Neuseeland Reiseplanung Meinung

Reisen nach Corona: Wann darf man wieder nach Neuseeland reisen?

! Aktualisiert am 14. Oktober 2021

Wann sind Neuseelandreisen nach Corona wieder möglich? Geht es 2022 endlich wieder los? Wir haben in unsere magische Glaskugel geschaut und verraten es euch. Nein, Quatsch – bisher kann niemand genau sagen, wann wir wieder nach Neuseeland reisen dürfen. Aber wir können uns Fakten und Prognosen anschauen. Und wir dürfen träumen!

Muriwai Beach

Wann können wir wieder nach Neuseeland reisen?

Wann darf man wieder nach Neuseeland reisen – das heißt, wann wird Corona endlich vorbei sein oder wenigstens soweit im Griff, dass Neuseeland seine Grenzen öffnet und seine strenge Isolationspolitik aufgibt? Diese Frage stellten sich (und uns) Neuseeland-Fans bereits, als das Land gerade erst seine Grenzen komplett geschlossen hatte und alle Reisenden für die nächsten 4 Wochen im “Lockdown” festsetzte (-> So sieht das Leben in Neuseeland im Corona-Lockdown aus).

Die Ungeduld ist verständlich: Viele hatten schon 2019 Flüge und Camper gebucht und bangten jetzt um ihre Traumreise. Andere planen und sparen seit Jahren für ihre Neuseeland-Reise 2021. Und “einfach verschieben” oder “abwarten” ist leichter gesagt als getan, wenn man das Sabbatical oder die Elternzeit schon beantragt hat und der Flug nach Neuseeland schon lange gebucht (und bezahlt!) ist.

Inzwischen leben wir seit 1,5 Jahren mit Corona und bei vielen wächst die Ungeduld – wann kann man endlich wieder nach Neuseeland, um Angehörige und Freunde zu besuchen, Gutscheine für verschobene Camper-Buchungen und Flugtickets einzulösen oder die Elternzeit für das nächste Baby dort zu verbringen?

Fast ein Jahr lang war Neuseeland Corona-frei, auch wenn dieser Zustand nur mit extremer Wachsamkeit und harten Sofort-Lockdowns bei jeder einzelnen Neuinfektion aufrechterhalten wurde (was man vom Rest der Welt nicht behaupten kann…). Und immerhin gab es die Oneway-Travel-Bubble mit Australien: Neuseeländer durften ohne Quarantäne in einige Bundesstaaten Australiens reisen. Für eine Weile jedenfalls; seit Juli 2022 ist sie wegen andauernder Corona-Neuausbrüche geplatzt und die Kiwis sitzen wieder allein auf ihren Inseln.

Jetzt ist die Delta-Variante auch in Neuseeland angekommen – und schickt sich an, zu bleiben. Nachdem die Fallzahlen trotz wochenlangen Lockdowns, sofortiger Isolierung Erkrankter in den MIQ-Hotels und einer intensiven Impfkampagne nicht sinken wollen, musste die Regierung ihre lange verteidigte “Zero Covid”-Strategie aufgeben. Wie wird sich das auf die Einreisebedingungen auswirken?

Auch Ende 2021 ist die Frage “Wann kann man wieder nach Neuseeland reisen?” nicht zu beantworten. Wir versuchen es trotzdem – mit unserer patentierten, raumfahrtgetesteten magischen Glaskugel. Und wir träumen davon, wie Neuseeland-Reisen nach Corona aussehen könnten ♥

Reisen nach Corona: die Grundvoraussetzungen

Planungssicherheit gibt es in der weltweiten Corona-Krise nicht. Alles, was wir haben, sind Prognosen von Airlines, Reiseunternehmen wie TUI und Landesregierungen – und die widersprechen sich teilweise selbst, wenn man sie ein paar Wochen später fragt. Logisch, denn die Ausbreitung und Bekämpfung des Virus sind dynamische Entwicklungen, die manchmal sehr schnell zu ungeahnten Auswirkungen führen.

