Deutschland

Rafting in Sachsen: unsere wilde Paddeltour auf der Neiße

! Aktualisiert am 11. Mai 2021

Rafting in Sachsen, wo und wie soll denn das gehen? Es geht erstaunlich gut, wobei die Neiße – der Grenzfluss zwischen Deutschland und Polen – zum Glück nicht allzu wild für eine Anfänger-Paddeltour fließt. Auch mit kleinen Kindern macht Rafting im “wilden Osten” viel Spaß und ist ein tolles Naturerlebnis in einer echten Geheimtipp-Ecke von Sachsen.

Rafting in Sachsen

Rafting auf der Neiße: echt nice!

Zu meinem Geburtstag habe ich mir schon zweimal selbst ein Geschenk gemacht: eine Rafting-Tour auf der Neiße mit (fast) allen meinen Freunden. Zusammen sind wir in einer großen Truppe von Deschka nach Rothenburg gepaddelt. Die Kombination aus unberührter Natur, ein bisschen Nervenkitzel und dem verrücktesten Zwischenstopp der Welt, der Kulturinsel Einsiedel, macht diese Tour zu einem echten Highlight.

Wenn ihr meint, dass ihr Sachsen schon kennt, weil ihr mal in Dresden und in der Sächsischen Schweiz wart, dann habt ihr euch geschnitten. Wetten, im “wilden Osten” direkt an der polnischen Grenze wart ihr noch nie? Dabei gibt es in Ostsachsen bzw. in der Oberlausitz zwischen Zittau, Görlitz und Niesky, eine Menge zu entdecken – und gaaanz wenige Touristen. Echtes Geheimtipp-Potenzial!

Rafting in Sachsen Neiße

Eine Paddeltour auf der Neiße – östlicher geht’s nicht

Oberlausitz mit Kindern: sooo viel zu tun!

In der Oberlausitz – das ist eine Region, die zu etwa zwei Dritteln in Sachsen, einem Drittel in Polen und einem Winzbisschen in Brandenburg liegt – gibt es auf den ersten Blick nicht viele Highlights. Vor allem Felder, Hügel und lichte Auwälder, ehemalige (und noch aktive) Braunkohle-Tagebaue ziehen am Autofenster vorbei, dazwischen viele kleine Seen, die oft künstlich entstanden sind als Überreste von Tagebauen und Steinbrüchen.

-> Hier sind unsere absoluten Sachsen-Highlights für Familien (und alle anderen)

Die Ortsschilder sind hier zweisprachig – ein Teil der Oberlausitz gehört zum Siedlungsgebiet der Sorben, von denen hier etwa 20.000 Menschen leben. Viele von diesen sprechen heute wieder Sorbisch, lernen Sorbisch in der Schule und pflegen sehr selbstbewusst ihre Traditionen. Ansonsten ist außerhalb von Görlitz und Bautzen nicht viel los; viele junge Menschen ziehen nach der Schule weg, um in Dresden, Berlin oder gar im Westen (raun!) zu arbeiten und zu leben.

Von Touristen wird die Oberlausitz gern übersehen, weil davor der berühmte Spreewald in Brandenburg, das berühmte Dresden in Mittelsachsen oder die berühmte Sächsische Schweiz liegen und alle Blicke auf sich ziehen. Aber es lohnt sich sehr, weiterzufahren – nicht nur zum Wildwasser-Rafting!

Ein Grund, der für einen Kurzurlaub allein schon genügt, ist die Kulturinsel Einsiedel in Zentendorf, das direkt an der polnischen Grenze liegt – und die Kulturinsel selbst ist inzwischen schon über die Grenze gewachsen. Weiter unten schreibe ich mehr über diesen fantastischen Freizeitpark, der jedes Kind sofort in seinen Bann zieht – dafür lege ich meine Hand ins Feuer.

