Budget und Sparen Rund ums Wohnmobil

Entscheidungshilfe: Campervan oder Mietwagen in Neuseeland?

Ganz klar: Die beste Art, Neuseeland mit Kindern zu entdecken, ist im Wohnmobil oder Campervan. Es gibt aber auch Familien, die es vorziehen, im Mietauto herumzufahren – und auch die haben gewichtige Argumente vorzubringen. Wir schauen ganz genau auf die Vor- und Nachteile von Campervans und Mietwagen in Neuseeland, und haben am Ende noch ein paar ungewöhnliche Alternativen!

Neuseeland Campervan oder Mietwagen

Campervan versus Mietwagen – wer gewinnt? © FlickR/Colin Bowern

Was spricht pro Wohnmobil in Neuseeland?

Die Flexibilität ist beim Wohnmobil-Urlaub in Neuseeland unschlagbar: Ihr könnt jederzeit anhalten, eine Picknickpause machen oder auch gleich übernachten, wenn ihr wollt oder wenn die Kids müde sind.

Für mich unvorstellbar, zu einem schönen Platz zu eilen, um dann wieder zurückzufahren.

Diese Spontanität ist nicht nur an sich eine super Sache, sondern vor allem in Neuseeland: Das wechselhafte Wetter macht das Planen von Reiserouten oder Unternehmungen hier nämlich schwierig, und es ist immer gut, wenn man spontan die Route ändern kann.

Dass das Wohnmobil Unterkunfts- und Transportmittel in einem ist, schlägt sich natürlich im Budget nieder; allerdings nur, wenn ihr regelmäßig kostenlos auf Freedom Camping Sites übernachtet und ein günstiges Budget-Mobil mietet (das dann leider im Umkehrschluss häufig nicht fürs Freedom Camping zertifiziert ist).

Außerdem macht sich das „rollende Zuhause“ beim Reisen mit Kindern aus psychologischer Sicht hervorragend. Mit dem vertrauten Dach über dem Kopf, das ihr immer dabei habt, kommt es viel seltener zu Heimweh-Attacken. Das ist getestet!

Neuseeland Campervan oder Mietwagen

Überall stehenbleiben und übernachten – das geht nur im Campervan

Argumente contra Campervan in Neuseeland

Das größte Manko am Miet-Wohnmobil in Neuseeland ist natürlich der Preis. Zur Tagesmiete, die bei Luxusfahrzeugen in der Hauptsaison weit über 200 Euro liegen kann, kommen noch Treibstoff, evtl. Road User Charge und Campingplatzkosten dazu.

Diese horrenden Preise sind Hauptsaison-Preise, und die steigen, je näher der Reisetermin rückt. Um überhaupt ein bezahlbares Wohnmobil zu finden, müsst ihr sehr weit im Voraus buchen, das gilt vor allem für größere Familien, die Campervans mit fünf oder mehr gurtbaren Sitzplätzen brauchen.

Hat man das Wohnmobil einmal bezahlt, kommen ja kaum noch Kosten hinzu, denkt ihr? Vorsicht: Selbst mit einem zertifizierten Campervan werdet ihr nicht immer Freedom Camping machen können, und die Campingplätze in Neuseeland sind zwar oft schick, aber dann auch nicht billig.

Schlussendlich ist der Bequemlichkeitsfaktor in einem Wohnmobil nicht unbedingt der höchste. Gerade bei schlechtem Wetter sitzt ihr euch in einem günstigen, ergo engen Campervan ordentlich auf der Pelle. Nicht selten sieht man Familien, die so wenig Platz in ihrem Wohnmobil haben, dass der sperrige Kinderwagen nachts draußen stehen muss.

Und wenn ihr ein großes, geräumiges Alkovenmobil gemietet habt, schlägt das Pendel zur anderen Seite aus: Dann wird das Fahren schwieriger, und ihr seid ziemlich langsam unterwegs. Gravel Roads und starke Steigungen solltet ihr dann nur im Notfall befahren – was eure Flexibilität dann doch wieder einschränkt.

Neuseeland Campervan oder Mietwagen

Wenn die Straßen eng werden, ist ein Mietwagen im Vorteil

Fazit: Unsere Empfehlung zum Campervan in Neuseeland

Ein Campervan bietet Familien in Neuseeland viel Unabhängigkeit und die Möglichkeit, wirklich für einige Tage in die Einsamkeit vorzudringen und dort autark zu leben – relativ komfortabel mit einem Dach über dem Kopf, Elektrizität und Toilette.

Das rollende Zuhause ist zwar sehr teuer. Die hohen Einstiegskosten relativieren sich aber mit der Zeit wieder, da kaum Zusatzkosten hinzukommen. Hier ist immer ein Campervan mit „Self containment“-Zertifikat zu empfehlen, denn nur mit so einem dürft ihr den Großteil der Freedom Camping Spots legal benutzen.