Das einzige, was momentan klar scheint: (Relativ) uneingeschränktes weltweites Reisen nach Corona wird es erst geben, wenn eine dieser drei Bedingungen erfüllt ist:

  1. Es gibt einen Impfstoff gegen Covid-19. Der ist seit Ende 2020 da, juhu, und wird nun rund um den Globus verabreicht – mehr oder weniger schnell. Während es in der EU und in den USA jetzt recht gut vorangeht, muss der Großteil der anderen Länder der Welt deutlich länger auf Impfstoffe warten. In Neuseeland begannen die Impfungen erst im Februar 2021, seit September wird die allgemeine Bevölkerung geimpft. Bis zum Jahresende sollen 90 % der Neuseeländer geimpft sein – das ist die einzige Chance, die das Gesundheitssystem vor dem erwarteten Ansteigen der Infektionszahlen hat. Ob das dann auch dazu führen wird, dass Neuseeland sich wieder für Touristen öffnet?
  2. Es gibt ein Medikament gegen Corona, das die Krankheit beherrschbar macht. Daran wird fleißig gearbeitet; mehr Informationen zum Was, Wie, Wo und Wann lest ihr auf der Website des VFA (einem Verband von Pharmaunternehmen, die zum Corona-Virus forschen). Die ständigen neuen Mutationen des Virus scheinen das allerdings eher schwieriger zu machen – am Ende taucht ja sogar bald eine auf, die gegen die Impfungen resistent ist, das wär’s dann.
  3. Es herrscht Herdenimmunität gegen den Erreger Sars-CoV-2: Dann hätten alle Menschen die Krankheit durchgemacht und wären immun, niemand müsste sich mehr davor schützen. (Dies ist wenig wahrscheinlich, da es erstens Jahre dauern würde, zweitens mit Millionen Todesopfern einherginge und drittens wegen der Mutationen des Corona-Virus wohl nie erreicht wird, wie der Fall Brasiliens zeigt.)

Das alles deutet schon darauf hin, dass Neuseeland-Reisen frühestens 2022 wieder möglich sein werden.

Unsere persönliche Prognose von Mitte 2020 hat sich bewahrheitet: Der Sommer 2021 wurde dank dritter Corona-Welle für viele ein Sommer in Deutschland, andere Länder Europas sind das Maximum der Reiseerwartungen. Zwar endete die allgemeine Reisewarnung am 30. September 2020, aber es sind zahlreiche spezielle Reisewarnungen für alle möglichen Länder aktiv. Auch wenn in Deutschland schon über zwei Drittel der Menschen vollständig geimpft sind und einige Länder ihre Grenzen wieder geöffnet haben: Fernreisen sind immer noch für die meisten Menschen keine Option.

Aber Deutschland und Europa sind auch tolle Reiseziele. Und wenn das Neuseeland-Fernweh gar zu arg brennt: In Europa gibt es auch eine ganze Reihe wunderschöner Reiseziele, die ganz ähnlich wie Neuseeland aussehen.

Glaskugel Brandenburg Reisen nach Corona

Was sagt die Glaskugel: Wann können wir wieder nach Neuseeland reisen?

Neuseeland-Reisen 2022: Wie realistisch ist das?

Der Kampf gegen Corona lief in Neuseeland lange Zeit sehr gut: Die Kurve der Neuinfektionen wurde dort nicht wie in fast allen anderen Ländern der Welt flacher gemacht (#flattenthecurve), sondern radikal plattgequetscht. “Ausrotten statt eindämmen” war die Devise. Die Zahl der Neuinfektionen lag fast bei Null, es gab keine neuen Todesfälle mehr. Nach fünf Wochen wagte sich das Land im Mai 2020 aus dem totalen Lockdown heraus, worauf sich immerhin der Inlandstourismus wieder zu beleben begann (was für Hotspots wie Queenstown oder Franz Josef an der Westcoast allerdings zu wenig ist…).

