On the road in NZ

Spielen im Wohnmobil: darauf müsst ihr achten

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Die Mehrzahl der Familien reist durch Neuseeland im Wohnmobil. Und dort wollen die Kleinen beschäftigt werden. Damit ihr auch mit Kindern die Fahrt genießen könnt, lohnt sich eine gute Vorbereitung. Dann macht Spielen im Wohnmobil allen Mitreisenden Spaß.

Große Ausnahme: Kinder schauen brav aus dem Fenster

Große Ausnahme im Wohnmobil: Kinder schauen brav aus dem Fenster

Beim Autofahren mit Kindern ist es vergleichsweise einfach: Da wird eine CD mit Kinderhörspielen ins Autoradio geworfen und wenn den Eltern dann nach drei Runden Bibi Blocksberg die Ohren bluten, geht man zum gemeinsamen Beschäftigen über.

„Ich sehe was, was du nicht siehst“, „Ich packe meinen Koffer“ oder Autobahn-Bingo (wer sieht zuerst einen Bagger? eine Kuh? ein Auto mit Panne?), das Repertoire habt ihr sicherlich selbst drauf.

-> Hier haben wir unsere Erfahrungen aus zig Roadtrips mit Kindern gesammelt!

Spielen im Campervan: wo?

Persönliche Bespaßung durch den Beifahrer ist in vielen Wohnmobil-Modellen gar nicht möglich. Dort sitzen die Kinder oft so weit hinten, dass ihr sie kaum hören könnt. Gemeinsames Singen, Spielen oder gar Streit schlichten ist dann schwierig bis unmöglich.

Unser erster und wichtigster Tipp lautet daher: Wählt ein für eure Bedürfnisse passendes Wohnmobil. Keine Kompromisse! Es nützt wenig, wenn ihr Geld spart und dann eure Neuseeland-Reise nicht genießen könnt, weil es hinten ständig Geschrei gibt.

Ungeeignete Passagiere für die Kastenwagen-Wohnmobile der unteren Preiskategorie sind:

  • Babys, die rückwärtsgerichtet in der Babyschale fahren
  • Kleinkinder, die Hilfe beim Trinken, Essen, Spielen und Schnuller aufheben brauchen
  • Kinder ohne Geschwister oder permanent streitende Geschwister
  • Kinder, die zu Reisekrankheit neigen – die Bewegungen des Fahrzeugs sind fünf Meter hinter der Fahrerkabine wesentlich heftiger, gerade auf kurvigen und unebenen Straßen!

Geht es wirklich nicht anders, muss der Beifahrer in den sauren Apfel beißen und nach hinten steigen.

Viele kleinere Campervans haben laut Vermieter „2+1“ Sitze. Der dritte Sitz ist allerdings oft nur ein Notsitz, der zwischen Fahrer und Beifahrer heruntergeklappt wird. Hier sitzt man etwas erhöht, schlechter gepolstert und ist nur mit einem Beckengurt gesichert – keine Option für das Befestigen eines Kindersitzes.

Soll euer Kind wirklich mit euch vorn sitzen, muss der nicht fahrende Erwachsene in die Mitte. Das Kind kommt auf den sichereren Beifahrersitz!

Wer mit mehreren Kindern Wohnmobil fährt, kommt um ein großes Alkoven-Wohnmobil eigentlich nicht herum. Dort sitzen die Kinder im Wohnbereich auf Bänken oder einzelnen Sitzen und sind mit Dreipunkgurten gesichert. Fast immer haben sie dann einen Tisch vor bzw. zwischen sich.

Am Tisch kann man hervorragend spielen, solange die Kurven nicht zu arg sind. Er ist allerdings auch ein Sicherheitsrisiko, wie die (wenigen) Crashtests mit Wohnmobilen zeigen. Kinder, die nach vorn gerichtet fahren, können im schlimmsten Fall mit dem Gesicht auf die Tischplatte krachen…

Noch ein praktischer Tipp von uns: Bringt für die Spielsachen und Bücher ein paar große, stabil stehende Einkaufstaschen mit. Darin sollten nicht genutzte Dinge immer ordentlich aufbewahrt werden – bei stärkeren Bremsungen oder Kurven landet sonst nämlich ständig alles auf dem Boden!

Spielzeug im Wohnmobil

Wohnmobil, aufgeräumt: So sah es etwa eine Minute lang bei uns aus ;-)

Spielzeug im Wohnmobil: Was eignet sich?

Die Sitzordnung ist also geklärt. Nun geht es an die Packliste. „Klar“, denkt ihr: „Wir nehmen einfach die Lieblingsspielsachen mit.“ Da möchten wir warnen: Nicht alles, was zu Hause zum Spielen taugt, ist auch geeignet, um sich damit über mehrere Stunden auf dem Rücksitz eines Wohnmobils zu beschäftigen!

Als Spielzeug im Wohnmobil verbieten sich:

  • viel- und kleinteilige Spielzeuge wie Playmobil- oder Lego-Sets: Sie verschwinden in Ritzen oder fallen permanent herunter und können während der Fahrt nicht aufgehoben werden (wenn, dann nur die Männchen austeilen!)
  • Spielsachen, die kleckern, krümeln, kleben oder schmieren: also Stifte, Knete und Bastelmaterial, aber auch wasserfeste Filzstifte oder Bastelscheren sind Gift für Miet-Wohnmobile!
  • Spielsachen, die den Sitznachbarn oder den Fahrer stören oder in Gefahr bringen könnten: alles, was sich gut werfen lässt und dazu animiert – Bälle etc. werden erst beim Aussteigen ausgepackt!
  • Spielsachen, die zum konzentrierten Nach-unten-Schauen animieren: siehe oben, die Reisekrankheit schlägt auf neuseeländischen Straßen schnell zu – also Bücher, Malhefte, aber auch elektronische Gadgets

Nach all diesen Warnungen schauen wir jetzt mal, was übrig bleibt ;-) Was eignet sich also zur Kinderbeschäftigung?

