Sächsische Schweiz

Felsenlabyrinth Langenhennersdorf & Nikolsdorfer Wände: perfekt für Kids!

Im Südosten der Sächsischen Schweiz sieht es nicht ganz so spektakulär aus wie an der Bastei. Zum Klettern und Verstecken gibt es hier das Felsenlabyrinth Langenhennersdorf und die Nikolsdorfer Wände – perfekt für einen Ausflug mit Kindern!

Felsenlabyrinth Langenhennersdorf

Das Felsenlabyrinth Langenhennersdorf ist ein echtes Kinderparadies in der Sächsischen Schweiz

Psst, das hier ist ein Geheimtipp, den nur die Sachsen kennen: Zwischen den Ortsteilen Langenhennersdorf und Leupoldishain (südlich von Königstein) versteckt sich ein ganz besonderer Abenteuer-Tummelplatz für Familien und Kinder, das Felsenlabyrinth.

Ein ziemlich kleiner Sandstein-Felsstock mitten im Wald ist so zerklüftet, dass findige Menschen hier eine Art Parcours erdacht haben, auf dem man sich durchaus verirren kann – wenn man nicht den Ziffern folgt.

Sächsische Schweiz Labyrinth Wandern mit Kindern

Das Felsenlabyrinth Langenhennersdorf ist ein Kinder-Wander-Traum

Auch kleinere Kinder können in diesem Naturschutzgebiet zwischen und auf den Sandsteinen herrlich klettern und kraxeln. Bonus: Das Felsenlabyrinth Langenhennersdorf ist von mehreren Seiten aus über kurze Fußwege bequem erreichbar. Und da es nicht zum Nationalpark Sächsische Schweiz gehört, ist es völlig in Ordnung, sich hier abseits der Wege zu bewegen.

Die (logische) Schattenseite: An Wochenenden fühlt man sich hier zuweilen wie in einem Kinderferienlager. Das Felsenlabyrinth ist also definitiv eher ein Ziel für Wochentage, die Morgenstunden – und am besten bei eher schlechtem Wetter. Aber es lohnt sich wirklich, also lasst euch nicht abschrecken!

Felsenlabyrinth Langenhennersdorf

Die Weltwunderer-Kinder zeigen, wie es geht

Während das Felsenlabyrinth Langenhennersdorf sachsenweit sehr bekannt ist, scheint direkt daneben in den Nikolsdorfer Wänden überhaupt niemand unterwegs zu sein – deshalb verbinden wir beide „Attraktionen“ gern zu einer kurzen Wanderung, mit der Kinder und Eltern zufrieden sind.

Unser Tipp: Auf dem Forststeig durch die Nikolsdorfer Wände zum Felsenlabyrinth Langenhennersdorf

Der Forststeig führt als schmaler Trampelpfad kreuz und quer durch den Wald, dicht an den Felsen entlang und auch mal darüber hinweg. Das fetzt, auch wenn der Weg definitiv nicht kinderwagen- oder omatauglich ist.

Felsenlabyrinth Langenhennersdorf

Der Forststeig führt durch die verwunschenen Nikolsdorfer Wände…

Forststeig Nikolsdorfer Wände

… und folgt dabei verschlungenen Pfaden

Diese spannende Route hat im Vergleich zum „normalen“ grünen Punkt, dem ihr alternativ auch folgen könnt, einen großen Vorteil: Sie ist tausendmal cooler und aufregender als der Wanderweg, der einfach nur einem breiten Forstweg folgt.

Der Forststeig ist ein relativ neuer Fernwanderweg in der Sächsischen Schweiz. Er wurde erst 2018 nach fünfjähriger Planung eröffnet. Anders als die normalen Wanderwege in der Sächsischen Schweiz ist er durch einen gelben Längsstrich gekennzeichnet, der direkt an Bäume und Felsen gemalt wird.

Auch anders als die Wanderwege ist der Forststeig supergut ausgeschildert. Alle paar Meter sieht man den nächsten Strich.

Der Sinn des Forststeigs: Er soll sozusagen abseits der ausgetretenen Wanderpfade (vor allem des berühmten Malerwegs) die wildere Seite des Elbsandsteingebirges zeigen. Angelegt ist er als 100 km lange Trekkingroute in 7 Etappen. Übernachtet wird zwischendurch im Freien oder bestenfalls in schlichten Biwak-Unterständen; Verpflegung und Wasser muss man selbst mitschleppen, denn der Forststeig hält sich bewusst fern von Ortschaften.

Forststeig Nikolsdorfer Wände

Forststeig? Fetzt!

Während der Malerweg rechtselbisch bzw. nördlich der Elbe verläuft, führt der Forststeig linkselbisch durch das Gebiet der Tafelberge durch das Bielatal bis in die Böhmische Schweiz. Eine Etappe, bzw. ein Teil einer Etappe, ist der Weg von den Nikolsdorfer Wänden zum Labyrinth bei Langenhennersdorf.

