Meinung

10 Dinge, die ich nie wieder über Neuseeland hören und sehen will

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Wir finden Neuseeland toll! Was wir aber nicht so toll finden, ist das stereotype Bild, das die Tourismus-Industrie vom „Land am anderen Ende der Welt“ vermittelt (und da haben wir schon eines der endlos wiederholten Klischees…). So nach und nach hängen uns die immer gleichen Sprüche und die „Kuriositäten“, die in wirklich jeder Reisereportage über Neuseeland erwähnt werden, echt zum Hals heraus!

10 Dinge über Neuseeland Otago Peninsula Dunedin

100 % pure New Zealand – wirklich?

10 Dinge über Neuseeland, die ich nicht mehr hören kann

1. Neuseelands skurrile Sehenswürdigkeiten

Neuseelands Sehenswürdigkeit Nummer eins, wenn man den gängigen Reiseführern und Zeitungsartikeln glaubt: die Hundertwasser-Toilette in Kawakawa. Leute, es ist ein Klo! Und es wurde noch nicht einmal von einem Neuseeländer gebaut! Man mag es kaum glauben, aber Neuseeland hat tatsächlich noch andere (und auch größere) architektonische Highlights zu bieten.

2. „In Neuseeland gibt es mehr Schafe als Menschen.“

Das klingt, als würde Neuseeland von Schafen wimmeln, was es (abgesehen von einigen Gegenden) eigentlich nicht tut. Es gibt übrigens sicherlich noch mehr Possums – was über den Zustand und die Probleme des Landes wesentlich mehr aussagt.

3. Gaaanz geheimes Insiderwissen

„Der Kiwi ist ein Vogel UND eine Frucht.“

… ach nee, wirklich?

4. Touristen-Latein

„In Neuseeland ist es total sicher, da gibt es kaum Kriminalität.“

Träumt weiter, Leute! Die Zahl der Verkehrstoten ist erschreckend hoch und Mord und Totschlag gibt es natürlich auch, nicht zu knapp sogar, wie uns der unbestechliche Peter von NZ2Go ausführlich erzählt.

5. Natur-Orgasmen

„Neuseeland ist voll unberührter Natur, unglaublich!“

Gähn. Ja, es gibt viel unberührte, grandiose Natur hier. Aber die gibt es auf unserer Seite der Erde auch, in Norwegen, in Osteuropa und ja, auch in Deutschland! Nur ist es halt nicht so cool, wenn man dort wandern geht.

Ach ja, und was das „unberührt“ angeht: Die Pfeife ist ja nun gründlich geraucht, wie ich hier bereits erzählt habe, und NZ2Go hat natürlich auch eine Meinung dazu. Überraschenderweise machen sich die wenigsten Touristen klar, dass die sanften grünen Hügel mitnichten „unberührte Natur“ sind, sondern Ergebnis einer sehr umfassenden Abholzung.

6. Eingeborenen-Romantik

Die wilden Maori-Krieger mit der herausgestreckten Zunge beim Haka – hach, diese pittoresken Eingeborenen …

… von denen die meisten heutzutage allerdings eher in tristen Vororten leben und Kapuzenpullis tragen. Ich bezweifle ja ganz leise, dass die Präsentation der Maori als exotische Krieger, die für happige Eintrittgelder in Rotorua vor Touristen in Baströckchen tanzen, förderlich für ein echtes Verständnis ihres Beitrags zur neuseeländischen Kultur ist.

Da schwingt für mich so ein „Gschmäckle“ von den edlen Wilden mit, das haarscharf am (sicherlich nicht böse gemeinten!) „Rassismus der Mitte“ entlangschrammt …

7. Kiwiana-Klischees

„Die Kiwis sind schräge Käuze, die alles aus Number 8 Wire basteln.“

Mal abgesehen davon, dass ein großer Teil der Neuseeländer heute in Auckland und anderen Großstadt-Agglomerationen lebt und aus Asien eingewandert ist: Ich wette, die sind handwerklich genauso verschieden begabt wie wir hier in Deutschland.

Und dass sie alles aus diesem Draht basteln müssen, liegt einfach daran, weil es vieles nicht zu kaufen gibt und Importware verdammt teuer ist.

8. „Neuseeland = Mittelerde“

Nein, ist es nicht. Ja, hier wurden grandiose Filme gedreht, die in Mittelerde spielen – aber das eigentliche Mittelerde, das Tolkien anno dazumal im Sinn hatte, als er sich den „Hobbit“ und den „Herrn der Ringe“ ausdachte, liegt zweifellos in England.

Wie man unschwer erkennen kann, wenn man hinfährt.