Naja – ganz so glatt ist es nicht gelaufen; nach mehr als 100 Tagen ohne Neuinfektionen musste Neuseeland am 11. August 2020 erneut in den Lockdown gehen, für Auckland wurde sogar Stufe 3 verhängt, nachdem dort ein neues Cluster von Infizierten entdeckt wurde, die Covid-19 nicht aus dem Ausland mitgebracht haben konnten. Und solche Lockdowns passierten wieder und wieder

Hier ist eine Statistik der aktuellen Covid-19-Fälle in Neuseeland: Man sieht, dass es nicht rosig aussieht. Delta scheint jedes Land früher oder später in die Knie zu zwingen…

(Quelle)

Neuseeland galt lange als einer der wenigen Staaten der Welt, die Corona-frei waren. Die Neuseeländer genossen die Sommer-Reisesaison 2020/2021 zwar nur im Inland, aber dafür ohne Covid-19.

Wann sie nun endlich wieder Touristen aus anderen Ländern in dieses Paradies hineinlassen werden? Tja. Drei Gründe erklären, warum die Labour-Regierung da sehr zögerlich ist, und warum die Bevölkerung die Komplett-Isolierung immer noch mehrheitlich unterstützt:

  • Die ersten 20 bis 30 Corona-Fälle im Februar und März 2020 waren alles Leute, die das Virus aus dem Ausland mitgebracht hatten und noch Tage oder Wochen unbeschränkt durchs Land reisten.
  • Auch jeder weitere Lockdown passierte am Ende nur, weil wieder jemand das Virus aus dem Ausland hergebracht hat.
  • Das Impftempo in Neuseeland ist recht schleppend und die Delta-Variante des Corona-Virus läuft wie ein Lauffeuer durch die Bevölkerung, wenn es einmal da ist. Da braucht es nicht auch noch zusätzliche Corona-Fälle aus dem Ausland, oder?

Premierministerin Jacinda Ardern hat in Pressekonferenzen schon Anfang April 2020 ihre Landsleute darauf eingestimmt, dass sie für die nächsten 12 bis 18 Monate keine Reisen planen sollten. Und dann legte sie am 5. Mai 2021 nach: “We will not have open borders for the rest of the world for a long time to come.”

Mit diesem Zeithorizont rechnet also die neuseeländische Regierung, wenn es um das Fortsetzen der Corona-Maßnahmen geht. Der erste Schritt zu einer Öffnung der Landesgrenzen war die vielbeschworene “Trans-Tasman Bubble”: ein  Zusammenschluss von Neuseeland und Australien, wahlweise mit Einschluss einiger pazifischer Inselnationen, die ebenfalls coronafrei sind. Diese Normalisierung sollte Neuseelands Tourismus-Anbietern in der Wintersaison 2020 einen Großteil ihrer normalen Gästezahlen zurückbringen (Australier fahren in Neuseeland gern Ski). Sie wurde dann auf September 2020 verschoben und ist angesichts des erneuten Corona-Ausbruchs im August 2020 in weite Ferne gerückt. Im Sommer 2021 kam sie endlich – für wenige Wochen, jetzt ist schon wieder Schluss damit wegen ständiger Corona-Ausbrüche in Australien.

Bei den Wahlen im Oktober 2020 hat Jacinda Ardern mit ihrer Labour Party einen Erdrutsch-Sieg eingefahren und regiert nun mit absoluter Mehrheit, sogar ohne Unterstützung (oder Behinderung) durch die AfD-hafte NZ First oder die Grünen. Die Abschottung Neuseelands von der Außenwelt, die sich das Land zu enormen Kosten leistet, war überraschenderweise KEIN Wahlkampfthema, sie wird auch nach einem Jahr von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung noch stark unterstützt. Wir staunen.

