New York

New York ganz bunt: Wie wir zufällig in die Pride Parade hineinstolperten

Unser Mädelstrip nach New York erscheint mir im Rückblick wie ein wilder Wirbel aus Eindrücken, Klängen, Farben und Geschmäckern. Einen ganz besonders bunten Regenbogen, verbunden mit viel Glitzer und Tamtam, fügte die New York Pride Parade hinzu – in die wir ganz unbeabsichtigt hineinstolperten. Ein echtes New York Highlight!

New York Pride Parade

Die New York Pride Parade – was für ein Fest!

Lange hatten wir günstige Flüge nach New York im Frühsommer gesucht und waren schließlich auf ein Zeitfenster rund um den 24. Juni gestoßen – hier kosteten Flugtickets mit Iceland-Air erschwingliche 500 Euro. (Umsteigen auf Island gehörte dazu, aber hey – no risk, no fun!)

Gefunden, gebucht. Nun galt es, eine Unterkunft zu finden. Und da suchten wir überraschend lange – Hotels gab es über das gesuchte Wochenende gar keine bezahlbaren mehr (und wir waren nicht knapp dran, es war gerade Februar!!)! Was war nur los in New York am 24. Juni, war da ein Feiertag? Wir schüttelten die Köpfe und fanden am Ende zum Glück ein hübsches Apartment im gar nicht gruseligen Harlem.

Den überraschenden Unterkunfts-Engpass in New York hatten wir schon wieder vergessen, als wir unsere fünf Tage in New York genossen. Hier war jeden Tag so viel los, dass es gar keinen extra Feiertag brauchte, yay!

New York Times Square nachts

New York ist bunt, laut, toll: nicht nur am Times Square

Und doch: Irgendetwas besonderes schien heute hier zu passieren – merkten wir immer deutlicher, als wir am Sonntag an der südlichen Spitze von Manhattan in die Staten Island Ferry stiegen und im Wartebereich auf mehrere äußerst bunt und spärlich bekleidete Menschen stießen. Die schauten uns stolz an und reckten ihre Buttons und Fähnchen mit der Aufschrift „Pride“. Pride? Da war doch was…

New York Pride Parade Metro

Wohin die wohl wollen…?

Die New York (Gay) Pride Parade: und wir mittendrin

Lassen wir die Katze aus dem Sack: Wir waren in New York gelandet, ohne zu wissen, dass an diesem Wochenende die jährliche Pride Parade stattfand – das wahrscheinlich weltgrößte Event der LGBT-Szene, das die Berliner Love Parade wie einen Laternenumzug im Kindergarten dastehen lässt.

New York Pride Parade

Huch! Überall Pride Parade…

New York Pride Parade

Auf einem mehrere Kilometer langen „U“ ziehen die Feiernden, ganz ähnlich wie bei der guten alten Love Parade, mit Festwagen und viel Musik über die Fifth Avenue durch den Midtown-Bereich von Manhattan nach Greenwich Village; die Route sieht jedes Jahr etwas anders aus. Immer führt sie jedoch am „Stonewall Inn“ vorbei: Dort fanden im Jahr 1969 die „Stonewall Riots“ statt, die heute als Geburtsstunde der homosexuellen Emanzipationsbewegung gelten.

New York Pride Parade Festwagen

Die USA kommen ja heutzutage (und auch generell) oft eher als religiös konservatives, bigottes und ziemlich verklemmtes Land rüber. Aber New York ist eben nicht wie der Rest der USA.

Die LGBT-Szene in New York ist groß und öffentlich akzeptiert; Schwule, Lesben und wild verkleidete Drag Queens sieht man an jeder Ecke selbstbewusst ihr Leben leben. Mehr als 250.000 Einwohner*innen (oder lieber Einwohnende?) von New York zählen sich selbst als LGBT.

New York Pride Parade

New Yorker sind selbstbewusst, auch ohne Pride Parade

Was wir aber sahen, als wir an der Christopher Street (jaha!) aus der U-Bahn stiegen, hätten wir uns nie vorstellen können. Wir waren in einem regelrechten Meer aus knallbunten Federboas, Lack-und-Leder-Kombinationen und regenbogenfarbenen Fähnchen gelandet.

New York Pride Parade

Ein Meer aus Farbe und Freude

New York Pride Parade

Um uns herum drängten sich Zuschauer jeden Alters, jeder Größe und jeder Körperform, die mindestens genauso fantasievoll verkleidet waren wie die Marschierenden hinter und vor den Festwagen. Und ja, all die Leute habe ich natürlich höflich gefragt, ob ich sie für meinen Blog fotografieren kann.