9. Paradies-Verklärung

„Neuseeland ist ein Paradies, unberührt von den Problemen der Welt.“

Ich finde es ja irgendwie süß, wenn erwachsene Menschen glauben, dass es tatsächlich so etwas wie ein Paradies auf Erden geben könnte. Neuseeland ist natürlich keines – hier gibt es genauso viele Probleme und nervige Kleinigkeiten wie anderswo auch, nur vielleicht andere (ich sage nur: Tall Poppy Syndrome, hohe Lebenshaltungskosten, Immobilienblase, Armut …).

Die mediale Ignoranz der Weltpolitik mag für die Dauer einer Reise durchaus erholsam sein, aber die Globalisierung hat schon längst dafür gesorgt, dass auch das abgelegene Neuseeland sich nicht mehr heraushalten kann.

10. Schrei nach Liebe?!

Zum Schluss noch der eine, tausendmal gehörte Spruch, den wir total bestätigen können und gar nicht bestreiten wollen: „Die Neuseeländer sind alle so freundlich und offen – gar nicht wie bei uns in [bitte einsetzen]!“

Jeder Reisende ist erst verwundert (und irritiert …), dann begeistert, wie nett und höflich die Menschen in Neuseeland miteinander umgehen.

Zuerst mal sollte man das relativ sehen: Angesichts der hohen Kriminalitätsrate, der verbreiteten Klagen über brutale Autofahrer und der zunehmenden Fremdenfeindlichkeit kann das freundliche Wesen der Neuseeländer nur eine Seite der Kiwi-Mentalität sein.

Und weiter: Ist es für deutsche Touristen wirklich so überraschend, dass die Leute in Neuseeland freundlich zu ihnen sind? Wir haben schon viele sehr freundliche und gastfreundliche Menschen in der Slowakei, in Frankreich, Kambodscha, Japan usw. getroffen. Eigentlich bisher überall auf der Welt.

Was hindert uns denn daran, auch zu Hause in Deutschland freundlich zu unseren Mitmenschen zu sein? Wenn sich jeder hier Mühe geben würde, andere anzulächeln, Hilfe anzubieten und etwas Nettes zu sagen, dann müssten wir nicht neidisch ans andere Ende der Welt blicken.

Was stört euch am Image von Neuseeland? Oder seht ihr das ganz anders?

Sheep Poo New Zealand

Ein wahrlich typisches Bild von Neuseeland, das ich noch nie in einem Reisebericht gesehen habe! © True New Zealand Adventures/Flickr

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46 Kommentare

  • Hallo ! ic habe Neuseeland letztes Jahr bereist, 6 Wochen lang mit meiner Tochter. Wir kommen aus Österreich .
    Ic kann mit einigen Kommentaren im Bericht durchaus konform gehen ,- Neuseeland als Reiseland , als Traumland ,wie es oft dargestellt wird , -so sehe auch ich das nicht ,- trotzdem finde ich diesen Artikel unangenehm negativ und destruktiv. – Motz . , motz ,. – was neues in Europa!!!! Bettina

  • Von 10 Dingen die ich in Blogs nichts lesen will , ist die dumme Rassismuskeule die Nr .1 . Wenn jemandem die Maori Folklore nicht gefällt , geht er halt nicht hin , so what ? Ich finds toll . Und wenn man überall Rassisten sieht , auch dagegen gibt sicher was von Ratiofarm . P.S. Selbstverständlich ist ein solcher Blog und sei er selbst von einem Pulitzerpreisträger , für mich für alle Zeiten gestorben.

  • Wir leben seit rund 5 Jahren in Neuseeland und was ich in den Kommentaren lese, finde ich schon recht interessant. Zuerstmal muss ich sagen, dass wir „Spaetberufene“ sind, da wir erst im eher untypischen Alter von 48 auwanderten, nachdem wir in den Jahrzehnten zuvor ausgiebig rund um den Erdball gereist sind.

    Neuseeland ist natuerlich kein Paradies, in dem Milch und Honig fliessen und natuerlich muss man hier auch hart arbeiten, um fuer sich und seine Familie etwas aufzubauen. Aber aus meiner Sicht ist das Leben hier schon noch unkomplizerter und das Miteinander bedeutend freundlicher als in den meisten Laendern Europas.

    Wir haben die ersten Jahre in Sued Auckland, genauer gesagt in Takanini/Papakura, gelebt, einem der sozialen Brennpunkte im Land und haben uns dort sicherer gefuehlt als in den meisten deutschen Grossstaedten. Selbstverstaendlich gibt es Kriminalitaet und eine Rauschgiftszene, die von Gangs beherrscht wird, aber die Haeufigkeit von schweren Delikten ist immer noch so gering, dass defacto jeder Mord oder andere schwerwiegende Straftat, ja selbst ein groesserer Verkehrsunfall mit Todesfolge, einen ausfuerlichen Bericht in den Abendnachrichten wert ist. Die Polizei traegt im normalen Einsatz bis heute nicht mal Schusswaffen.

