Deutschland

Doppelpack-Erlebnis: Haus zur Wildnis im Nationalpark Bayerischer Wald & „Drumherum“ in Regen

Charnette Schnabel

! Aktualisiert am 26. Oktober 2023

Endlich starten in Süddeutschland die Volksfeste wieder richtig durch! Ein bekanntes Volksfest findet alle 2 Jahre in Regen statt, nahe dem Nationalpark Bayerischer Wald. Das Volksmusikfest „drumherum“ ist dieses Jahr vom 2. bis 6. Juni. Und wer schon mal in der Gegend ist, kann sich auch gleich noch das Haus zur Wildnis im Nationalpark Bayerischer Wald ansehen.

Regen Bayerischer Wald

Die Uferfront am Fluss Regen in der Stadt Regen (im Sonnenschein!) © depositphotos.com

 

Drumherum: Das Volksmusikspektakel in Regen

Wie, ihr habt noch nichts vom drumherumin Regen gehört? Keine Sorge, wir auch nicht. Und das, obwohl wir in unserer Heimatstadt Biberach schon jahrzehntelang in einer Blaskapelle, bei uns „Musikverein“ genannt, aktiv tätig waren und sind.

Musik verbindet, und wer aus dem Süden Deutschlands kommt, dem sind Volksmusik, Märsche und Polkas ein Begriff. Darum haben wir auch nicht lange überlegt, als wir von Regina von dastoa.com erfahren haben, dass zufälligerweise gerade, als wir einen Wohnwagen gemietet hatten, das drumherum stattfand. Im Nu war unsere Reiseroute geändert und so kamen die Stadt Regen, das drumherum und das Haus zur Wildnis im Nationalpark Bayerischer Wald mit auf unsere Liste. Mehrere Fliegen mit einer Klappe sozusagen.

Aber jetzt wieder zurück zum drumherum.

Menschen beim drumherum in Regen

Volksmusik verbindet auf dem „drumherum“ in Regen ©Charnette Schnabel

Was genau ist das denn jetzt nun? Das drumherum in Regen begann als Treffpunkt für Musikanten und Sänger aus dem volksmusikalischen Bereich und ist inzwischen zu einem fünftägigen Volksmusikspektakel herangewachsen. Hier ist jeder willkommen, der traditionelle Volksmusik macht oder gerne zuhört, wenn andere musizieren. Und das tut es!

Es musiziert an jeder Ecke und hinter jedem Busch und es macht tierisch viel Spaß und natürlich wird auch „drumherum“ viel geboten. Überall gibt es Stände mit regionalen Leckereien, zünftiger Brotzeit oder einer Currywurst und auch die Maß Bier darf in Bayern nicht fehlen. Wem Bier nicht schmeckt, der holt sich eben einen Cocktail, nur keine Sorge, hungrig oder durstig wird hier keiner gehen.

Kanufahrer auf dem Regen

Die Stadt Regen am Fluss Regen ©Charnette Schnabel

Auf der Insel gibt es einen tollen Spielplatz, wo sich die Kinder austoben können, während sich die Erwachsenen in der Sonne der Volksmusik oder eine netten Unterhaltung hingeben können.

Toller Spielplatz auf der Insel in Regen

Toller Spielplatz auf der Insel in Regen ©Charnette Schnabel

Besonders schön fanden wir auch den großen Handwerkermarkt. Hier gibt es alles, von Töpferware über Dirndl und Trachten, über Felle und Handwerkszeug, Regionales und Brauchtümliches, Altes und natürlich auch jede Menge Neues. Zum Abschluss haben wir noch eine Runde mit dem Zügle gedreht und so ein bisschen mehr noch von Regen gesehen. Alles in allem war das „Drumherum“ in Regen ein richtig tolles Wochenende und zudem konnten wir bei der Gelegenheit auch gleich noch Regina mit Familie kennen lernen.

Vier gewinnt beim drumherum, dem Volksmusikspektakel in Regen

Spiel und Spaß beim „drumherum“ in Regen ©Charnette Schnabel

Campingplatz-Tipp: Regental Aktiv-Camping

Wir haben uns für den Campingplatz Regental Aktiv Camping entschieden und das war wirklich perfekt, denn der liegt ca. 10 Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt am Regen (die Stadt Regen liegt am Fluss Regen im Bayerischen Wald). Der Campingplatz liegt total idyllisch und durch den Fluss gibt es auch unzählige Freizeitaktivitäten, die direkt dort starten können.

Die Sanitäranlagen waren supersauber und uns ist auch sofort aufgefallen, dass sich ALLE immer freundlich gegrüßt haben (ich spreche das absichtlich an, da mir auffällt, dass unsere Gesellschaft dahingehend immer mehr verkümmert). Der Campingplatz war bis auf den letzten Platz ausgebucht (eben wegen des Volksfestes) und da sprechen saubere Sanitäranlagen umso mehr für das Team!

