Frankreich

2 Wochen Nordfrankreich-Rundreise mit Kind: Champagne, Normandie & Lothringen

Charnette Schnabel

Durch Champagne, Normandie und Bretagne, ins sogenannte „Zentrum“ und wieder zurück über Lothringen fuhren wir 3.000 km durch Frankreich. Landschaftlich und auch kulinarisch wurden wir auf unserer Nordfrankreich-Rundreise nicht enttäuscht. 

Golf du Morbihan

Der Golf du Morbihan zur blauen Stunde ©Charnette Schnabel

Im August 2018 haben wir eine sehr abwechslungsreiche Nordfrankreich-Rundreise mit Kind gemacht: Es ging von unserer Heimat in Oberschwaben über die Champagne in die Normandie. Nachdem wir dort viele schöne Ausflüge gemacht hatten, kehrten wir der Küste den Rücken und machten einen (leider viel zu kurzen) Abstecher in die Bretagne an den Golf du Morbihan. Die Heimreise unterbrachen wir mit je einem Aufenthalt in Montmirail (zwischen Nantes und Paris) und Lothringen.

Unterwegs nächtigten wir in tollen Bed & Breakfasts, gemütlichen Hotels und alten Schlössern. Unsere Übernachtungen, empfehlenswerte Restaurants und natürlich die schönsten Ausflüge mit Kind stelle ich euch in diesem Beitrag vor.

Stationen unserer Nordfrankreich-Rundreise mit Kind

Um euch einen Überblick über die 3.000 km lange Fahrtstrecke zu geben, seht ihr hier unsere Stationen auf einer Landkarte – die tatsächliche Fahrtstrecke war wegen zahlreicher Ausflüge noch ca. 500 km länger.

Etwas genauer waren das unsere 13 Tage Nordfrankreich-Rundreise:

  1. von Süddeutschland nach Mutigny in der Champagne -> ca. 600 km
  2. von Mutigny nach Honfleur -> ca. 350 km
  3. Pause: Badetag in Benerville-sur-Mer am Atlantik
  4. Ausflug an die Falaises Étretat
  5. von Honfleur nach Vergoncey bei Mont Saint Michel -> ca. 180 km
  6. Château de Bouceel – Auszeit im Schloss
  7. Ausflug an die Côte d’Emeraude, nach Cancale und Saint-Malo
  8. von Vergoncey nach Arradon, an den Golf von Morbihan -> ca. 190 km
  9. Regentag: Ausflug auf die Île-aux-Moines
  10. von Arradon nach Montmirail -> ca. 320 km
  11. Ausflug nach La Ferté-Bernard und an den Loir
  12. von Montmirail nach Vaux bei Metz -> ca. 500 km
  13. von Vaux zurück nach Biberach -> ca. 420 km

Achtung: Wir haben bei unseren Etappen immer den schnellsten Weg über die Mautstraßen genommen. So entstanden Mautkosten von insgesamt 128,70 €.

1. Etappe: Deutschland – Mutigny (Épernay/Champagne)

Nach einem langen Fahrtag bei hochsommerlichen Temperaturen von 36° C kamen wir am frühen Abend in Mutigny im Manoir de Montflambert, einem alten Adelsanwesen an. Unser Apartment war nett eingerichtet und der Kühlschrank selbstverständlich mit verschiedenen Champagnern des Gutes gefüllt.

Der Adelssitz Manoir de Montflambert in Mutigny in der Champagne

Manoir de Montflambert in Mutigny in der Champagne ©Charnette Schnabel

Schlafzimmer im Gutshof Manoir de Montflambert

Romantisches Zimmer unseres Apartements im Manoir de Montflambert ©Charnette Schnabel

Auf Empfehlung sind wir über die Champagner-Straße nach Ay gefahren und haben in der Rotisserie Henry IV zu Abend gegessen. Ein perfekter Start in unseren Urlaub.