    Heute leben wir in Whangarei, der mit 50,000 Einwohnern groessten Stadt im Norden der Nordinsel, und sind mehr als angekommen. Jeder Besuch in Deutschland wird uns schon vom Zoellner am Flughafen vermiest und das zeigt die wahre Qualitaet Neuseelands. Bei allen Problemen und Schwierigkeiten ist das Leben hier im Gegensatz zu Europa, Asien oder den USA immer noch massiv „entschleunigt“ und das in Verbindung mit der Natur und der relativ geringen Bevoelkerungsdichte macht letztlich die Lebensqualitaet des Landes aus.

    Ist es jedermanns „Cup of tea“? Ganz sicher nicht und das ist auch gut so. Wem es nicht gefaellt, braucht einfach nicht (wieder) zukommen und wer den Werbespruechen der Tourismusbranche blind vertraut, dem kann man meiner Meinung nach sowieso nicht helfen.

    Mancher Tourist, aber auch mancher junger Kiwi, findet es ziemlich langweilig hier. Auch fuer uns selbst war es Liebe auf den zweiten Blick. Wir haben zuerst einen tollen Urlaub hier verbracht, aber wirklich verliebt in Neuseeland haben wir uns erst, nachdem wir hierher gezogen sind.

    Im Uebrigen finde ich Ihren Artikel richtig gut. Ich kann die Werbesprueche der Tourismus Industrie schon lange nicht mehr hoeren, weil sie den jeweils beworbenen Laendern einfach nicht gerecht werden und oft unrealistische Erwartungen wecken.

  • Hi,

    nein, Mittelerde liegt nicht in England, und das war auch nicht im Sinne von Tolkien. Für Tolkien lag Mittelerde in Island; er war zwar nie da, hat sich aber alles umfangreich schildern lassen.

    Gruß,

    Carsten

  • Ich denke, es ist etwas anderes ob man dort lebt oder „nur“ Urlaub macht. Im Urlaub sieht man das wahre Gesicht Neuseelands meistens nicht.
    Ich habe 6 Jahre in Wellington gelebt und es war kein Honigschlecken. Es gibt in kaum einem Haus Doppelverglasung oder ordentliche Heizungen. Die medizinische Versorgung lässt zu wünschen übrig und kostet enorm viel. Es ist teuer in NZ zu leben, falls man überhaupt ein Visum bekommt, keine Einfache Sache. Selbst ein Tattoo kann ein Aufenthaltsvisum schon verhindern. Urlaub ja, leben…..das muss gut überlegt sein.

  • Ich war in den letzen 5 Jahren 5x beruflich in NZ, aufaddiert knappe 9 Monate, immer in ChCh (bin 2011 3 Tage vor dem großen Beben abgereist) und ich denke ich kann zumindest für diese Stadt ein bischen was zum Thema beitragen.
    Eigentlich ist es mit dem einfachen Satz „Idioten gibt es überall“ kurz, knapp und präzise beschrieben.
    Ich habe die tollsten Leute kennengelernt aber eben auch ein paar Ars…….öcher und auch Rassisten.
    Wie in eigentlich jedem Land dieser Welt gibt es auch dort alle Richtungen und Strömungen.
    In Wanaka, Lake Tekapo und Kaikoura bspw. die liebsten Motelherbergsväter und -mütter gehabt, ich war mit dem Firmenauto dort und man hat mich gefragt was das denn für ne Firma wäre, bischen was darüber erzählt, meine deutsche Herkunft mitgeteilt und ich wurde abends in die örtliche Bar eingeladen und mußte mich fast körperlich durchsetzen (OK, mit 126KG Lebendgewicht wars ein einfaches, lol) um zumindest eine Runde bezahlen zu dürfen.

    Dagegen bin ich in Nelson an einen richtigen Widerling geraten (Deutscher = Nazi, natürlich nur durch die Blume) und habe daher das Motel verlassen und bin in ein anderes gegangen.
    Hat mich zwar NZ $ 100,00 gekostet aber ich wollte einfach nicht dort bleiben.
    Allerdings habe ich auf dem Rückweg 5h 2 französische Mädels die getrampt sind mitgenommen und wir hatten wirklich eine Menge Spaß, viel erzählt und gelacht.

    Will sagen, ach, s.o. 😉

    Allerdings hat mich eine Unterhaltung mit einem Maori den ich 2011 kennengelernt habe und mit dem ich mich auf dem Rückweg von einer Messe in China in Hongkong getroffen habe (er arbeitet dort als TV Kommentator) sehr nachdenklich und betroffen gemacht denn er erzählte mir das Rassimusproblem mal aus der Sicht eines Betroffenen und da wird einem wirklich anders.
    Will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen aber er hat mir ein paar wirklich unschöne Dinge gesagt.
    Er hat allerdings auch nicht verleugnet, daß einige Maori an ihrer Situation nicht ganz unschuldig sind was natürlich nicht im geringsten eine Entschuldigung für Rassismus sein darf und kann!!!