Neuseeland lässt ab 2022 wieder Touristen einreisen – wirklich?

Vor wenigen Tagen gab es nun heiß ersehnte Neuigkeiten aus Neuseeland: Die Regierung stellte einen Vier-Stufen-Plan vor, mit dem das Land sich langsam wieder nach außen öffnen will. “Neuseeland lässt wieder Touristen einreisen!“, heißt es jetzt voller Hoffnung. Aber Vorsicht – so eindeutig hat das niemand gesagt.

Der 4-Stufen-Plan sieht so aus (hier ist die Beschreibung der Regierung selbst):

Neuseeland Öffnungsplan 2022

© New Zealand Government

  • So viele Neuseeländer*innen wie möglich impfen; dazu gehört auch, den Abstand zwischen den Impfungen zu verlängern, um mehr Erstimpfungen zu ermöglichen. (Nach unserem Kenntnisstand sind aber nur doppelt Geimpfte einigermaßen geschützt gegen die nun überall vorherrschende Delta-Variante…)
  • Bei ausreichendem Impf-Fortschritt startet ab Oktober 2022 ein Pilotprojekt, in dem geimpfte Neuseeländer*innen nach kurzen Auslandsreisen wieder einreisen dürfen, ohne die strenge 14-tägige Hotel-Quarantäne zu absolvieren – indem sie sich zu Hause isolieren und andere “safe alternatives” getestet werden. Welche das sein sollen, wissen wir nicht.
  • Klappt das (was eigentlich?), sollen Einreisen für geimpfte Touristen ab Anfang 2022 langsam erlaubt werden, und zwar getrennt nach ihrem Herkunftsland:
    • Reisende aus “low risk countries” brauchen dann keine Quarantäne
    • Reisende aus “medium risk countries” unterliegen “modified isolation requirements” – keine Ahnung, was das sein soll
    • Reisende aus “high risk countries” sowie alle ungeimpften Reisenden müssen weiterhin für 14 Tage in die MIQ
  • Irgendwann dürfen dann alle geimpften UND negativ getesteten Reisenden ohne Quarantäne einreisen, während ungeimpfte weiterhin die 14 Tage MIQ vor sich haben.

Uns stellen sich da viele Fragen, aber vor allem diese: Ist das ein echter Plan oder eher so ein “Das könnte man später mal so machen, wenn alles gut läuft”? Angesichts der schnellen Entwicklung neuer Virusvarianten, die schon hier in Europa ständig neue Risiko-Bewertungen und Reiseregelungen notwendig machen, sind konkretere Angaben wohl gar nicht möglich.

Aber hey, dann weckt doch bitte keine Hoffnungen, die ihr nicht erfüllen könnt. Bereits jetzt sind die Plätze in der staatlich überwachten Quarantäne (MIQ) so knapp, dass nicht einmal Neuseeländer*innen welche bekommen – ein Schwarzmarkt ist hier entstanden, der moralisch höchst bedenklich ist.

Wie soll sich das entwickeln, wenn noch Touristen dazukommen? Und wer tut sich 14 Tage Zwangsquarantäne à 3.000 NZ$ pro Person an – die vielleicht auch noch spontan dazugebucht werden müssen, weil die Corona-Infektionszahlen das eigene Land plötzlich mal wieder zum Hochrisikoland machen?

Absurderweise geben die aktuell stark steigenden Corona-Zahlen in Neuseeland eine Art Hoffnung: Die begehrten Plätze in den MIQ-Hotels werden nun dringend zur Isolierung infizierter Neuseeländer gebraucht – was nahelegt, dass die geimpften, getesteten und fast immer Corona-freien Einreisenden irgendwo anders hin müssen. In Selbstisolierung im Hotel, in einer Ferienwohnung, im Camper??

Wohnmobil

14 Tage strikt im Camper bleiben – nicht eben eine schöne Aussicht…

Eine Neuseeland-Reise 2022 buchen?