Sachsen Kulturinsel Einsiedel

Die Kulturinsel Einsiedel ist… ziemlich unbeschreiblich

Weitere “Attraktionen” in der Oberlausitz sind der Stausee in Quitzdorf oder die “Blaue Adria” bei Bautzen, oder ganz allgemein das “Lausitzer Seenland” – ein großes Gebiet ehemaliger Tagebaue, die seit einigen Jahren im Zuge der Renaturierung geflutet und zu einem Wassersport- und Erholungsgebiet umgestaltet werden.

Für Familien ein echt cooler Geheimtipp ist der Nostalgie-Spielplatz im Örtchen Kaltwasser; hier findet ihr sämtliche Spielgeräte und Rummel-Attraktionen, an die ihr euch aus eurer Kindheit erinnert, und könnt sie alle ausprobieren. Der Eintritt von 4,50 Euro für Erwachsene lohnt sich sehr, wenn man gern mal wieder Kind sein will.

Eine zumindest sachsenweit sehr bekannte Attraktion ist der Saurierpark Kleinwelka; hier haben wir schon zu DDR-Zeiten über die vielen lebensechten Saurier-Modelle gestaunt, die dort ein kleines Wäldchen bevölkern. Inzwischen sind es über 200 Figuren, die eigene Stimmen haben und Besucher sehr unterhaltsam über die Frühgeschichte unseres Planeten aufklären. Zusammen mit der riesigen Netzkletteranlage, dem Wasserspielplatz und der Ausgrabungsanlage bietet der Saurierpark heute genug zu tun für einen kompletten Tagesausflug.

Apropos Ausflug: Wenn ihr in der Gegend seid, müsst ihr natürlich auch einen Stadtbummel durch Bautzen und einen durch Görlitz machen. Beide Städtchen sind nicht groß, aber richtig schön mit ihren restaurierten Stadtkernen, den verwinkelten Gassen und den alten Häusern. Instagrammer kennen garantiert auch den Kromlauer Park bei Görlitz, in dem die berühmte halbrunde Rakotz-Brücke steht, die dank der Spiegelung des Sees darunter wie ein perfekter Kreis wirkt. (Und seit Jahren renoviert wird – ihr habt also nichts verpasst, wenn ihr noch nicht dort wart!)

Bautzen

Bautzen in der Oberlausitz ist ein echt schönes Städtchen

Sachsen Bautzen

Ich könnte noch viel mehr To-dos in der Oberlausitz aufzählen, vom Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, dem Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, der UNESCO-Weltkulturerbe ist, bis zum winzigen Zittauer Gebirge am südlichen Rand der Lausitz – aber heute konzentrieren wir uns ja auf den Wassersport in der Oberlausitz, genauer: Rafting auf der Neiße.

Rafting in Sachsen Neiße

Gar nicht mal so unkrass, oder?

Wildwasser-Rafting in Sachsen??

Wer jetzt an schäumende Stromschnellen denkt, den muss ich enttäuschen – sooo wild geht es beim Wildwasser-Rafting auf der Neiße nicht zu, und auch kein anderer Fluss in Sachsen lässt sich in die höheren Wildwasser-Kategorien einordnen. Trotzdem kann man auf der Neiße (und auch auf der Mulde im Erzgebirge) ganz hervorragend mit einem Schlauchboot fahren, und es gibt durchaus einige Stücke mit kleinen Wehren und Staustufen, die beim Heranpaddeln plötzlich deutlich krasser aussehen als gedacht.

Die Görlitzer Neiße ist ein 254 km langer Nebenfluss der Oder. Bis zum Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Polen, das südlich von Zittau liegt, bildet die Neiße auf etwa einem Kilometer die Grenze zwischen Deutschland und Tschechien, danach ist sie Grenzfluss zu Polen. Nachdem sie durch Görlitz und seine Partnerstadt Zgorzelec geflossen ist, den Fürst-Pückler-Park bei Bad Muskau und die Niederlausitz in Brandenburg durchquert hat, mündet sie zwischen Guben und Eisenhüttenstadt in die Oder.

Auf ihrem Lauf überwindet die Neiße 742 Höhenmeter und hat damit eine für deutsche Flüsse recht ordentliche Strömungsgeschwindigkeit. Nur ganz wenige andere Flüsse in Nord-Ostdeutschland haben Wildwasserabschnitte wie die Neiße.