    Zur Landschaft u.ä. ist bereits genug gesagt worden, man sollte wirklich vllt. mal für ne Woche nach Schottland, Irland oder Norwegen fahren/fliegen um zu prüfen ob man „nur“ für die Landschaft so ne Ochsentour auf sich nehmen will.
    Ich bin eh der Meinung, daß man wenn man schon unten ist auf jeden Fall auf der Rückreise noch 5-7 Tage Sydney, Blue Mountains und Port Stephens ins Auge fassen sollte.
    Das ist aber natürlich auch ne Frage der Urlaubstage….

    Ich hoffe das war jetzt nicht alles zu hektisch, bin durch Zufall auf die Seite gestoßen und habs in aller Eile geschrieben.

  • Ich habe sieben Monate lang in Neuseeland Work and Travel gemacht und würde es immer wieder machen. Für mich schienen die Leute einfach entspannter als hier in Deutschland, man macht sich nicht über alles einen Kopf da es bekanntlich für jedes Problem eine Lösung gibt – während ich mir hier quasi mit gerade mal 20 Jahren Gedanken über meine Rente machen sollte.

    Wir haben durch und durch positive Erfahrungen mit den Menschen gemacht. Sei es, als wir uns am Strand festgefahren haben und uns zwanzig Maoris geholfen haben, dort in der Nacht herauszukommen und wir uns, als es dann endlich geschafft war, um den Hals gefallen sind.
    Oder als wir gleich die erste Woche bei einer Familie in Auckland für eine Woche aufgenommen wurden, welche uns dann später eine Sms schickte, ob wir nicht zwei Wochen auf ihr Haus aufpassen möchten – was wir dann auch getan haben. Als wir auf einem Parkplatz gecampt haben wurden wir von einer älteren Frau gefragt ob wir nicht bei ihr Zuhause schlafen möchten, wo wir uns nur verwundert angeschaut haben, denn wer würde in Deutschland fremde Menschen einfach in sein Haus lassen?

    Diese Leute mögen Glücksfälle sein, ja, und ich sage nicht dass alle Leute dort so sind. Genauso haben wir Maori Kinder gesehen die bei einem Einbruch in ein Café Schmiere gestanden haben. Aber solche Leute gibt es überall und die wird es immer geben. Auch dort gibt es schlechte Nachrichten, ganz genau wie hier. Anderen Backpackern wurde das Auto aufgebrochen und sämtliche Sachen wurden gestohlen, auch das kann dir in jedem Land passieren.

    Die abgemachte Uhrzeit einhalten, damit haben die Neuseeländer definitiv ein Problem. Denen macht es nichts aus ob sie entweder ein, zwei, oder auch mal drei Stunden zu spät kommen -für uns Deutsche unvorstellbar. Das mag eine negative Eigenschaft sein, anders ist es dann wieder, wenn es um das Thema Arbeit geht: Da wird pünkltich angefangen und genauso pünktlich wieder aufgehört – Überstunden Fehlanzeige.
    Das alles sind nur meine Erfahrungen bezüglich der einzelnen Themen und auch das heißt nicht, dass es in Neuseeland niemanden gibt der Überstunden machen muss – es ist nur längst nicht so verbreitet wie in Deutschland.

    Für mich war Neuseeland der Wahnsinn, es wird dir überall ein Lächeln mit auf den Weg gegeben – und sei es die Kassiererin die noch bis 24 Uhr an der Kasse sitzen muss.

  • Bei allem Lob und auch Tadel…. Wird aus Maori kein Maoris, nein es bleiben immer Maori. Deren Kultur ich sehr Schätze und Verehre

  • Hallo,

    leben seit 8 Jahren in Nz und muss sagen dass auch hier nicht alles Gold ist was glaenzt. Also „easy going“ ist fuer Urlauber entspannend und sicherlich anders als in Europa. Prima finden wir auch gut, aber der Nachteil ist halt dass es auch nerven kann wenn der Klempner nicht auftaucht oder die obligatorische Stunde zu spaet kommt oder die Autoreparatur auf einmal das 3 fache kostet weil manche Kiwis nicht den Mum haben auch mal nicht so schoene Dinge zu erwaehnen. Klar gibts auch in Deutschland, aber hier ists halt normal und man muss sich daran gewoehnen. Ehrlich gesagt haben wir kaum Einwanderer gefunden die das geschafft haben. Jedes Land hat vor und Nachteile und man muss das Beste raus machen. Deutschland ist auch verdammt schoen und das sieht man erst nachdem man von Straenden nur so umgeben ist und es keine wirklichen historischen landmarks wie in Europa gibt. Also in Neuseeland muss man akzeptieren dass ein Handschlag nicht sehr fest ist, dafuer wird einem ins Gesicht gelaechelt. In Deutschland denke ich ist es andersherum. Natuerlich trifft das nicht fuer jeden zu ist nur generell eine Erfahrung in ueber 8 Jahren hier und fast 30 Jahre in Deutschland.