Das Frühstück am nächsten Morgen war ebenfalls sehr gut. Es gab einige Wurst-, Käse- und Marmeladensorten zur Auswahl. Zudem gab es Müsli, Joghurt und guten Kaffee. Unser Ei wurde uns auf Wunsch als „oeuf a la coque“ (weichgekochtes Frühstücksei in der Schale) zubereitet.
Frühstücksraum im Adelshof in der Champagne

Frühstück im Manoir de Montflambert ©Charnette Schnabel

Nach unserer Abreise machten wir noch einen Abstecher nach Hautvillers, wo der Mönch Dom Perignon den Champagner erfunden hat.

Weinpflanzen, Champagnerhügel, Hautvillers in der Champagne

Champagner soweit das Auge blickt – Hautvillers ©Charnette Schnabel

Auf der Fahrt nach Honfleur führte uns das Navi direkt durch Paris und wir konnten einen Blick auf den Eiffelturm erhaschen. Für einen Stopp in Paris fehlte uns aber leider die Zeit. Um die Mittagszeit machten wir eine Pause in Bonnieres-sur-Seine an der Seine. Wie schon an der Autobahn ist uns auch dort die Umweltverschmutzung in Form von Plastikmüll extrem aufgefallen.

Sehenswertes zwischen Mutigny und Honfleur

Wer sich für Geschichte interessiert, dem sagt die Lichtung von Rethondes etwas. Zwei Waffenstillstände wurden im Wald von Compiègne unterzeichnet. Der erste am 11.11.1918 und der zweite 22 Jahre später. Auf der Lichtung wächst seit 1994 als Zeichen der Verbundenheit zwischen Frankreich und Deutschland eine Eiche.

2. Etappe: Mutigny – Honfleur: Ausflüge in der Normandie

Unser Apartment im Bed & Breakfast „La Cour Sainte Catherine“ (einem reizenden Kloster aus dem 17. Jahrhundert) lag nur 5 Gehminuten vom Zentrum entfernt. Unsere Zimmer befanden sich im 1. und 2. Stock eines schnuckligen Gebäudes. Wir hatten eine kleine Küche mit Kühlschrank und Eisfach, was sich als sehr praktisch erwies.

Zimmer im Apartement im "La Cour Sainte Catherine" in Honfleur

Unser Apartement im „La Cour Sainte Catherine“ in Honfleur ©Charnette Schnabel

Das Frühstück im grünen Innenhof war super! Leckere Croissants, Schoko-Croissant, Baguette, Ei nach Wahl, verschiedene Käse und Wurst zur Auswahl, Cafe au lait, Saft nach Wahl und verschiedene Marmeladen. Wirklich, es gab nichts, was uns gefehlt hätte.

Innenhof im Bed & Breakfast "La Cour Sainte Catherine

Innenhof in unserem Bed & Breakfast „La Cour Sainte Catherine“ in Honfleur ©Charnette Schnabel

Entgegen unserer Erwartungen war Honfleur voll. Komplett überlaufen von extrem vielen Touristen und das bei 34°C. Wir haben uns Honfleur trotz der Menschenmassen angesehen und waren begeistert. Wunderschöne Häuser, eine tolle Promenade und ein pittoresker Hafen haben uns überzeugt.

Nach einem leckeren Eis aus der Bauernhofeisdiele „Glace de la Ferme“ und nach Muscheln und Fritten im „Le Café du Port“ waren wir auch kulinarisch in der Normandie angekommen. Apropos kulinarisch: In der normannischen Küche gibt es die drei wichtigen C’s. Cidre, Calvados und Camembert. Wir haben alle drei probiert und uns auch reichlich für zu Hause eingedeckt. Tipp: wem der Calvados zu stark ist, der kann auch einen Pommeau als Aperitif bzw. Digestif trinken. Ein Pommeau ist ein frischer Apfelsaft, der durch Zugabe von Calvados am Gären gehindert wird und so das volle Apfelaroma behält.