Der Brötchenservice war ebenfalls perfekt und wir haben ihn gerne in Anspruch genommen.

Regen am Regen

Regen am Regen ©Charnette Schnabel

Besucherzentrum Haus zur Wildnis im Nationalpark Bayerischer Wald

Ein absolutes Must-See ist das Nationalparkzentrum Falkenstein. Auf dem zweieinhalb Kilometer langen Rundwanderweg (der übrigens auch Kinderwagen geeignet ist) um das Tier-Freigelände sind wir als erstes an der Steinzeithöhle vorbeigekommen.

Im Inneren der Höhle wurde auf einer Kunstfelsenkulisse das Bildfeld der Auerochsen (Urrinder) und Wildpferde (Przewalski-Pferde) aus der berühmten „Grotte Chauvet“ in Südfrankreich rekonstruiert. Auch für Kinder ganz interessant umgesetzt illustrieren Schautafeln und 3D-Animationen den Wandel von Klima, Tierwelt und Landschaft der letzten Eiszeit und zeigen, wie die damaligen Menschen durch Änderungen ihrer Jagdtechniken auf die neuen Lebensbedingungen reagierten.

Dem Wanderweg weiter folgend, kamen wir auf die Freifläche für die Auerochsen und Przewalski-Pferde (Wildpferde), die in der Vergangenheit auch bei uns gelebt haben.

Die Wölfe im Wolfsgehege lassen sich (leider) nur selten blicken. Auch der Blick über die Geheg vom Aussichtsturm aus, bringt nur selten den Erfolg. Wir haben gehört, dass die Wölfe aus der Deckung kommen, wenn Besucher mit Hunden an den Gehegen entlang spazieren. Da hatten wir aber leider kein Glück. Vielleicht beim nächsten Mal.

Von ganz oben konnten wir einen einzigartigen Ausblick über die weitläufige Waldlandschaft zwischen Arber und Großem Falkenstein genießen.

Auf einem überdachten Steg führt der Rundwanderweg weiter zum Luchsgelände. Da dieser aber nachtaktiv ist, standen unsere Chancen schlecht, ihn zu Gesicht zu bekommen. Wir haben das Gelände natürlich trotzdem intensiv abgesucht.

Das Haus zur Wildnis hat das Thema Wildnis (daher ja auch der Name) als Schwerpunkt. Wir erfahren aber auch viel Wissenswertes über die Nationalparks Bayerischer Wald und Sumava im tschechischen Böhmerwald. Das Besucherzentrum ist toll gestaltet und hat viele kindgerechte Bereiche integriert. Im Spielraum können selbst die Kleinsten immer wieder Neues zum Thema Wildnis entdecken und im Wurzelgang erleben sie eine Reise durch das Erdreich mit vielen interessanten Informationen zum Bayerischen Wald.

Das Haus zur Wildnis im Nationalpark Bayerischer Wald

Das Haus zur Wildnis im Nationalpark Bayerischer Wald ©Charnette Schnabel

Zahlen und Fakten zum Nationalpark Bayerischer Wald

Wer sich für ein paar Zahlen und Fakten zum Nationalpark Bayerischer Wald interessiert, dem haben wir nachfolgend ein paar Daten zusammengeschrieben.

Der Älteste Nationalpark Deutschlands
Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde 1970 als erster deutscher Nationalpark gegründet und ist somit der älteste in Deutschland. Er hat eine Größe von 243 km² mit 320 km gut beschilderten Wanderwegen und 170 km Langlaufloipen. Zusammen mit dem benachbarten Böhmerwald (Nationalpark Sumava, Tschechien) bildet er mit 900 km² die größte zusammenhängende Waldfläche Mitteleuropas.

Drei hohe Gipfel lassen die Herzen der Wanderer höher schlagen: der Große Falkenstein (1315 m), der Lusen (1373 m) und der Große Rachel (1453 m). Aber auch die Hochmoore mit den Moorseen, wie der Latschensee, die Hochweiden und Hochwälder machen aus dem Nationalpark ein Paradies für Naturliebhaber, Wanderer und Urlauber.

Flora und Fauna

Das Besondere am Nationalpark Bayerischer Wald ist die Artenvielfalt, die erhalten, bzw. wieder angesiedelt werden konnte. Seltene Arten wie Luchs, Wildkatze, Biber, Fischotter und diverse Fledermausarten zählen inzwischen wieder zu den typischen Bewohnern des Nationalparks. Rothirsche und sogar Elche aus Tschechien sind ebenfalls anzutreffen. (Zwei Drittel der Rothirsche müssen während der Winterzeit im Gehege gehalten werden, um die Verbissschäden am Bergwald unter Kontrolle zu halten).