  • Also wenn die Menschen in Deutschland / Österreich ein Lächeln aufsetzen würden, dir helfen wollen und so auch freundlich sein würden, dann hast schon recht, würden wir vermutlich über Neuseeländer oder Australier nicht so reden, wow, die sind freundlich.
    Jedoch wird sich da nie was ändern, sobald ich in Österreich oder Deutschland bin, werde ich mich immer über diese Leute ärgern müssen, deswegen gehe ich auch nach Australien oder Neuseeland, wies mir dort dann gefallen wird, erfahr ich dann e selber.
    Aber wenn mir wer sagt, ich muss bis an mein Lebensende in Österreich bleiben, ich würde glaube ich total ausflippen.

  • Hi Zusammen.
    Also ist schon interessant , wie die Meinungen hier auseinander gehen. Ich war 2008/9 in Nz. Mir hat es so gut gefallen , dass ich mit Frau und Sohn dorthin uebersiedeln werde. Es ist doch so , das der Umgang miteinander hier in D einfach nur noch zum Ko….. ist. 24/7/365. Ich habe kein Problem mit arbeiten. Mache genug Stunden , nur das drumherum gefällt mir nicht. Ich denke auch , daß die Freundlichkeit in Nz doch mit an der dünnen Besiedlung liegt. Es ist ja in manchen Teilen Nz so , dass man sich freut mal jemanden zu treffen und ein bisschen mit ihm zu talken. Egal woher er kommt. Meine Eindrücke waren jedenfalls durchweg positiv. Ich glaub es ist auch immer eine Frage wie man sich selbst darstellt. Da wären wir dann wieder beim D Problem. Euch Allen a good time greetings

  • Ich liebe NZ und war über die vergangenen zwei Jahrzehnte verteilt unlängst das dritte Mal dort. Familienangehörige und Freunde leben auf der Nord-und Südinsel, insofern war es mir möglich, auch mit ihrer Hilfe die Kehrseite der Kulissen zu besichtigen. Wer sich von den einseitigen Darstellungen der neuseeländischen Tourismusindustrie blenden lässt, sollte sich nicht wundern, wenn die Realität etwas anders aussieht. Viel mehr bedarf es der politischen Kenntnisse, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Die neoliberalen Strategen (allen voran aus China und den USA) setzen dem kleinen Land dort unten weiterhin hart zu. Es ist viel ausländisches Kapital unterwegs, das es zu investieren und zu waschen gilt. Man kauft sich ein, macht sich satt. Auf dem ersten Blick sieht das alles nach Modernität und einem guten Lebensstandard aus. Die meisten Leute leben ihren aus den USA importierten Traum oder bemühen sich zumindestens irgendwie darum: Haus, Auto, Boot, Konsum… Sie halten das für Utopia. Ähnlich wie hier in Mutti furzgemütlicher BRD geht es auch in NZ hauptsächlich um Geld und darum, die Reichen noch reicher werden zu lassen. Die Mittelschicht rackert sich ab, ihren Standard zu halten. Es gibt viel mehr oder weniger gut verdeckte Armut, daher auch Verwahrlosung und Kriminalität. Warum sollte da NZ eine Ausnahme sein. Aber ähnliche Zustände sind mir bereits aus meiner Heimatstadt Berlin bestens vertraut. Hier wie dort betreiben korrupte Politiker ihr Spiel, weshalb sie vom Wahlvolk weiter dazu auserkoren werden, die kranke Scheiße fortzuführen. Logischer Zusammenhang. Es stimmt, freundliche und herzensgute Menschen gibt es überall auf der Welt, was aber in meinen Augen ganz besonders für die Neuseeländer spricht, ist ihre liebenswerte Art, die täglichen Sorgen und Nöte eher von der humorvollen und lockeren Seite zu sehen. Kia Kaha – Bleib stark, speist sich nämlich auch daraus, eher cool zu bleiben und dem Anderen ein freundliches und authentisches Lächeln zu schenken. Und Frauen, Frauen, Frauen – unglaublich, in NZ macht sich Multikulti auf ganz besonders bezaubernde Art bemerkbar. Ich habe das auf meine leise und kultivierte Weise sehr genossen. Das Land liegt bekanntlich als Inselstaat am Allerwertesten der Welt, fernab und verloren im Südpazifik. Das sogenannte Abendland, die klassische Moderne, die bedeutungsvollen „Wahrheiten“ unserer „Denker“ und „Führer“ haben hier keine richtigen Wurzeln. NZ kopiert viel, scheint mir noch auf der Suche nach sich selbst. Alles braucht seine Zeit. Man kann das gut finden oder nicht. Als Mensch, der wie ich aus einer europäischen Großstadt mit einer tiefen und teilweise sehr finsteren Geschichte kommt, fährt man wahrscheinlich auf diese Entfernung ab. Dabei bemächtigt sich eine gewisse Einsamkeit der menschlichen Seele, kommt man sich vor wie in einer Raumkapsel. Dann noch die vielen magischen und entrückten Orte, das unbeschreibliche Licht (großes Kino aus kalten arktischen Winden und heißer Luft aus Australien), all dies sah ich bisher nirgendwo auf der Welt. Sicher, es gibt Ähnlichkeiten mit Norwegen, England, Irland, Kroatien, Montenegro… usw. , aber in NZ bekommt das alles eine ganz besondere Note. Mit Europa ist das nicht zu vergleichen. Dazu inhaliert man die würzige Luft des all gegenwärtigen riesigen pazifischen Ozeans, der eine andere Adresse ist als die Nordsee und das Mittelmeer. Der neuseeländische Wein ist von allerfeinster Güte. Und die Frauen, aber das sagte ich ja schon. Soweit zu meinen Betrachtungen.