Rafting in Sachsen Neiße

Als Grenzfluss zu Polen war die Neiße für Bootstouren lange tabu – selbst als DDR-Bürger durften wir nur mit einem Visum nach Polen fahren (haben es also quasi nie gemacht). Ab 1990 war die Neiße dann sogar die EU-Außengrenze, daher wurde streng  kontrolliert, weil es hier zu vielen illegalen Grenzübertritten kam. Seit 2007 ist Polen Mitglied der Europäischen Union, worüber sich in vielerlei Hinsicht streiten lässt, nur in einer nicht: Endlich kann man nach Herzenslust auf der Neiße paddeln! Man kann und darf an beiden Ufern anlegen, im Fluss baden und an Land gehen, wie man will.

Rafting in Sachsen Neiße

Hauptsache, man hat ne Schwimmweste an!

Rafting auf der Neiße: Wie geht das?

Von den 245 km der Lausitzer Neiße wird vor allem der Abschnitt zwischen Deschka und Zarki Wielkie (nördlich von Bad Muskau) von mehreren Tour-Anbietern befahren. Es gibt viele Ein- und Ausstiege und man kann je nach Anspruch und Kondition kurze Touren von 2 Stunden oder auch anspruchsvolle Mehrtagestouren machen – wahlweise eher sportlich mit vielen Wildwasser-Abschnitten oder eher familienfreundlich.

Beim Rafting auf der Neiße fährt man nicht im Kanu oder Kajak, sondern in robusten Schlauchbooten mit flachem, dickem Gummiboden. Die lenken sich zwar etwas schwerfälliger als Kajaks, aber es sitzt sich deutlich bequemer darin, vor allem mit kleinen Kindern. Und: Man kann viel einfacher aus dem Boot in den Fluss springen und wieder zurückklettern!

Rafting in Sachsen Neiße

Auch für Kids ist es auf der Neiße toll

Unsere Wahl fiel bisher immer auf den Anbieter Neiße Tours, die ihren Sitz im Dörfchen Deschka nahe Zentendorf haben. Man fährt zur Bootsanlegestelle, wird kurz belehrt, bekommt Paddel und auf Wunsch Schwimmwesten ausgehändigt und dann geht es los auf den Fluss. An der vereinbarten Anlegestelle warten die Leute von Neiße Tours schon mit den Kleinbussen samt Schlauchboot-Anhängern und bringen die Boote und uns wieder zurück zum Startpunkt.

Das Schöne am Angebot von Neiße Tours: Am Ende unserer Tour in Rothenburg wartet ein gemütliches Ufercafé, wo man sich sogar ein BBQ-Buffet vorbestellen kann. Und wer alles in einem Paket mag, der kann auch direkt auf dem eigenen Campingplatz übernachten.

(Machen wir traditionell nicht – wir buchen uns stattdessen im “Behütum” ein, dem aberwitzig-verrückten Campingplatz des “grüngeringelten” Freizeitparks Einsiedel in Zentendorf, der genau auf der Hälfte unserer Rafting-Tour liegt. Dazu weiter unten mehr!)

Kein fließendes Gewässer in Sachsen ist offiziell als Badegewässer eingestuft (gibt es überhaupt eines in Deutschland?), aber die Neiße ist aus mehreren Gründen ein sehr sicherer Fluss zum Baden:

  • Der Abschnitt zwischen Deschka und Rothenburg ist fast durchgängig sehr flach, es gibt nur wenige tiefere Stellen.
  • Die Strömung ist mäßig, es gibt keine Strudel.
  • Die Einstiege sind an beiden Seiten nicht allzu steil.
  • Ganz wichtig: Es gibt keinen Schiffsverkehr, auch Motorboote sind verboten.

Trotzdem muss man natürlich immer vorsichtig sein: Gerade kleinere Kinder sollten beim Rafting auf der Neiße immer eine Schwimmweste tragen (Erwachsene wahlweise auch) und gut beaufsichtigt werden.