Nikolsdorfer Wände oder Labyrinth? Zwei tolle Kinderparadiese

Wir empfehlen euch den Forststeig für eine Art erweiterte Labyrinth-Tour. Dabei könnt ihr neben dem Labyrinth selbst und den unvermeidlichen Menschenmassen dort auch den totalen Gegenpart erleben: Nur wenige hundert Meter weiter nördlich des Labyrinths tut sich eine andere Welt auf, wo ihr ziemlich sicher allein sein werdet – und nicht weniger beeindruckt.

Forststeigac Nikolsdorfer Wände

Die Nikolsdorfer Wände sind ebenfalls ein Labyrinth

An den Nikolsdorfer Wänden, rund um die Felsenschlucht namens Richters Grund, ist man zwischen zehn Meter hohen moosbewachsenen Felsbrocken und dunklen Tannen fast komplett allein. Hierhin und dorthin stromern die Kinder, und wenn man genau hinschaut, sieht man zwischen den Farnsträuchern Zwergenmützen auftauchen und Feenflügel flirren… Das finden zumindest unsere Kinder genauso toll wie das Labyrinth.

Forststeig Nikolsdorfer Wände

Forststeig Nikolsdorfer Wände

Mit der Nikolsdorfer Nadel gibt es hier auch einen schönen Aussichtspunkt

Dort geht es deutlich enger zu, da sich alles in einem einzigen Felsstock abspielt. Der ist allerdings so stark zerklüftet, dass man sich als Familie superschnell aus den Augen verliert, also aufgepasst! Es hilft sehr, wenn man die Zahlen von 1 bis 21 lesen kann, denn diese markieren den „richtigen“ Weg durch die Felsspalten und Klüfte.

Verlorengehen kann man trotzdem kaum: Im Labyrinth ist immer so viel los, dass sich im Notfall eine andere Familie um eure verlorenen Kinder kümmern wird ;-)

Wegbeschreibung zum Felsenlabyrinth Langenhennersdorf: oneway oder Rundweg

Die beiden komplett verschiedenen Kinderparadiese der Sächsischen Schweiz liegen direkt nebeneinander. Auf unserer familientauglichen Tour könnt ihr beide Welten verbinden.

So haben beide Parteien etwas: Die Eltern genießen die Ruhe und die Natur in den Nikolsdorfer Wänden, die Kids quetschen sich freudig durch die Felsspalten im Labyrinth und kümmern sich herzlich wenig darum, dass dort eher Spielplatz-Atmosphäre herrscht.

Felsenlabyrinth Langenhennersdorf

Los geht die Wanderung durch die Nikolsdorfer Wände

Euer Weg führt euch von Nikolsdorf zuerst in Bärs Grund hinein, wo ihr den Forststeig betretet – er führt vom Walderlebniszentrum Leupoldishain aus in den Wald. Statt sklavisch den Wegmarkierungen zu folgen, ermutigen wir euch unbedingt, hier in den Nikolsdorfer Wänden auch mal vom Weg abzugehen!

Erkundet den parallel verlaufenden Richters Grund und besteigt die Nikolsdorfer Nadel – genießt die Ruhe zwischen den steilen Felsen und spielt Verstecken, legt eine Stegreif-Aufführung auf der abgeschiedenen Waldbühne ein oder was auch immer. Bei dieser kurzen Wanderung habt ihr Zeit für viel Spaß unterwegs, unsere Kids finden das immer toll.

Nikolsdorfer Wände

Die geheimnisvolle Waldbühne mitten zwischen den Felsen – was hier wohl gespielt wird, und wann??

Nikolsdorfer Wände

Der Weg von den Nikolsdorfer Wänden zum Felsenlabyrinth ist nämlich nicht einmal 4 km lang, wenn ihr ihn in einer Richtung lauft. Das ist gut machbar, weil ihr sowohl Start als auch Ziel mit dem Bus erreicht.

Von den Nikolsdorfer Wänden zum Felsenlabyrinth Langenhennersdorf: die Karte

Auf der Karte von Mapy haben wir unseren Wandertipp zum Felsenlabyrinth Langenhennersdorf über die Nikolsdorfer Wände markiert.

Tipp: Ladet euch jegliche Handy-Karten offline herunter, bevor ihr loswandert. In der Sächsischen Schweiz ist der Funk-Empfang oft sehr schlecht oder gar nicht vorhanden!

So erreicht ihr Start und Ziel der Wanderung

Der Bus 246 fährt von Pirna (direkt neben dem S-Bahnhof) bis nach Leupoldishain. Steigt aus und lauft ein paar Meter an der Straße entlang, bis ihr am ersten Wegweiser-Pfahl rechts in den Wald abbiegt. Der Endpunkt eurer Wanderung ist mit der Haltestelle „Langenhennersdorf Abzweig Labyrinth“ erreicht, von wo euch die Linie 245 ebenfalls nach Pirna zum S-Bahnhof bringt.