  • Erstmal danke, dass ihr auch kritisch seit, und nicht in den Bohei einstimmt „Ach, was für ein außergewöhnliches Pardis Neuseeland doch ist“:

    Ich komme gerade von meiner ersten Reise durch Neuseeland zurück und bin ziemlich ernüchtert. Nicht falsch verstehen, die Reise war sehr schön, aber meine Erwartungen waren viel zu „verklärt“.

    Hier nun meinen Eindrücke zu den 10 Dingen:

    “In Neuseeland gibt es mehr Schafe als Menschen.”
    Na ja, es gibt schon viele Schafe, der Spruch als solches ist ja nicht gelogen. Aber es gibt auch viele Kühe. Was sagt das über Neuseeland? Für mich hängt das auch mit der fehlenden Identität der Neuseeländer zusammen (siehe nächste Aussage)
    “Der Kiwi ist ein Vogel UND eine Frucht.”
    … UND ein Einwohner Neuseelands. Ich hatte bei meinem Besuch das Gefühl, das die Neuseeländer noch keine eigene nationale Identität gefunden haben. Und nun suchen sie halt und VERsuchen, dass was sie darstellen können, rauszustellen. Als „Anhängsel“ eines Weltreiches, welches aber selber schon zusammengebrochen ist und verzweifelt eine Identität sucht, fällt ihnen das aber schwer.
    “In Neuseeland ist es total sicher, da gibt es kaum Kriminalität.”
    Ja, das ist wirklich die übelste Augenwischerei. Viele Touristen gehen dann zu blauäugig mit ihrem Hab und Gut um und wundern sich dann. Interessanterweise habe ich ein starkes Nord-Süd Gefälle gesehen. Sagen dass die Zahlen der Reporte auch aus? Nicht falsch verstehen – ich denke nicht, das Neuseeland insgesamt ein unsicheres Land ist, in das man nicht reisen sollte. Nur die vernünftige Vorsicht, wie in vielen Ländern – auch in Deutschland – sollten man halt walten lassen.
    “Neuseeland ist voll unberührter Natur, unglaublich!”
    Das finde ich aber schon als Aussage, die ich stehen lassen kann. Viel Natur ist da, auch viele sehr schöne Gebiete.
    ABER: Die Neuseeländer bzw. die Tourismusindustrie haben es verstanden, ein sehr verklärtes Bild von Neuseeland aufzubauen. (siehe auch „Mittelerde …“) Und das witzige ist, die, die da waren, machen mit, dieses Bild aufrecht zu erhalten.
    Für mich gibt es hier zwei Aspekte:
    1. Wer schon viel gereist ist, findet in Neuseeland viel (schöne) Landschaften, die er schon von anderen teilen der Welt kennt auf recht kleinem Raum. Die Reise ist dann ok und nett, aber nihts Außergewöhnliches.
    2. Wer noch nicht viel von der Welt gesehen hat, wird häufig die Augen aufreißen. Für diese Reisenden ist Neuseeland immer noch etwas Besonderes.
    „Die wilden Maori-Krieger mit der herausgestreckten Zunge beim Haka – hach, diese pittoresken Eingeborenen …“