Rafting in Sachsen Neiße

Auch wenn die Neiße flach ist: gut aufpassen!

Paddeltour auf der Neiße von Deschka nach Rothenburg

Nach einer kurzen Belehrung und Mitgabe einer Karte im A4-Format schickt uns das Team von Neiße Tours los – direkt auf den wilden Fluss. Na, so krass geht es zum Glück nicht los – ganz im Gegenteil, die Neiße fließt hier in Deschka, direkt an der Grenzbrücke zu Polen, sehr träge dahin. Für den Einstieg ist das super, denn an das Steuern der breiten und flachen Schlauchboote muss man sich erst einmal gewöhnen.

Paddeltour auf der Neiße

Los gehts an der Grenzbrücke in Deschka

Mehr als einmal drehen wir uns wild im Kreis, rammen kichernd die grasbewachsenen Ufer, setzen auf allzu flachen Stücken im Fluss auf (wie der Kies bedrohlich unter dem Gummiboden knirscht!) oder schaffen es beinahe, uns mit überhängenden Ästen zu köpfen, weil wir nicht aufpassen. Zielgerichtet ist was anderes, aber die Strömung zieht uns ja ganz von selbst flussabwärts.

Im Juni ist es hier im wilden Osten so heiß, dass wir aus reiner Notwehr immer wieder von Bord in die Neiße springen. (Pro-Tipp: Regenschirm bzw. Sonnenschirm mitnehmen!) Der Fluss ist so flach, dass man stehen oder gar waten kann; die Schwimmwesten dürfen die kleineren Kinder trotzdem nicht ausziehen, sicher ist sicher.

Rafting in Sachsen Neiße

Wichtige Wegmarke: die Brückenruine kurz vor Zentendorf

Zu den Wegmarken unserer Paddeltour auf der Neiße, die wir laut Karte passieren sollen, gehören der östlichste Punkt Deutschlands (!), einige Brücken (davon eine Ruine), mehrere Kurven im Fluss und – nicht verpassen! – das schwimmende Café auf dem Fluss, das zur Kulturinsel Einsiedel gehört. Wer hier nicht aussteigt und die wilde Architektur Marke Eigenbau bewundert, ist selbst schuld.

Rafting in Sachsen Neiße

Wir nähern uns der grüngeringelten Kulturinsel…

Sachsen Neiße Einsiedel

…und rasten im schwimmenden Café zwischen Deutschland und Polen

Wir übernachten ja auf dem Campingplatz “Behütum”, der ebenfalls zur Kulturinsel gehört, und können deshalb den grüngeringelten Freizeitpark die ganze Nacht hindurch erkunden, wenn wir das wollen. (Wollen wir!) Hier machen wir jedenfalls eine wohlverdiente Pause vom Paddeln, gönnen uns Brause und Eis und ein ordentliches Bad am sandigen, aber doch ziemlich steilen Flussufer.

Sachsen Kulturinsel Einsiedel

Anlegen am steilen Sandstrand von Turi Sede

Derweil habe ich die ganze Zeit Angst, dass unsere Schlauchboote ohne uns weiterschwimmen könnten; es gibt weder ein Seil zum Festbinden noch einen Pfahl, der dafür in Frage käme. Passiert zum Glück nicht, weiter geht’s mit frischen Kräften (oder eher nicht; das Bier am Mittag war vielleicht doch keine so gute Idee…)

An der Wehranlage in Nieder-Neundorf heißt es aussteigen und umtragen – diese supersteile Staustufe können wir per Boot nicht bezwingen, das ist sonnenklar. Die Schlauchboote sind schwer und die vielen Kinder tragen leider nicht mit, wir Erwachsenen kommen arg ins Schwitzen. Endlich ist es geschafft und wir schieben unsere Boote wieder ins Wasser – nun ist es nicht mehr weit bis zum Ziel, sagt die Karte.

Rafting in Sachsen Neiße

Boot umtragen ist schwere Arbeit…

Rafting in Sachsen Neiße

… nur nicht für die Kids!