Die große Einschränkung ist der Zeitfaktor: Familiengeeignete Wohnmobile sind gerade in der Hauptsaison oft schon ein halbes Jahr im Voraus komplett ausgebucht, man muss also sehr früh wissen, was man will.

Entscheidet euch für einen Campervan, wenn ihr:

a) noch viel Zeit bis zum Reisestart habt und nicht in der Hauptsaison reist

b) mit Babys oder kleinen Kindern reisen wollt

c) viel in der Natur und unter euch sein wollt

d) kein Problem mit Selbstversorgung habt und es gemütlich mögt

e) mehr als vier Wochen unterwegs seid und spontan reisen wollt

-> Ihr habt euch entschieden? Dann ruft gleich jetzt bei der CamperOase an: 0172 772 02 52 (es gibt auch einen Live-Chat). Hier werdet ihr als Familie gründlich beraten, so dass ihr auf jeden Fall das beste Wohnmobil für eure Bedürfnisse findet. Mit dem Promo-Code WELTWUNDERER bekommt ihr außerdem einen Extra-Rabatt!

Was spricht für ein Mietauto in Neuseeland?

Ganz klar: Ein Mietwagen ist an sich um ein Vielfaches günstiger als ein Campervan, auch noch für größere Familien. Das betrifft nicht nur den Mietpreis selbst; ein Auto verbraucht auch fast immer weniger Sprit (als die größeren Wohnmobile zumindest).

Und, sehr wichtig: Es ist kurzfristiger buchbar. Ein Auto findet man immer, was für Miet-Wohnmobile definitiv nicht gilt.

In puncto Flexibilität schneidet ein Mietauto ähnlich ab wie der Campervan, sofern Budget-Unterkünfte wie Zelten oder einfache „Cabins“ auf Campingplätzen für euch okay sind. Hier genießt ihr sogar einen wichtigen Vorteil vor den Campervan-Fahrern: Ihr könnt jederzeit kurze Ausflüge von eurem Standort aus machen, ohne euren begehrten Stellplatz aufgeben (auf „first come, first served“-Plätzen ein großes Problem) oder den ganzen Kram wackelfest einpacken zu müssen.

Es ist auch schön, zwischendurch mal eine Badewanne oder eine komplette Küche zu haben.

Hinzu kommt ganz schlicht, dass ihr in einem normalen Auto einfach sicherer unterwegs seid; die wenigsten Neuseeland-Reisenden sind ja geübte Wohnmobil-Fahrer. Unsichere Fahrer und Anfänger sollten diesen Punkt auf jeden Fall bedenken!

Schließlich sind mit einem windschnittigen, gut motorisierten Auto auch höhere Geschwindigkeit möglich. Längere Strecken sind mit einem Auto schneller zu absolvieren, was vielen Neuseeland-Reisenden mit wenig Zeit entgegenkommt.

Neuseeland Campervan oder Mietwagen FlickR/Jon

Ein richtiges Bett hat auch seine Vorteile © FlickR/Jon

Was spricht gegen einen Mietwagen in Neuseeland?

Ein schnödes Auto bietet natürlich keine so einzigartige Reise-Erfahrung wie ein Wohnmobil. Ihr fahrt herum, so wie zu Hause auch, und kommt auch noch (fast) jeden Tag an einem anderen Ort an, wo ihr es euch in einer weiteren neuen Unterkunft gemütlich machen müsst. Ihr müsst alle Sachen auspacken, und am nächsten Tag wieder einpacken… Gerade für kleinere Kinder ist das sehr anstrengend!

Unterkünfte in Neuseeland in der Hauptsaison müssen außerdem vorgebucht werden. Die Kosten, auch für einfache Bungalows, sind gerade für Familien nicht zu ignorieren. Wollt ihr einigermaßen anständig schlafen, fallen schnell 100 bis 150 NZ$ pro Nacht an. Dazu kommen Kosten für eure Verpflegung, und auch die ist teurer als im Wohnmobil mit Küche an Bord.

Ohne Bordkühlschrank, Kochgelegenheit und vor allem Stauraum für Lebensmittel und Kochgeschirr wird Selbstversorgung schwierig, ihr werdet wesentlich öfters außer Haus essen – und das ist in Neuseeland mal richtig teuer.

Es geht etwas zu Lasten der Flexibilität, aber wenn man nur kurz reist (wir sind knapp 4 Wochen unterwegs), ist das eh so.

Außerdem bleibt ihr mit einem Mietauto immer auf besiedelte Gegenden beschränkt. Auch wenn ihr in der freien Natur im Zelt schlafen wollt: Schon eine typisch neuseeländische Regenfront mit Sturmböen kann euch einen Strich durch die Rechnung machen.

Wir denken noch heute mit Mitleid an die Camper am Aoraki/Mt Cook, die eine ganze Nacht bei Sturm und Regen im zugigen Shelter ausharren mussten, weil sie bei dem Sch…wetter ihre Zelte gar nicht erst aufstellen konnten.