    Sehe ich unter zwei Aspekten. Auf der einen Seite helfen die Veranstaltungen und Darstellungen, die Kultur zu erhalten und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, auf der anderen Seite ist das Risiko natürlich da, das es sich in die Richtung „schöne Wilde“ bewegt. Für mich ein ähnliches Dilemma wie in den USA, wo die Indianer bis heute nicht wirklich Bestandteil der Allgemeinheit sind und zwischen beiden Positionen mit alles Vor- und Nachteilen gefangen sind.
    Dennoch finde ich es richtig, dass es Besuchern ermöglicht wird, hierdurch die Kultur der Maori etwas kennenzulernen.
    Nur müssen die Neuseeländer dringend zusehen, dass die Maori in die Allgemeinheit besser integriert werden können (sofern sie dass wollen …)
    “Die Kiwis sind schräge Käuze, die alles aus Number 8 Wire basteln.”
    In den drei Wochen die ich in Neuseeland umhergereist bin, habe ich so viel unterschiedliche Menschen kennengelernt, dass es den typischen „Kiwi“ für mich eigentlich nicht gibt, da stimme ich Dir zu. Vielleicht gehört auch diese zum Thema „Identitätssuche“.
    “Neuseeland ist Mittelerde.”
    Nein, das ist es nicht. Sehe ich auch so. Aber mehr aus einem anderen Aspekt. Man kann Peter Jackson nicht vorwerfen, dass er LotR nicht in Großbrittanien gedreht hat.
    Die künstlerische Freiheit finde ich ok. Und da er die Landschaften von Neuseeland im Film geschickt als Kulisse eingesetzt hat, passt auch.
    Das Problem für mich ist, dass die Landschaftshintergründe aus dem Film nur einen sehr kleinen Teil der Landschaften Neuseelands ausmachen. Und hier wird wieder (das NZ Marketing ist wirklich sehr gut) Verklärung betrieben.
    Schön sehen kann man das, wenn man versucht Drehorte zu finden. Meistens steht man davor und kann sie gar nicht erkennen. So geschickt haben die Macher von LotR das benutzt. Und selbst wenn man mal einen Drehort sieht (z.B. Hobbiton/Matamata oder Edoras/Mount Sunday), sieht man, wie die Filmindustrie trickst. Andere sind einfach gar nicht erst zu finden.
    Wenn der Tourismusverband schon damit wirbt, dann sollten sie es auch richtig machen und die Drehorte vernünftig auffindbar machen und beschreiben.
    “Neuseeland ist ein Paradies, unberührt von den Problemen der Welt.”
    Definitiv nicht. Dazu ist die Welt viel zu klein geworden. Neuseeland hat inzwischen aber auch viele eigene Probleme, die sie versuchen müssen in den Griff zu bekommen (Energie, Müll, Wirtschaft, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, …)
    “Die Neuseeländer sind alle so freundlich und offen – gar nicht wie bei uns!”
    Zitat: „Die Neuseeländer haben die Freundlichkeit schließlich nicht erfunden!“
    Nein, aber sie leben sie besser, als wir das in Europa tun. Das muss ich eindeutig so sagen. Du fragst, was uns daran hindert, auch sie freundlich zu sein? Wir selbst stehen und im Wege. Aber du hast recht – wir alles sollten uns daran ein Bespiel nehmen und versuchen besser zu werden.
    Das habe ich als „Reiseandenken“ aus Neuseeland mitgenommen