Baden an der Côte Fleurie

Die Blumenküste der Normandie erstreckt sich von der Seine-Mündung bis zur Orne-Mündung. Dazuwischen reiht sich ein Seebad ans Nächste. Der Strand in Honfleur lud nicht zum Baden ein und so machten wir uns auf den Weg Richtung Deauville und Trouville, Houlgate und Cabourg. Aber auch dort war es, wie in Honfleur sehr überlaufen. Nach einem Blick auf die Karte haben wir uns für Blonville-sur-Mer, genauer für den Plage du Blonville-Est entschieden.

Geparkt haben wir in der Avenue Beausejour kostenlos. Und weil es auch dort 34° C warm war und die Sonne auf uns niedergebrannte, kauften wir einen Sonnenschirm an einem Kiosk und schlugen unser Lager am Strand auf. Herrlich, dieser große Naturspielplatz. Ebbe und Flut haben uns ganz schön beschäftigt.

Ausflug an die Falaises d’Aval (Kreideklippen)

Wer sich die Kreideklippen ansehen möchte, sollte das in der Hochsaison auf keinen Fall in Étretat machen! Das Städtchen wird von Touristen überrannt. Diese Erkenntnis hat uns über eine Stunde Zeit gekostet.

Auf dem Weg zurück nach Le Tilleul (was übrigens „die Linde“ heißt) sind wir irgendwann rechts abgebogen und haben einen Parkplatz für den Plage d’Antifer gefunden (hier der Plus Code: M5PX+G2 Le Tilleul, Frankreich). Von dort ging es ca. 2 km leicht bergab, zuerst durch ein Wäldchen und dann zwischen Wiesen an einen öffentlichen Kiesstrand. Wir hatten Glück und konnten dank Ebbe sehr viel sehen und erleben.

Am Ende des Strandes entdeckten wir Gänge, die in die Felsen geschlagen waren. Vermutlich gehörten sie zur Verteidigungsanlage. Hindurchgeklettert, sahen wir die restliche, menschenleere Küste und auch die berühmten Torbögen.

Die Kreideklippen Falaises d'Aval in Etretat

Die Kreideklippen Falaises d’Aval in Etretat ©Charnette Schnabel

Zurück in Honfleur gönnten wir uns im Innenhof bei „Elfer raus“ und „Uno“ eine Vorspeise: Foie gras mit Knusperbaguette und Cidre. Dann kam endlich das ersehnte Gewitter und die Temperaturen fielen auf 22° C. Nach dem Gewitter gingen wir in die „Crêperie des Arts“ und aßen einen Nachtisch.

3. Etappe: Honfleur – Vergoncey

Für die 180 km lange Strecke von Honfleur nach Vergoncey müsst ihr ca. 2,5 Stunden einplanen. Allerdings gibt es auf der Fahrt so viel zu sehen, dass man sich vorher überlegen sollte, wo man anhalten möchte. Hier ein paar Empfehlungen von uns:

Pegasus Memorial in Bénouville

Ein Museum, erbaut am Ort des Geschehens, den britischen und kanadischen Fallschirmtruppen gewürdigt, die mit der „Operation Overload“ den Angriff auf Hitlers Festung Europa eröffneten. Viele toll erhaltene Exponate, etwa die Brieftaube, die es mit der Erfolgsmeldung über den Kanal schaffte, vermitteln ein vielschichtiges Bild des damaligen Geschehens. Im Außenbereich stehen die originale Pegasus-Brücke sowie der Horsa-Lastensegler. Für Kinder leider schwierig zu verstehen, da die Führungen nur auf Französisch oder Englisch angeboten werden.

Die alte Bischofsstadt Bayeux

Den Mittelpunkt der verwinkelten Altstadt mit Bürgerhäusern aus dem 14. bis 18. Jahrhundert bildet die gothische Kathedrale Notre-Dame de Bayeux. Hauptattraktion der Stadt ist aber nicht die Kathedrale, sondern der 70 m lange Wandteppich („Telle de Conquest“) aus dem Jahr 1077 im Centre Guillaume-le-Conquérant.