Neuseeland Campervan oder Mietwagen

Eine Schlechtwetterfront über dem Aoraki/Mt Cook – ist uns im Campervan egal

Fazit: Unsere Empfehlung zum Mietauto in Neuseeland

Ein Mietauto bietet Familien die Chance auf einen klassischen Roadtrip, und der macht auch in Neuseeland Spaß. Die Einstiegskosten für einen Mietwagen sind wesentlich niedriger, selbst ein Gebrauchtkauf kann hier recht spontan in Erwägung gezogen werden.

Dafür fallen unterwegs hohe zusätzliche Kosten für Unterkünfte und Außer-Haus-Verpflegung an. Wer trotzdem sparen will und mit Zelt und Campingkocher reist, verzichtet auf viel Komfort. Nicht eben ideal mit Kindern, wenn es außerhalb der Hauptsaison empfindlich kühl werden kann.

Entscheidet euch für einen Mietwagen, wenn ihr

a) allein mit Kind unterwegs seid

b) relativ spontan nach Neuseeland reist und kein günstiges Wohnmobil mehr bekommt

c) mit mehreren Teenagern reist, die Platz und Privatsphäre brauchen

d) in wenigen Wochen durchs Land reist und viel sehen wollt

e) eure Reiseroute schon vor der Reise fest planen wollt

Neuseeland Campervan oder Mietwagen

Das alles sind neuseeländische Campervans! © FlickR/brett Vachon

Gibt es Alternativen zu Campervan oder Mietwagen in Neuseeland?

Auf jeden Fall! Wir haben gleich drei Vorschläge für euch.

1 ein Wohnanhänger/Caravan

Nicht lachen (haben wir zuerst auch gemacht). Aber jetzt nachdenken: Ein Caravan bietet euch den Komfort eines Wohnmobils, aber ohne die Einschränkungen. Wollt ihr von eurem Stellplatz aus nochmal losziehen, hängt ihr den Caravan einfach ab und fahrt mit eurem kleinen Flitzer davon.

Gerade Familien mit mehreren Kindern können so relativ erschwinglich den Luxus eines festen Daches genießen. Das Angebot von EuroCampers, unseres Wissens der einzige Caravan-Vermieter in Neuseeland, ist auch in der Hauptsaison durchaus günstig.

2. ein Schlaf-Van

Sie sind eine Art Zwitter aus Campervan und Mietauto: die knallroten „Spaceships“ fahren sich wie ganz normale Familien-Vans, lassen sich aber zum Übernachten ein wenig vergrößern: Dann hängt an der aufgeklappten Kofferraumhaube ein Zeltvorhang und macht das Auf-der-umgeklappten-Rückbank-Schlafen nicht ganz so ungemütlich. Eine rudimentäre Campingausstattung gibt es auch dazu.

„Self contained“ ist so ein Spaceship zwar nicht, und für wochenlanges Camping taugt es sicherlich auch nicht. Aber immerhin könnt ihr damit bei Bedarf mal im Auto schlafen und so auch abgelegenere Gegenden erkunden oder spontan übernachten.

3. ein Dachzelt-Auto

Expeditionsfahrzeuge mit Dachzelt, in dem man des Nachts vor giftigen Schlangen und blutrünstigen Löwen sicher schläft, kennt man eher aus Afrika. Aber der Anbieter Chilli Rentals vermietet solche Fahrzeuge auch in Neuseeland. Der Vorteil: Tagsüber habt ihr ein ganz normales Mietauto (das ist zum Beispiel auch viel günstiger bei der Überfahrt mit der Fähre!), nachts habt ihr ein kuscheliges Zelt.

Mit Kleinkindern ist es vielleicht ein wenig gewagt, in so luftiger Höhe zu schlafen, aber welches Kind findet so eine Unterkunft nicht ooobercool?

Chilli Rentals Auckland

© Chilli Rentals

Die Zitate in diesem Beitrag stammen aus unserer Facebook-Gruppe „Neuseeland mit Baby und Kind“, wo häufig über das Thema Campervan oder Mietwagen in Neuseeland diskutiert wird. Kommt doch auch hinein!

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1 Kommentar

  • Hi,

    dass das Wohnmobil für Neuseeland ausreichend groß sein sollte, kann ich nur unterstreichen. Da es abends oft kühl ist, sitzt man sich in einem kleinen Campervan, der für warmes Klima völlig ausreichend ist, hier schnell auf der Pelle. Und der Kleine kommt auch nicht gut die Steigungen hinauf, je nachdem wie er motorisiert ist. Wir waren mit unserem „Kermit“ oft ein Verkehrshindernis.
    Also im Zweifel lieber ein paar Euro mehr ausgeben und sich für die größere Variante entscheiden.

    LG
    Gina

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