New York Pride Parade

New York Pride Parade Mann mit Bart

Hauptsache pink!

New York Pride Parade

Uiuiui…

Es brauchte nur etwa zwei Minuten, bis wir von der ausgelassenen Stimmung der Leute um uns herum angesteckt waren. Wir johlten, pfiffen und jubelten aus vollem Hals mit, schnappten uns an einem Souvenirstand ein paar zünftige regenbogenfarbene Accessoires (und wunderten uns erst viel später über die vielen „Happy Pride!“-Grüße. Hey, wir sind nur gute Freundinnen!)

New York Pride Parade Souvenirs

Erst mal landestypisch einkleiden…

Wummernde Techno-Beats, hochgerissene Arme, immer wieder Ellenbogen-Stupser: „Schau mal, der da! Und da drüben!“, im Takt der Festwagen weitergeschoben werden und ständig freundliche „Oh, sorry“-Entschuldigungen für jeden Rempler (nirgends wird freundlicher gedrängelt als in New York) – und plötzlich waren wir durch einen Kiosk mit zwei Ausgängen versehentlich in eine Seitengasse abgebogen.

Hier erlebten wir die „Rückseite“ der New York Pride Parade: Verschiedene Teams bereiteten sich auf die nächste Runde vor, steckten Kostüme fest, zogen Lidstriche nach und tanzten sich schon mal warm. Herrlich!

New York Pride Parade

Hinter den Kulissen der New York Pride Parade…

New York Pride Parade

… sieht es genauso spannend aus wie vorn auf der Bühne!

Wir bummelten ein wenig erschöpft, aber mit einem wilden Grinsen auf den Gesichtern erst einmal weiter zum Chelsea Market, um uns zu stärken. Und staunten dann nicht schlecht, als wir im Schein der untergehenden Sonne die Spitze des Empire State Buildings und den Madison Square Garden aufleuchten sahen – die trugen zur Feier des Tages ebenfalls Regenbogenfarben!

New York Pride Parade Madison Square Garden

Madison Square Garden und Empire State Building feiern mit

Nach New York reisen zur Pride Parade?

Wenn ihr im Juni nach New York reisen wollt, dann schaut genau, an welchem Sonntag die Pride Parade stattfindet. Der Termin bedeutet auf der einen Seite ausgebuchte (oder wenigstens teure) Hotels, aber auch: noch mehr New-York-Spaß in dieser ohnehin schon atemberaubenden Stadt!

Das Pride Fest dauert eine ganze Woche, aber das merkt ihr wahrscheinlich nur, wenn ihr das Nachtleben und die LGBT-Szene von New York frequentiert. Es könnte ein paar mehr regenbogenfarbene Fähnchen im Stadtbild geben als normalerweise, vor allem in Chelsea und im West Village.

Die abschließende New York Gay Pride Parade ist ein Mega-Ereignis. In ganz Manhattan gibt es an diesem Sonntag Straßensperrungen und Umleitungen, also aufgepasst!

New York Pride Parade Pinterest

Die genaue Route der Pride Parade findet ihr in jeder Tageszeitung und in jedem Online-Magazin, einfach googeln mit Ecosia suchen. Und sie eignet sich durchaus auch für Familien mit Kindern und Leute, die weder L noch G oder gar B und T sind ;-)

Übrigens: Im Jahr 2019 jährten sich die „Stonewall Riots“ zum 50. Mal. Zu diesem Anlass wurde bis zum 30. Juni die „WorldPride“ in New York gefeiert, die größte LGBT-Party der Welt. Die Feiern reichten über den gesamten Juni. Mehr als 50 Veranstaltungen und natürlich die große NYC Pride Parade zogen mehr als drei Millionen Besucher an. Wahnsinn!

New York Pride Parade Google

Die New York Pride Parade: kann man auch googeln ;-)

Wart ihr schon im Juni in New York? Habt ihr die Pride Parade gesehen – und wart ihr auch so geflasht wie wir?

2 Kommentare

    • Danke! Zugegeben, profimäßig sind die nicht; waren ja auch eigentlich nur als private Schnappschüsse gedacht. Aber als ich dann nochmal durchgeschaut habe, wollte ich sie doch mit euch teilen :-)

      Liebe Grüße
      Jenny

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