Kathedrale Notre-Dame de Bayeux

Die Kathedrale Notre-Dame de Bayeux ist der Sitz des Bischofs von Bayeux-Lisieux und eines der bedeutendsten sakralen Baudenkmäler der Normandie ©Charnette Schnabel

Plage du Bec d‘Andaine mit Blick auf den Mont Saint Michel

Der kilometerlange weiße Sandstrand Bec d’Andaine bei Genêts bietet einen schönen Blick auf den Mont Saint Michel und lädt zum Verweilen ein. Beim Spazieren und Sandburgen bauen vergeht die Zeit wie im Flug. Auf dem Parkplatz, einer großen Wiese ca. 300 m vor dem Strand, kann man Füße waschen und Toiletten nutzen.

Weitere sehenswerte Zwischenstopps

  • Landungsstrände des D-Day: Sword Beach, Juno Beach, Gold Beach, Omaha Beach und Utah Beach
  • Caen: eine vor 1.000 Jahren auf der Insel zwischen den Flüssen Orne und Odon errichtete Festung. 1944 zerstört und danach wieder restauriert, entstand das neue Caen, eine grüne Stadt mit vielen Cafés und Boutiquen.

Fürstlich residieren im Château de Bouceel bei Vergoncey

Unser Sohn schwärmte noch Wochen nach dem Urlaub vom Château de Bouceel. Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1763, die Geschichte geht aber zurück bis ins 12. Jahrhundert und ist von jeher im Besitz der Grafen von Roquefeuil. Das Innere ist restauriert und noch immer sehr imposant. Die Gästezimmer sind den Urahnen gewidmet. Unser Zimmer hieß „Nelly“ und war mit einigen Gemälden eben dieser dekoriert.

Zimmer Nelly im Château de Buceel

Unser Zimmer „Nelly“ im Château de Buceel ©Charnette Schnabel

Die Lage ist perfekt für Ausflüge zum Mont Saint Michel oder an die Smaragdküste, die Côte d’Emeraude. Hinter einem Nebengebäude liegt ein Pool, natürlich wurde er sofort von uns in Beschlag genommen. Auch sonst gibt es einiges zu entdecken: den Schlosshund, der brav unter den Bäumen darauf wartet, gestreichelt zu werden. Den Enterich Louis de Bouceel, der mit der Flasche aufgezogen wurde und daher sehr zutraulich ist. Die beiden Esel auf der Weide hinter dem See. Die beiden Katzen, von der die zutraulichere, Titi, regelmäßig vor unserer Zimmertür darauf wartete, gestreichelt zu werden. Und nicht zu vergessen die flauschigen Hühner mit ihren Küken, von denen eines Marie Chantal de Bouceel heißt.

Château de Buceel

Das Château de Buceel ist nicht nur auf dem Bild ein Traum ©Charnette Schnabel

Das Schloss und der Schlosspark haben so viel zu bieten, dass wir einen Tag damit verbrachten, alles zu erkunden. Man muss dazu sagen, dass es regnete und wir eine Pause brauchten. Eine kurze Tour nach Avranches wurde von Junior nicht besonders gut angenommen, so kehrten wir zurück zu den Tieren.

Wir meldeten uns für das Abendessen im Schloss an und haben im wahrsten Sinne des Wortes fürstlich gespeist. Als Vorspeise gab es eine kalten Blumenkohlsuppe. Danach ein Schweinefilet in Honigsenfkruste mit Kartoffel/Kohlrabipüree und zum Nachtisch French Toast aus Croissants mit Himbeerpüree. Wir waren begeistert.

Die Austernstadt Cancale

Der nächste Tag begann mit einem typisch französischen Frühstück bei strahlendem Sonnenschein. So fürstlich zu Abend gegessen wird, so spartanisch fällt das Frühstück aus.