Jetzt kommt einer der schönsten Abschnitte der Strecke; die Neiße fließt hier zwischendurch ganz ruhig und ist spiegelglatt. Wir beobachten Wasserläufer und Libellen, lauschen dem Gesang der Vögel, sehen von Bibern angeknabberte Baumstämme und einen blau aufblitzenden Eisvogel; hoch oben am Himmel kreist ein Seeadler.

Rafting in Sachsen Neiße

Einfach schön auf der Neiße!

Doch dann kommt noch ein echtes Highlight, der absolute Nervenkitzel: ein Wehr, über das sich die Neiße schäumend ergießt. Okay, es ist vielleicht nur ein Gefälle von einem Meter, aber das kommt uns immer gefährlicher vor, je mehr wir uns der Staustufe nähern. Mit wildem Kreischen sausen wir hinüber und staunen dabei über uns selbst, dass wir das Boot sogar gerade gehalten haben.

Rafting in Sachsen Neiße

Ui, gefährlich!

Wir erzählen uns eben noch, wer wohl am meisten Angst hatte, da ist schon das Ende unserer Tour in Sicht: der Rastplatz von NeißeTours in Rothenburg, hinter einem weiteren Wehr. Das ist schon etwas länger, aber so flach, dass wir beinahe aufsetzen (und das sollte man bei der vorherrschenden Strömung wohl tunlichst vermeiden). Mit einem letzten Hau-Ruck und einem Schuss Adrenalin bezwingen wir das letzte Hindernis und legen dann glücklich seufzend am Ufer an.

Rafting in Sachsen Neiße

Uff, das war aufregend

Alles in allem dauert diese Paddeltour auf der Neiße drei bis vier Stunden; da sind allerdings auch mehrere Pausen mit eingerechnet. Wer straff durchpaddelt, schafft die Strecke wohl auch in zwei Stunden. Aber wir haben ja Zeit!

Rafting in Sachsen Neiße

Mit Kindern auf der Neiße paddeln macht richtig Spaß

Übernachten: unbedingt auf der Kulturinsel!

Schon seit Ewigkeiten will ich auf diesem Blog vom fantastischen Freizeitpark im Wilden Osten erzählen, der Kulturinsel Einsiedel in Zentendorf. Fast jedes Jahr seit 2006 machen wir die Tour hierher und bringen diverse Kinder mit, die den Tag in jedem Alter aus ganzem Herzen genießen und niemals, niemals nach Hause wollen.

Kulturinsel Einsiedel

Piraten von Turi Sede – ahoi!

Es ist wirklich unglaublich hier; der kreative Geist des Spielplatzbauers Jörg Bergmann atmet aus jedem Winkel, jeder Installation und jedem Spielgerät. Und er baut ja nicht nur Klettertürme, Tunnel und waghalsige Schaukeln – er errichtet ein Reich der Fantasie, an dem auch Erwachsene ihre helle Freude haben.

Kulturinsel Einsiedel

Nur einer von vielen fantastischen Bereichen des Freizeitparks

Da gibt es den Geisterwald aus schaurig bemalten Birken, ein riesiges unterirdisches Tunnelsystem, mannigfaltige Tiergehege und eine gigantische Sprinkel-Anlage für heiße Tage, gemütliche Baumhäuser und ein “Museum”, das der untergegangenen slawischen Kultur der Turi Sede gewidmet ist – die es nicht gab, was man aber ganz schnell vergisst, wenn man sich in den lebhaften Erzählungen der “Archäologen” verliert.

Was Ende der 1990er-Jahre nur ein paar Klettergerüste und Feuerstellen mitten im Nirgendwo waren, entwickelt sich immer weiter, wächst und gedeiht. Jedes Jahr sind wir gespannt, was es wieder neues zu entdecken geben wird – und wir werden nie enttäuscht. Inzwischen ist die Kulturinsel sogar über die deutsche Grenze hinübergewachsen und hat sich auf das andere Neiße-Ufer nach Polen ausgebreitet.

Wie gut, dass man seit einigen Jahren direkt neben dem Gelände des Freizeitparks Camping machen kann – es gibt reichlich Platz für Zelte und Wohnmobile, man kann aber auch kleine Hütten und feststehende Zelte mieten.

