ist dann nicht mehr unbedingt familiengeeignet!

Adersbacher Felsenstadt

Auto oder Zug: Wie kommt man am besten nach Adersbach?

Adersbach liegt im Kreis Broumov (Braunau), der direkt an Polen angrenzt; westlich liegt das Riesengebirge, im Südosten das Adlergebirge. Die nächste große Stadt ist Trutnov.

Von Dresden sind es 280 km nach Dolni Adrspach. Für uns war die Anfahrt über Polen am kürzesten; auf der A4 geht es bei Görlitz über die Grenze und weiter Richtung Breslau, bis die Route bei Legnica nach Süden abbiegt.

Adersbacher Felsenstadt

Hier geht es los!

Das Auto ist für die meisten Besucher der Felsenstadt das Transportmittel der Wahl – aber das heißt nicht, dass es das beste oder günstigste ist, um direkt zu den Felsenstädten zu gelangen. Als wir am frühen Vormittag ankamen, sah der Parkplatz eigentlich noch recht leer aus und es gab noch reichlich Tickets – trotzdem war es in der Adersbacher Felsenstadt schon ziemlich voll. Wir wollten uns gar nicht vorstellen, wie voll es im Sommer sein mag.

Da nur wenige und recht enge Straßen nach Adersbach führen, kann eure Anfahrt unfreiwillig ziemlich lange dauern. Man könnte auch bequem mit dem Zug anreisen; Adersbach hat gleich drei Bahn-Haltestellen, eine direkt vor dem Eingang zur Adersbacher Felsenstadt. Von Prag (180 km) sind es mit dem Zug 2,5 Stunden und Züge verkehren recht häufig.

Adersbacher Felsenstadt

Der Zug hält direkt an der Adersbacher Felsenstadt

-> Steffi von Reiselife ist mit dem Zug nach Adersbach gefahren

Von Deutschland aus gibt es leider keine direkte Verbindung per Zug. Als Alternative könnte man aber immerhin eine Unterkunft in der Nähe eines der Bahnhöfe in der Umgebung beziehen und von dort aus dann mit dem Zug zur Felsenstadt fahren. Diese Züge fahren (in der Hauptsaison) stündlich und brauchen von Teplice (alias Weckelsdorf) 15 Minuten bis Adersbach.

Unterkunft: Besser in Adersbach oder Teplice?

Wie der Doppelname nahelegt, liegt die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt zwischen den beiden gleichnamigen Orten. Man hat also die Wahl, wo man sich niederlassen will – auch entlang der (einzigen) Verbindungsstraße liegen viele Hotels und Pensionen; einige sehr hübsche Ferienhäuser liegen sogar direkt am Rand des Felsengebiets.

Wir haben in Weckelsdorf bzw. Teplice die meisten bezahlbaren Optionen auf Airbnb gefunden. Dieser Ort erschien uns mit einem Supermarkt, einem erstaunlich gut sortierten Minimarkt und mehreren Restaurants auch um einiges größer als Adersbach.

Camper-Stellplätze in der Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt

Wer mit dem Camper kommt, hat an der Verbindungsstraße zwischen Adersbach und Teplice eine gute Option: das „Turistický autokemp Bučnice“ ist ein schmaler Campingplatz mit Wohnmobilstellplätzen und Bungalows, zwischen dem Fluss Metuje und der Straße gelegen. Dieser Platz ist allerdings nur in der Hauptsaison bis Ende September geöffnet – auf der Website könnt ihr nachlesen, was euch erwartet.

Ein ganzes Stück von der Felsenstadt entfernt ist der topmoderne Wohnmobil-Stellplatz Adersbach, der eigentlich in Teplice liegt. Toiletten oder Duschen gibt es hier keine, dafür in 300 m Entfernung den kleinen Bahnhof von Teplice, wo stündlich Züge zur Adersbacher Felsenstadt abfahren.

Tipp: Das 2020 eröffnete Hotel „Orlik“ hat ein sehr nettes Restaurant, das vor allem von tschechischen Familien besucht wurde und auf Google Maps gar nicht verzeichnet ist.

Unser Fazit zur Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt: Zauberland oder Touristenfalle?

Dass man in der Adersbacher Felsenstadt nicht „richtig“ wandern und über Stock und Stein klettern kann, dafür auf riesigen Parkplätzen parkt und wegen der Besuchermassen an engen Wegstellen regelrecht Schlange stehen muss, das hatten wir nicht gewusst – und es hat uns (Überraschung) auch nicht sehr gefallen. Die Felsenstadt ist wirklich sehr touristisch und wird auch gut besucht, vor allem von tschechischen und polnischen Gästen.

Als Touristenfalle haben wir es trotzdem nicht empfunden, im Gegenteil: Hier bekommt man für sein Geld wahrlich einiges geboten und man hat das Gefühl, dass die Verantwortlichen sich viel Mühe geben, damit die vielen Besucher alle eine gute Zeit haben. Wir haben für zweimal Eintritt in die Felsenstädte (Familienkarten plus Parkgebühr) insgesamt um die 700 CZK bezahlt, das sind umgerechnet etwa 30 Euro.

Wir haben unseren Tag in der Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt sehr genossen und ihn von morgens bis abends voll ausgekostet. Auch wenn wir wegen der saisonal bedingten Sperrung des Weckelsdorfer Rundwegs nur die halbe Felsenstadt sehen konnten, war aber klar: Noch einen Tag brauchen wir nicht. Dafür war uns der Trubel zu groß und der Eintritt zu hoch (um ihn ein zweites Mal zu bezahlen).

Die Sandsteinfelsen sind zwar unglaublich beeindruckend und toll, wir haben sie aber mit der Sächsischen Schweiz direkt vor der Haustür und waren daher nicht mehr sooo begeisterungsfähig wie jemand, der noch nie solche Felsen gesehen hat.

Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt

Die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt ist wirklich einzigartig schön

Unser Fazit lautet daher: Die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt ist definitiv einen Besuch wert. Vor allem mit Kindern und wenn man ansonsten noch nie solche Felsformationen gesehen hat, ist das ein wunderschöner und sehr beeindruckender Ausflug.

Idealerweise sollte man ihn – wegen der doch recht langen Anreise aus Deutschland – aber mit einer Rundreise durch Tschechien/Polen verbinden. Einige Tage im Riesengebirge, wo zum Beispiel die Quelle der Elbe liegt und der Berggeist Rübezahl sein Unwesen treibt, sind ein perfekter Rahmen – oder ein Städtetrip nach Prag, Breslau und Olomouc.

Bei World for Kids findet ihr einen Vorschlag für eine Tschechien-Rundreise, auf der ihr deutlich mehr sehen werdet als nur Prag.

Jenny

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