Wir machten uns auf den Weg nach Cancale. Im Hafen von Cancale haben wir Austern probiert. Unser Sohn, der Muschelliebhaber, verschlang ganze acht Austern und war begeistert. Wir Erwachsenen aßen jeweils zwei und ja, es hat geschmeckt, aber wir brauchen das definitiv nicht jeden Tag.

Austernstadt Cancale bei Ebbe

Der Hafen von Cancale bei Ebbe©Charnette Schnabel

Saint-Malo mit Intra Muros

Entlang der Côte d‘Emeraude sind wir bis zum Aussichtspunkt Pointe de Grouin gefahren und von dort bis Saint-Malo.

Aussichtspunkt Côte d'Emeraude

Aussichtspunkt am Ende der Smaragdküste. ©Charnette Schnabel

Innerhalb der Stadtmauern liegt der Teil Intra Muros. Die Parkplatzsituation war trotz riesiger Parkplätze vor den Mauern der Stadt unterirdisch. Wir mussten ca. 30 Minuten warten, bis wir endlich einen Platz bekamen. Entsprechend voll war die Innenstadt. Wir haben zum Trost aber eine sehr tolle Eisdiele gefunden und uns ein riesiges Eis in der Waffel gegönnt.

Auf dem Rückweg aßen wir im „Ferme de la Mont Saint Michel“. Leider waren wir mit dem Service dort wirklich nicht zufrieden. Die Kinderfreundlichkeit ließ hier leider zu wünschen übrig.

Dem Mont Saint Michel haben wir keinen Besuch abgestattet. Nachdem wir gesehen hatten, wie überfüllt die Smaragdküste und die Städte waren, haben wir uns gegen diesen Stress entschieden.

Mont Saint Michel Normandie goldene Stunde

Blick auf den Mont Saint Michel in der Normandie zur goldenen Stunde. ©Charnette Schnabel

4. Etappe: Vergoncey – Arradon/Golf du Morbihan in der Bretagne

Auf dieser Etappe lassen sich mehrere tolle Zwischenstopps einlegen, etwa:

  • Vitré: Ab dem 10. Jahrhundert wurde die bretonische Halbinsel gegen normannische Plünderungen befestigt. So wurden mehrere Burgen auf einer Linie zwischen Mont Saint Michel im Norden und der Loire im Süden gebaut. Die Burg von Vitré war die mächtigste. Es entstand im Laufe der Jahrhunderte eine reiche Stadt zu ihren Füßen, die vom Handel und der Tuchmacherei lebte. Vitré wurde nie zerstört, weshalb das mittelalterliche Stadtbild noch immer erhalten ist.
  • Rennes: Die Hauptstadt der Bretagne ist inzwischen kulturelle Hauptstadt des Nordwestens. 1720 wurde die Stadt fast vollständig bei einem Brand zerstört, weshalb heute nicht mehr viel an die bretonische Vergangenheit erinnert.
  • Rochefort en Terre: Das schönste Dorf Frankreichs wird auch als Heidelberg Frankreichs bezeichnet.

Wegen mehrerer Staus entschieden wir uns gegen eine weitere Unterbrechung und fuhren bis Arradon durch. Unser Zimmer im „Le Parc Er Gréo“ konnten wir zum Glück schon um 13:30 Uhr beziehen und so blieb uns noch Zeit, uns am Plage de Loqmiquel in Larmor-Baden zu erholen.

Plage de Locmiquel in Larmor-Baden am Golf du Morbihan

Der Strand Plage de Locmiquel in Larmor-Baden am Golf du Morbihan bildet eine wunderbare Landzunge, die zum Verweilen einlädt ©Charnette Schnabel

Das Hotel ist sehr gemütlich. Nicht überkandidelt, aber trotzdem sehr stilvoll. Zum Abendessen gingen wir auf Empfehlung des Hotelbesitzers ins „La Chaumière de Pomper“ und waren mehr als begeistert. Das Lokal war rammelvoll und das Essen, Crêpes in allen Variationen, war himmlisch. Leider hat das Lokal nur von Dienstag bis Samstag geöffnet. So mussten wir uns für den nächsten Tag etwas anderes suchen.