Kulturinsel Einsiedel

Camping auf der Kulturinsel: schön verrückt

Kulturinsel Einsiedel

Das Gruselhaus auf dem Campingplatz der Kulturinsel Einsiedel

Die Übernachtung ist deutlich günstiger als die schicken Baumhaus-Hotels direkt auf dem Gelände der Kulturinsel; hier kommt man auch in den Genuss eines waschechten Spukhauses, mit dem sich die Kinder sehr gern gegenseitig Angst einjagen. Außerdem gibt es einen Extra-Zugang auf das Gelände der Kulturinsel, der ab 18 Uhr keinen Eintritt mehr kostet – wer also mag, kann hier die ganze Nacht herumgeistern.

Sachsen Kulturinsel Einsiedel

Bunt, verdreht und verrückt: die Kulturinsel Einsiedel ist ein etwas anderer Freizeitpark

-> Gela und ihr Sohn waren als Gäste im Baumhaus-Hotel sehr begeistert

So kommt ihr nach Deschka und Zentendorf

Deschka ist ein so winziges Örtchen, dass ihr es auf dem Navi vielleicht gar nicht findet. Es ist auch nur ein Ortsteil der Gemeinde Neißeaue und liegt etwa 15 km nördlich von Görlitz. In die Westlausitz kommt ihr blitzschnell auf der Autobahn A4 (Vorsicht, nicht aus Versehen über die Grenze nach Polen fahren!), von Dresden sind es etwa 1,5 Stunden. Danach geht es über idyllische Landstraßen zwischen weiten Feldern und dichten Wäldern, wo fast niemand mehr wohnt.

Genau wie Zentendorf (wo die Kulturinsel Einsiedel liegt) ist Deschka einer von nur 3 Orten in Deutschland, die östlich des 15. Längengrads liegen – und der deshalb morgens als erster in Deutschland die Sonne aufgehen sieht. Aufregend, nicht wahr?

Neiße-Tours Kontakt: buchung@neisse-tours.de

Kontakt zur Kulturinsel Einsiedel: brieftaube(at)kulturinsel.de

Rafting in Sachsen Neiße

-> Bei Travelsanne auf dem Blog gibt es einen tollen Sammelbeitrag zu Paddel- und Kanutouren mit Kindern in ganz Deutschland

Habt ihr schon mal Rafting in Sachsen gemacht? Oder überhaupt eine Paddeltour mit Kindern? Dann erzählt uns davon!

4 Kommentare

  • Danke für den Tipp, Jenny. Sieht super aus und wär sicher auch was für unseren Teenager, der aktuell nur noch in der Horizontalen groß wird. Haha! Vielleicht könnte ich ihn mit sowas mal wieder aus der Reserve locken. VlG, Nadine

    • Ich sag mal so: Wir hatten auf der letzten Rafting-Tour 4 Teenager mit, also so richtige Teenager mit Nullbock. Die hatten den Spaß ihres Lebens, im eigenen Boot natürlich. Also wenn, dann gleich mehrere von denen zusammenpacken, wäre mein Tipp ;-)

  • Boah, ich bin ja überhaupt kein Rafting-Fan. Ich paddle deutlich lieber im Kanu. Aber das sieht echt nach Spaß und Genuss aus. Auf die Oberlausitz hast du mir mal wieder richtig Lust gemacht. Der Fürst Pckler Park in Muskau, Die unglaubliche Kulturinsel Einsiedel und die Altstadt von Görlitz sind mir noch in lebhafter schöner Erinnerung. Aber es scheint da ja noch einiges mehr zu entdecken zu geben…
    Liebe Grüße
    Gela

    • Ich hab als Kontaktlinsenträger auch einen gesunden Respekt vor solchen spritzigen Aktivitäten wie Rafting – aber auf der Neiße ist das echt kinder- und familientauglich. Wer mehr Abenteuer will, für den gibt es andere Flussabschnitte weiter nördlich, aber für meine Ansprüche reicht das hier locker :-)

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