Wer mit dem Auto kommt, parkt am besten neben dem Walderlebniszentrum Leupoldishain. Als Autofahrer müsst ihr die Strecke hin und zurück laufen. Aber weil so viele verschiedene Wege durch den dichten Wald und die Felsstöcke führen, ist auch das sehr cool: Ihr müsst nicht denselben Weg zweimal gehen, wenn ihr das nicht wollt.

Nikolsdorfer Wände

Wenn ihr einen schmalen Felsdurchgang durchstiegen habt und den Labyrinthwächter schräg rechts vor euch aufragen seht, winkt ihr dem Forststeig zum Abschied zu und wendet euch nach rechts. Ihr habt das Felsenlabyrinth Langenhennersdorf erreicht. Das könnt ihr an verschiedenen Stellen betreten, am besten funktioniert es aber, wenn ihr den „offiziellen“ Eingang am Labyrinthwächter nehmt.

Geht also um den Felsen herum, bis ihr eine steile Leiter aufragen seht, die mitten in einer Felsspalte endet. Steigt ihr hinauf, seht ihr an den Felsen eine weiße 1 gemalt – die erste von 21 Ziffern, die ihr der Reihe nach entdecken müsst, um die komplette Route und den richtigen Ausgang aus dem Felsenlabyrinth Langenhennersdorf zu finden!

Felsenlabyrinth Langenhennersdorf

Der Eingang zum Felsenlabyrinth Langenhennersdorf

Felsenlabyrinth Langenhennersdorf

… geht direkt aufregend weiter!

Als Abschluss empfiehlt sich ein Picknick auf dem Felsplateau des Labyrinths, von wo ihr die Versuche der anderen Familien bekichern könnt, die noch den richtigen Weg suchen. Wie fast überall in der Sächsischen Schweiz gilt: Es gibt keine Zäune oder Warnschilder vor den Felskanten – passt auf eure kleinen Kinder auf, bei Abstürzen kann man sich hier schwer verletzen!

Für den Rückweg müsst ihr nur noch einen Kilometer zurücklegen, wenn die Bushaltestelle in Leupoldishain euer Ziel ist – und es geht bergab. Wer zurück zum geparkten Auto muss, der sollte sich etwas mehr Kraft aufsparen, denn dann sind es von hier noch knapp 3 km Weg, allerdings geht es auch hier größtenteils bergab.

Das Felsenlabyrinth Langenhennersdorf besuchen: Das müsst ihr wissen

Unser wichtigster Tipp: Kommt bloß nicht an Wochenenden oder an einem Nachmittag in den Schulferien hierher! Das Felsenlabyrinth Langenhennersdorf ist als kinderfreundlich in ganz Sachsen bekannt. Entsprechend kommen alle Familien hierher, die mit ihren Krabbelkindern, Laufanfängern und Kita-Krakeelern noch keine „richtige“ Wanderung machen wollen.

Das Resultat: Man hört das Stimmengewirr und das Kinderkreischen schon von Weitem durch den Wald, wie ein riesiges Schwimmbad. Zwischen den Felsen des Labyrinths ist es mitunter so laut, dass man die Schönheit dieses Ortes gar nicht mehr wahrnimmt. Zu beschäftigt ist man damit, sich vor herumrennenden Kids in Sicherheit zu bringen oder aufzupassen, nicht auf diese draufzutreten.

Felsenlabyrinth Langenhennersdorf

Kinder, wohin man schaut!

Da viele der Felsspalten im Labyrinth sehr schmal sind, steht man auch gern mal geduldig Schlange, bis Jayden oder Chantal es geschafft haben. Oder bis Oma Inge gemerkt hat, dass sie doch nicht auf den nächsten Felsenabsatz raufkommt.

Denn: Nirgends steht, dass das Felsenlabyrinth Langenhennersdorf kleinkindertauglich ist, auch wenn das alle meinen. Vor allem der Einstieg über die Leiter am Labyrinthwächter ist richtig schwierig. Den schafft kein Kind unter 10 Jahren allein – und Eltern mit wackligen Beinen oder dicken Bäuchen auch nicht!

Felsenlabyrinth Langenhennersdorf

Teilweise wird es hier sehr eng…

Um durch Felsspalten zu kriechen und über Steinbrocken zu klettern, muss man sich auch mal die Hände schmutzig machen. Das wird im Felsenlabyrinth Langenhennersdorf definitiv passieren, kleidet euch also entsprechend. Feste Schuhe sind generell sinnvoll in der Sächsischen Schweiz, mit Flipflops habt ihr hier nichts verloren.

Felsenlabyrinth Langenhennersdorf

Auch wenn das Felsenlabyrinth Langenhennersdorf ein enorm beliebter Picknickplatz ist – hier gibt es weder Mülltonnen noch Toiletten. Nehmt euren Müll also bitte wieder mit. Und wenn die Kleinen mal Pipi müssen, kein Ding – aber lasst um Himmels willen das Klopapier (also die Taschentücher) nicht direkt am Wegrand liegen!

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Jenny

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