Wir wünschen uns wie ihr alle, dass Neuseeland-Reisen möglichst bald wieder möglich sind. Aber wir bleiben dennoch vorsichtig – der Wunsch sollte nicht Vater des Gedankens sein, um es poetisch zu formulieren.

Klar: Airlines und Vermieter freuen sich, wenn ihr Anzahlungen für neue Buchungen leistet. Die bringen dringend benötigten Cashflow in die Kassen. Viele Anbieter von Ausflügen, Unterkünften und Campervans sind auch sehr großzügig bei den Stornobedingungen. So kann z. B. bei Wendekreisen die anfallende Anzahlung von 300 NZ$ “mitgenommen” werden, wenn die Buchung doch storniert oder auf später umgebucht wird (bis 2024!). Dasselbe gilt für bereits voll bezahlte Buchungen.

Ihr könnt relativ risikofrei eure Neuseeland-Reise für den Sommer 2022/23 planen und vorbuchen.

Der Campervan-Vermittler CamperOase weist darauf hin, dass man als früher Vogel noch von den aktuell sehr günstigen Mietpreisen profitiert – die bei der Wiederöffnung der Grenzen für Touristen wohl steil in die Höhe schießen werden.

Trotzdem: Angesichts der allgemeinen unsicheren Situation würden wir eine Buchung für einen Reiseantritt vor März 2022 nicht empfehlen.

Einen Camper in Neuseeland mieten für den NZ-Sommer 2022/23 ist durchaus denkbar.

Vergesst dabei aber bitte nicht, dass ihr mit vielen unbekannten Faktoren kalkuliert!

Die wichtigste Frage ist: Wie kommt ihr nach Neuseeland?

Maske Desinfektionsmittel Pixabay

Reisen im Corona-Zeitalter: nur unter strengen Auflagen © Pixabay

Nach Corona Flüge nach Neuseeland buchen – wann, wo und wie teuer wird das?

Es gehen auch jetzt Flüge nach Neuseeland, obwohl mit denen nur neuseeländische Staatsbürger (und einige Ausnahmen wie Personen, die für Neuseelands Wirtschaft enorm wichtig sind) auch ins Land kommen. Und ja, man kann für Dezember 2021 oder Februar 2022 Flüge nach Neuseeland buchen. Aber heißt das automatisch, dass Reisen nach Neuseeland dann möglich sein werden?

Es genügt ja nicht, dass Neuseeland selbst seine Grenzen wieder für Reisende öffnet. Ohne die Umsteige-Hubs in Dubai, Singapur, Bangkok, Hongkong und Australien kommt man nicht nach Neuseeland. Die schwer kalkulierbare Frage ist: Wann wird welches Land seine Einreisebeschränkungen für Touristen allgemein, für EU-Bürger und für Deutsche lockern bzw. aufheben?

Jegliche Auskünfte dazu sind momentan nicht mehr als Kaffeesatz-Leserei. Im März 2020 wurden von den Airlines zigtausende gebuchte und bezahlte Flüge von jetzt auf dann gecancelt – und die grundlegende Situation hat sich bisher nicht geändert.

Viele Airlines erstatten die Ticketkosten für ausgefallene Flüge nicht zurück; stattdessen bieten sie Gutscheine für Umbuchungen auf ein späteres Datum an. (Dabei habt ihr nach EU-Recht bei Flügen ab Europa eigentlich das Recht auf eine Rückerstattung des Geldes binnen 7 Tagen.) Bei der Lufthansa kann man für stornierte Flüge neuerdings gar keine Erstattung mehr über die Website anfordern, bestehende Forderungen werden verzögert bearbeitet – klar, denen geht das Geld aus.