Braunbären kommen freilebend nicht vor, dafür ist 2016 ein frei lebendes Wolfspaar eingewandert und hat 2017 Junge bekommen. Es leben viele seltene Vogelarten wie das Auerhuhn, das Haselhuhn, der Wanderfalke, der Wespenbussard, der Schwarzstorch und der Sperlingskauz im Nationalpark. Unter den 1800 Käfer-Arten, die bisher nachgewiesen wurden, befinden sich 14 Urwaldreliktarten, die nur in naturnahen und totholzreichen Wäldern vorkommen.

Durch die unterschiedlichen Höhenlagen im Nationalpark kann die Vegetation in verschiedene Zonen eingeteilt werden:

  • Hochlagen
  • Hanglagen
  • Tallagen
  • Schluchtwälder
  • Hochmoore

Die Arten der Kraut- und Strauchschichten sind unglaublich vielfältig. Bei den Baumarten überwiegt der Bestand der Fichte, vor Buche und anderen Laubbaumarten. Die Tanne ist nur wenig vertreten. Vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten wie Pannonischer Enzian, Blauer Tarant, Grünes Koboldmoos und Grünes Besenmoos sind ebenfalls im Nationalpark zu finden.

Lage
Der Nationalpark liegt im Osten Bayerns in den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau an der Grenze zu Tschechien. Die angrenzenden Gemeinden sind Bayerisch Eisenstein, Frauenau, Hohenau, Lindberg, Mauth, Neuschönau, Sankt Oswald-Riedlhütte, Spiegelau und Zwiesel. Einige Gebiete des Nationalparks sind gemeindefrei.
Verhaltenskodex (nicht nur im Nationalpark)
  • Markierte Wege dürfen in den Kerngebieten nicht verlassen werden! (Warum? Ganz einfach, weil die Menschen nach euch auch noch was von den Blumen, Pflanzen und Tieren sehen wollen. Zertrampelte Natur ist nicht nur auf Fotos hässlich).
  • Tiere und Pflanzen dürfen dem Nationalpark nicht entnommen werden. (Auch kein Moos für die weihnachtliche Dekoration! Im Nationalpark wachsen zwei vom Aussterben bedrohte Moosarten).
  • Es ist verboten, Hunde frei laufen zu lassen. (Leider geht der Bestand des Auerhuhns immer noch stetig zurück. Man vermutet, dass die Vögel sich durch die Hunde der Touristen stark gestört fühlen).
  • Zelten und offenes Feuer sind nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt. (Eigentlich selbsterklärend. Nicht auszudenken, was ein Waldbrand anrichten würde).
  • Lärmen, Schreien und laute Musik sind verboten. (Warum? Ganz einfach, weil wir nur zu Besuch sind. Zu Besuch in einem Refugium für geschützte, aber wilde Tiere).
  • Die meisten Straßen sind im Sommer gesperrt. Rad fahren ist nur auf dafür freigegebenen Wegen zugelassen.
  • Und wie immer: Nehmt euren Müll bitte wieder mit! Und vor allem: Werft nichts weg!

Weitere Ausflugsmöglichkeiten im und um den Nationalpark Bayerischer Wald

Wer gerne ein paar Tage zum Wandern in den Bayerischen Wald gehen möchte, der kann mal bei Sabine von ferngeweht vorbeischauen. Sie hat gleich drei tolle Wanderungen im Bayerischen Wald ausprobiert und auf ihrem Blog davon berichtet.

Lena von family4travel war mit ihrer Familie für 3 Tage im Nationalpark Bayerischer Wald und hat 6 kleine Familien-Abenteuer zusammengetragen. Unter anderem waren sie  im Tier-Freigelände am Lusen, am Hans-Eisenmann-Haus, beim Glasblasen für Anfänger, in den unterirdischen Gängen von Zwiesel, im Waldmuseum und auf dem Amphibienpfad Langdorf. Hört sich richtig spannend an, oder?

Was man noch so alles in Süddeutschland mit Kindern unternehmen kann, lest ihr in meinem Sammelbeitrag mit den Tipps vieler anderer Familien.

Bisher haben wir hier nur von Ausflügen im Sommer gesprochen, aber was ist mit dem Winter? Richtig, im Winter ist der Bayerische Wald besonders schön, vor allem auch, wenn man eine Allergie gegen Silvesterkrach hat und total auf Schnee steht, wie Angela und ihr Sohn von unterwegsmitkind. In ihrem Beitrag Winterspaß im Nationalpark Bayerischer Wald: Silvester in der Jugendherberge Waldhäuser schreibt sie von ihren Erlebnissen und die waren wirklich eindrucksvoll.

Buchempfehlung

Wenn dir unsere Idee gefällt, alle Nationalparks Deutschlands zu besuchen, dann können wir dir diesen Reiseführer empfehlen:

 

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