Spielzeug im Wohnmobil: Elektronik

Bei größeren Kindern bieten sich die üblichen elektronischen Verdächtigen an – eine Spielkonsole, einen iPod oder auch MP3-Player wird fast jedes Kind ab dem Grundschulalter dankend annehmen.

Vorteile:

  • Das Kind ist lange beschäftigt.
  • Es kann mit entsprechend ausgewählten Spielen und E-Books sogar etwas lernen
  • Es tut all dies in angenehmer Lautstärke.

Nachteile:

  • Ihr braucht regelmäßig Strom, um das Gerät wieder aufzuladen.
  • Ihr lenkt euer Kind nachhaltig und dauerhaft von der tollen Sicht aus dem Fenster ab.
  • Mein persönliches Hauptargument: Kinder verlernen durch die konstante Berieselung, sich selbst zu beschäftigen und kreative Ideen zu entwickeln.

Reist ihr mit mehreren Kindern, braucht jedes Kind sein eigenes Gerät – ansonsten sind Streit und Tränen vorprogrammiert! Ganz abgesehen davon, dass jedenfalls unsere Kinder nach spätestens einer Stunde Computerspielen ganz rammdösig und schlecht zu ertragen sind. Und einige werden auch dabei reisekrank!

Kinderbeschäftigung im Campervan: Spielzeug ohne Strom

Eltern wissen selbst am besten, womit sich ihre Kinder gern und ausgiebig beschäftigen. Schaut euch im Kinderzimmer um oder fragt euer Kind, wenn ihr es tatsächlich nicht wisst.

Aus dem breiten Spektrum von Spielsachen, die euch bei dieser Inventur einfallen, wählt ihr nun höchstens drei oder vier aus – weniger ist mehr, wenn es um Fernreisen mit dem Flugzeug geht!

Goldene Regel: Jeder darf so viel Spielzeug mitnehmen, wie in seinen eigenen (Handgepäcks-) Rucksack passt.

Gut geeignetes Spielzeug im Wohnmobil sind nach unserer Erfahrung:

  • Wimmel- oder Sachbücher, in denen lange gestöbert werden kann (Achtung, Reisekrankheit …)
  • kleine Modellautos
  • Schleich-Tiere und andere Figürchen
  • Puppen und Plüschtiere
  • Sticker-Alben
  • ausrangierte Handys zum So-tun-als-ob
  • Papier, Strick (nur für vertrauenswürdige Kinder, die keine Würgeketten daraus basteln!), buntes Klebeband und Pfeifenreiniger zum Kreativsein
  • für ältere Kinder: Logik-Trainer und Knobelspiele (möglichst mit magnetischen Teilen)
  • für größere Geschwister: ein Skatblatt, zum „Leben und Tod“- oder „Mau Mau“-Spielen

Bonus-Tipp zum Kinder Beschäftigen im Wohnmobil: die Überraschungstasche

Oft propagiert und bewundert, wollen wir unseren Geheimtipp noch einmal vorstellen: die speziell nach Kind zusammengestellte, streng geheim gehaltene Überraschungs-Spielzeugtasche ist besonders für die Jüngeren eine große Freude. Wenn ihr sie nicht bereits im Flugzeug hervorholen musstet, dann spätestens auf der ersten längeren Etappe im Wohnmobil.

Ja, so ein Reise-Kit braucht ein wenig Vorbereitung. Aber umso lieber und länger werden sich eure Kinder damit beschäftigen – versprochen!

Gute Fahrt!

Gute Fahrt!

Was sind eure ultimativen Tipps: Wie haltet ihr eure Kinder im Wohnmobil bei Laune?

3 Kommentare

  • Zum Glück saßen unsere Kinder im Jucy nicht so weit hinten, so dass wir uns gut unterhalten konnten und es auch möglich war spontan etwas nach hinten zu geben. Es hängt, glaube ich, auch immer von den Kindern ab, wie man sie beschäftigen kann. Unsere sind sehr naturinteressiert und haben eigentlich gerne und viel aus dem Fenster geschaut. Ein Highlight bei der Kleinen (1 1/2) war es immer, wenn Schafe entdeckt wurden, dann schallte es immer „bah, bah, bah“ durchs Wohnmobil. Weitere Beschäftigungen waren Schlafen, sowie Schuhe und Socken ausziehen. Die Große (5) hatte ihren Spielerucksack mit Malzeug und Büchern und den ganzen Sachen die es im Flugzeug gab! Ab und an haben wir etwas gekauft, typische neuseeländische Plüschtiere (Kiwi, Kakapo, Takahe), eine Tölpel-Handpuppe usw. Damit wurde dann immer ausgiebig gespielt. Aber am wichtigsten ist es wahrscheinlich nicht zu große Strecken zu fahren und die Stopps gut über den Tag zu verteilen. Auch sehr gut kam es immer an, wenn wir an einem Ort auch mal zwei oder drei Tage waren. Ehrlich gesagt hatte ich mir es im Vorfeld stressiger und schwieriger vorgestellt.

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