Crêperie La Chaumière de Pomper

Nachtisch in der Crêperie La Chaumière de Pomper in Baden ©Charnette Schnabel

So schön das Wetter an unserem Fahrtag war, so kalt und nass war der nächste Morgen. Leider.

Golf du Morbihan

Der Golf von Morbihan ist ein Binnenmeer das über eine schmale Passage mit dem Atlantik verbunden ist ©Charnette Schnabel

Den Ausflug auf die Île aux Moines (die Insel der Mönche) machten wir trotzdem. Die Bootsfahrt von Port Blanc dauerte keine 10 Minuten und kostete 13,30 € für uns drei zusammen. Auf eine Rundfahrt durch den Golf du Morbihan mussten wir leider wetterbedingt verzichten. Hätten wir vorher gewusst, wie schön es dort ist, hätten wir unsere Nordfrankreich-Rundreise umgestellt.

Den Nachmittag verbrachten wir am Hotelpool. Zu Abend aßen wir in der Crêperie er Lannic am Port Blanc. Das Essen war einfach, aber gut. Das war übrigens das erste Mal, dass es Nudeln für unseren Sohn gab. Das Essen war nicht günstig, aber die Tarte Tatin war ein Gedicht.

Golf du Morbihan

Der Golf du Morbihan zur blauen Stunde ©Charnette Schnabel

Wir hatten für die Bretagne leider nur zwei Übernachtungen eingeplant. Das war im Nachhinein wirklich eine Fehlentscheidung. Dieses Kapitel haben wir nun kurz geöffnet, für wunderschön befunden und nun müssen wir mit mehr Zeit erneut zurückkommen.

Für unseren nächsten Besuch am Golf du Morbihan müssen wir uns unter anderem die Besichtigung der Altstadt von Vannes aufheben. Die Stadt ist bekannt für ihre bunten Fachwerkhäuser und ihre Kopfsteinpflastergassen, die auf die halbkreisförmige Place Gambetta am Yachthafen zulaufen.

Auch für die sagenumwobenen Menhire von Carnac hat uns die Zeit gefehlt. Ganz zu schweigen von den für die Region bekannten Leuchttürmen.

5. Etappe: Arradon – Montmirail

Ungefähr auf halber Strecke zwischen Arradon und dem Château de Montmirail liegt Angers. Die Hauptstadt des Anjou liegt im Tal der Loire an der Maine. Die Altstadt mit ihrer mittelalterlichen Kathedrale gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Imposant ist das Schloss aus dem 13. Jahrhundert, das mit seinen vielen Türmen wie eine Festung wirkt. Im Innenhof, in der Galerie der Apokalypse ist ein 100 m langer und 4,5 Meter hoher Wandteppich aus dem 14. Jahrhundert ausgestellt. Er stellt den Weltuntergang nach der Johannes-Offenbarung dar.

Wir verbrachten ein paar Stunden damit, die Festung und die Gärten im Inneren der Burganlage zu erkunden. Besonders interessant war der Terrassengarten, der mit Blumen aus dem Mittelalter bepflanzt ist, die auch auf dem Wandteppich der Apokalypse dargestellt sind. Wir mussten schmunzeln, als wir die Weinpflanzen sahen. Für das leibliche Wohl war gesorgt. (Die Gärten versorgten die Bewohner während einer Belagerung).

Château de Montmirail

Im nachhinein müssen wir leider sagen: Diesen Aufenthalt hätten wir uns sparen können. Die Region des Loir hat Sommerferien im August. Die Gegend war komplett ausgestorben, auch alle Restaurants und Bäckereien hatten geschlossen. Wir fanden nach langem Suchen eine einzige Bar im 15 km entfernten La Ferté Bernard. Geschäfte in St. Calais und in La Chartre sur le Loir schlossen um 12 Uhr mittags.