Überlegt euch also vorher gut, ob ihr mit den Kosten für ein umsonst bezahltes Ticket umgehen könnt und ob ihr einen Gutschein überhaupt nutzen könntet – der ist dann nämlich auch nur bei dieser Airline, von denselben Passagieren und auf demselben Streckennetz nutzbar. Und was passiert, wenn die Airline zwischendurch insolvent wird? Sogar Giganten wie die Lufthansa geraten durch die Corona-Krise heftig ins Schlingern.

Unsere Empfehlung: Flüge wirklich kurzfristig buchen.

-> Ist das Goldene Zeitalter der Fernreisen vorbei?

Flughafen Kind

Bedeutet die Corona-Krise das Ende günstiger Flüge – und damit häufiger Fernreisen?

Die ersten glücklichen Deutschen, die nach Corona wieder durch Neuseeland reisen werden, sind jetzt schon dort. Wir freuen uns mit allen, die sich fürs Bleiben entschieden haben, bis zum Ende des Lockdowns gut untergebracht waren und für die Zeit danach noch genug Reserven haben, um ein touristenfreies Neuseeland zu genießen!

Neuseeland-Reise nach Corona: Wie wird das aussehen?

Wir polieren unsere die Glaskugel blank und schauen tief hinein… Wenn wir wieder nach Neuseeland reisen können, wird das Reisen dann anders sein, als wir es kennen?

Bestimmt. Solange das Coronavirus noch in der Welt ist – und das wird es noch auf Jahre sein -, könnte es so aussehen:

  • viel teurere Flüge und Unterkünfte, weil es insgesamt weniger gibt
  • viel strengere Biosecurity-Maßnahmen bei Ein- und Durchreisen (Australien rechnet mit jahrelangen verschärften Einreisekontrollen)
  • gestiegene Kosten für Auslandsreise-Krankenversicherungen und Reiserücktrittsversicherungen
  • verpflichtende (und kostenpflichtige!) Corona-Schnelltests an allen Flughäfen, Bahnhöfen und Hotel-Lobbys, oder ein Corona-Impfpass
  • Pflicht zum Installieren von Tracking-Apps bei der Einreise, Maskenpflicht in einigen Ländern oder 14 Tage Zwangsquarantäne bei Ein- und Durchreisen (oder ein Corona-Impfpass)
  • Gefahr plötzlich geänderter Regeln zur Kontaktbeschränkung, falls die Ansteckungszahlen vor Ort wieder steigen

Die meisten Airlines haben in der Corona-Krise große Teile ihrer Verbindungen eingestellt, Flugzeuge stehen am Boden, Crews werden entlassen. Air New Zealand hat bereits angekündigt, sich in Zukunft nicht mehr auf die Langstrecke zu konzentrieren, sondern eine “domestic airline” zu werden (Quelle). Von diesem Niveau wieder hochzufahren, wird eine Weile dauern – selbst nach dem Startschuss noch Wochen und Monate.

Neuseeland ist stark vom Tourismus abhängig, durch den Lockdown und die Einreisesperre sind zehntausende Arbeitsplätze verloren gegangen. Zahlreiche große und kleine Anbieter von Touren, Unterkünften, Aktivitäten und auch Fortbewegungsmitteln sind dann wohl pleite.

Auch viele andere Neuseeländer sind durch die Corona-Krise arbeitslos geworden, mussten Resturlaub abbummeln etc. Sie hatten also nicht unbedingt Gelegenheit, um Geld für Urlaub vor der Haustür anzusparen. Längere Reisen, gar auf die benachbarte Insel, konnten sich schon vor Corona längst nicht alle Neuseeländer leisten.

Mit anderen Worten: Die touristische Infrastruktur dürfte sich stark ausdünnen. Es wird weniger Hotels, Campingplätze und Tour-Anbieter geben. Und wenn man der einzige Anbieter einer begehrten Dienstleistung weit und breit ist, der gleichzeitig dringend verlorene Einnahmen wieder reinbringen muss, was macht man dann? Man erhöht die Preise. Das kommt den Kiwis nicht eben entgegen, die sich schon vor der Corona-Krise regelmäßig über unverschämt hohe Preise beklagten, die Einheimische nicht zahlen können.