Im Schloss gab es aber außer dem Frühstück nichts zu essen. Da hatten wir wirklich ein Problem. So verbrachten wir viel Zeit damit, nach Supermärkten und Restaurants zu suchen.

Château de Montmirail

Château de Montmirail ©Charnette Schnabel

Das Schloss Montmirail ist eigentlich sehr schön. Wären wir nicht die einzigen Gäste gewesen und hätten wir unsere Zimmertür abschließen können oder wenigstens die Eingangstüre zum Schloss. Die Dame, die für wirklich alles zuständig war, aber eben leider nur sporadisch da war, sprach NUR französisch und leider nur so, dass wir kaum etwas verstanden.

Die Kirchturmuhr neben dem Schloss schlägt jede Viertelstunde, an Schlaf war da nicht wirklich zu denken. Wir waren so oder so ziemlich unruhig, weil wir eben ganz allein im Schloss waren und dieses nicht abgeschlossen war. Für viele mag sich das romantisch anhören, wir fanden es unheimlich.

6. Etappe: Montmirail – Metz in Lothringen

Wir sind froh, dass wir einen Stopp in Reims eingelegt haben und uns die imposante Kathedrale Paroisse Notre-Dame Saint-Jacques angeschaut haben. Sie gehört seit 1991 zum UNESCO-Welterbe und gilt als eine der architektonisch bedeutendsten gotischen Kirchen Frankreichs. Hier wurden jahr­hunderte­lang die französischen Könige gekrönt, auch fanden hier die Friedensgottesdienste 1962 mit Konrad Adenauer und Charles de Gaulles und 2012 mit Francois Hollande und Angela Merkel statt.

Kathedrale von Reims

Die Kathedrale Paroisse Notre-Dame Saint-Jacques von Reims ©Charnette Schnabel

Ein Kurzbesuch in Lothringen

Metz ist die Haupstadt Lothringens und wird auch die Mirabellenstadt genannt. Sie liegt am Zusammenfluss von Seille und Mosel. Die historische Altstadt rund um die Kathedrale St. Etienne ist wirklich wunderschön. Eine Gartenausstellung mit unzähligen Pflanzen und Springbrunnen hat uns ziemlich lange beschäftigt.

Übernachtet haben wir in Vaux im „Par Monts et par Vaux„, einem stylischen Bed & Breakfast mit sehr feinem Frühstück.

Fazit zu unserer Nordfrankreich-Rundreise mit Kind

Wir haben es uns dieses Mal einfach gemacht und uns die Reise von Umfulana planen lassen. Leider fanden wir einige Unterkünfte nicht kindgerecht und haben uns dort nicht 100%ig wohl gefühlt. Erschwerend kam hinzu, dass die Normandie und Bretagne, vor allem in den Küstenbereichen brechend voll war und die Franzosen nicht besonders freundlich waren.

Auch mit dem Essen hatten wir wenig Glück. Für unseren Sohn gab es nicht wirklich viel Auswahl (wir dürfen da meckern, denn unser Sohn isst fast alles, sogar Muscheln und Austern). Auch die Fahrtdistanzen waren zu lang; wir haben sehr viel Zeit im Auto verbracht. Wir würden bei der nächsten Frankreich-Rundreise auf jeden Fall unseren Wohnwagen nehmen.

Empfehlungen für die Nordfrankreich-Urlaubsvorbereitung

Vor allem, wenn das Wetter mal nicht so toll ist, mache ich es mir gerne am Hotelpool gemütlich und schmökere ein Buch. Und natürlich darf auch ein Reiseführer nicht fehlen. Hier hab ich eine kleine Auswahl für euch erstellt:

Wer wie wir gern Highlights aus dem Urlaub nachkocht, dem können wir diese tollen Kochbücher empfehlen:

Tipps von anderen Blogger*innen für Nordfrankreich mit Kindern

Habt ihr schon eine Nordfrankreich-Rundreise mit Kindern gemacht? Wo hat es euch am besten gefallen?

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