Southern Alps Highway

Hallo, ist da noch jemand?

Könnt ihr es kaum erwarten, wieder nach Neuseeland reisen zu dürfen – so wie wir? Was ist eure Prognose, wann man wieder nach Neuseeland darf?

7 Kommentare

  • Hallo,
    ich kann hier vieles soooo gut nachvollziehen. Letztes Jahr bin ich meine Südamerika-Rundreise gestartet. Geplant waren ca. 2 Jahre und nach 9 Monaten musste ich wegen Corona abbrechen. Ich bin zurück nach Deutschland gereist und beobachte, die Zahlen und die ganze Situation. Es ist in keiner Weise abschätzbar, wann ich wieder losziehen kann. Da ich ja sowohl Job, als auch Wohnung gekündigt habe, bin ich dazu noch in der Situation, dass ich hier überall “Übergangslösungen” benötige. Aber wie lange wird dieser “Übergang” dauern… Alles nicht so optimal, dank Corona. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen und versuchen einfach das beste daraus zu machen oder?
    Ich arbeite nun meine ganzen Blogbeiträge ab… Damit bin ich noch einige Monate beschäftigt und dann sehe ich weiter *lach*
    In Neuseeland könnte es meiner Meinung nach etwas schneller gehen, bis es wieder bereisbar ist, als in Südamerika. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr bald losziehen könnt.
    Liebe Grüße
    Jenny

  • Es ist so schade, ich habe seit vier Jahren auf mein Sabbatjahr gespart. Ich bin Lehrerin und hätte gern den europäischen Schmuddelwinter für eine Reise auf die Südhalbkugel genutzt. Bisher bin ich noch nie aus Europa herausgekommen, weil ich sehr jung Mutter geworden war und schnell eine große Familie und nicht so viel Geld hatte. Jetzt sind alle meine Kinder erwachsen, ich habe etwas angespart und freue mich seit Jahren auf die Auszeit. Jeder sagt mir: Man kann doch auch gut in Deutschland und Europa Urlaub machen. Das weiß ich, ich habe mein Leben lang nichts anderes gemacht und wirklich ein paar sehr tolle Urlaube gehabt. Nun wäre die Gelegenheit für die erste Fernreise meines Lebens gewesen. Schade. Das muss ich dann wohl verschieben auf die Zeit nach meiner Pensionierung.

  • Ich denke, Neuseeland war dieses Jahr von Januar bis Februar und so wie die Zeichen stehen, werde ich Neuseeland nie wieder sehen, was bleibt ist wie die Erinnerung!

  • Ach Jenny, Du Träumerin (-; Klingt schön, zu schön, um wahr zu sein? Ist der Mensch so? Oder verfallen doch alle gleich wieder in alte Muster? Das bleibt jedenfalls spannend! Spannend bleibt auch, ob dann die weniger Weltreisenden, die nachhaltig, langsam und bewusst unterwegs sind, auch bereits sind, für unsere Dienstleistung und Beratung mehr zu bezahlen, als bislang (weil wir ja weniger Kunden haben werden).

    • Genau das ist die spannende Frage, die alle in der Tourismusbranche umtreibt. Ich sitze genauso mit angehaltenem Atem da wie du – spätestens 2021 wissen wir mehr!

      LG
      Jenny

  • Dein Zukunftsszenario zeigt, dass du eine unverbesserliche Optimistin bist. Aber so schlecht sind solche Utopien in solchen Zeiten nicht. Schließlich können sie echt Anregungen für sinnvolle Veränderungen geben. Auf die Parents against Coroa Bewegung warte ich aber noch ;-) Ach ja: Und deine Glaskugelbilder sind wunderschön!
    Liebe Grüße
    Gela

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