    Gruss an alle Reisenden, habt viel Spass.
    Thorsten

  • Ich war im Dezember 2011 in NZ unterwegs (im Rahmen meiner einzigartig schönen Weltreise) und habe dort bei einer Couchsurfing Familie Weihnachten ohne meine eigene Familie, und doch ganz ‚familiär‘, gefeiert! Einiges kann ich nachvollziehen in Deinem Beitrag (die ‚vielen Schafe‘ habe ich auch vermißt, aber die leere Weite nicht minder genossen), einiges nicht (ich habe mich als alleinreisende und doch schon ziemlich betagte Frau überall sicher gefühlt, auch bei manchmal spätabendlichen Touren durch Städte oder Landschaften – vielleicht hatte ich aber auch nur Glück), aber etwas muß ich doch ein wenig ‚gerade ziehen‘: Die Hundertwasser-Toiletten sind nicht „nur ein Klo“! Ich, eigentlich so überhaupt kein Hundertwasser-Fan, fand diese Toilettenanlage wirklich sehenswert! Es gibt soviele Kleinigkeiten, die staunens- und schmunzelnswert dort sind, daß sich für mich die ‚Besichtigung‘ (ohne direkte Notwendigkeit!) gelohnt hat. Überdies kam ich in Kawakawa mit der quasi ‚Hundertwasser-Hüterin‘ dort ganz zufällig ins Gespräch und konnte mit ihr sogar die Farm und die Grabstätte des Künstlers besuchen. Ein großer Fan der Kunst dieses ‚Meisters‘ bin ich trotzdem nicht geworden, aber beeindruckend fand ich dann seine Liebe für Neuseeland und Kawakawa schon! Schlimm finde ich eher, daß inzwischen im ganzen Ort alles mögliche hundertwasser-like hergerichtet wurde/wird, um immer mehr vom Touristmus abzugreifen!
    Leider hatte ich nur zwei Wochen für die Nordinsel Zeit, da ich unbedingt noch ‚in die Südsee‘ wollte (was sich auf Rarotonga/Cook Is. auch unbedingt gelohnt hat!) – aber es steht fest für mich, daß ich auf jeden Fall noch einmal für längere Zeit auf beiden Inseln auf Entdeckungsreise gehen werde – wenn es mir gesundheitlich vergönnt ist!
    Dieses Jahr im November steht Laos und Vietnam an (nachdem ich letztes Jahr aus Kostengründen ’nur‘ eine Rundreise kreuz und quer durch das ganz fantastische Bulgarien gemacht habe) – danke auch für den vorbereitenden Beitrag dazu! Vorher werde ich aber im Mai noch den Iran ergründen – abseits der allgemeinen ‚
    Medienschelte‘ hierzulande!
    Euch auch noch viele schöne Kontakte und erfrischende Erlebnisse auf Euren Reisen!
    Euch wünsche ich noch viele aufregende Reisen

  • Liebe Weltwunderfrau

    Vielen herzlichen Dank für diesen Artikel, ich habe mich köstlich amüsiert beim Lesen! Das Schema hat Potential zum Kult-Status – wann dürfen wir Leser mit der Fortsetzung rechnen? „10 Dinge, die ich nie wieder über [man setzte hier ein beliebiges Reiseziel ein] hören will“? 🙂
    Aber es geht ja nicht bloss um meine persönliche Erheiterung, mir gefällt vor allem auch der „Anstups“ zu differenzierten Denk- und Betrachtungsweisen – und genau da möchte ich kurz etwas einhaken. Einige der Kommentare haben mich doch ziemlich irritiert, bezüglich gewisser Auswüchse der Steuerung menschlichen Verhaltens. Da wäre etwa der bedauernswerte Harald, der seine Reiseaktivitäten anscheinend von irgendwelchen „must-see“- bzw. „must-do“-Listen steuern lässt. Lieber Harald, befreien Sie sich so schnell wie möglich von solchen Zwängen, es wird Ihr (Urlaubs-)Leben immens bereichern!
    Oder auch der Zwischenfall an der BP-Tankstelle: Es ist nachvollziehbar, dass dieses Erlebnis für die Betroffenen in untrennbarer Verbindung mit NZ steht. Dennoch ist es meines Erachtens falsch, so etwas als repräsentatives Beispiel aufzuführen (gilt sowohl für NZ wie auch für jede andere touristische Destination auf dieser Welt). Falls Sie wiedermal in eine ähnliche Situation geraten sollten, versuchen Sie es doch mal mit Deeskalation – ein International anerkanntes Wundermittel mit beinahe 100%iger Wirkungsgarantie. Im gleichen Zug sei mir die Frage erlaubt, was denn die unangenehme Nachbarin auf dem Campingplatz mit NZ zu tun hat?
    Damit das klar ist, ich will niemanden auf persönlicher Ebene angreifen, brüskieren oder provozieren, sondern bloss den Ansatz der Autorin aufnehmen und weiterführen.

    Und jetzt noch zum „Gretchenthema“ Freundlichkeit: Auch wir haben während 6 Wochen NZ ausschliesslich freundliche Menschen angetroffen (dies betrifft übrigens nicht nur die Einheimischen, sondern auch die Touristen). War das Glück? Oder Zufall? Oder alles nur aufgesetzt? Wohl kaum! Die Argumentation „Freundlichkeit bloss aus wirtschaftlichen Interessen“ kann ich hier nicht gelten lassen. Abgesehen davon, dass ich selber im Dienstleistungssektor tätig bin, habe ich ein ziemlich feines Gespür für die Unterschiede zwischen aufgesetzten Emotionen und solchen, die ehrlich sind und von Herzen kommen. Und die Freundlichkeit der Kiwis, die wir erleben durften, war alles andere als aufgesetzt. Womöglich ist das der Grund, weshalb dieses Stichwort immer wieder auftaucht im Zusammenhang mit NZ. Das Thema „easy going“ wurde ja bereits erwähnt und trägt sicher stark zur erlebten Freund- und Herzlichkeit bei. Es scheint die Kiwis ehrlich zu freuen, dass Touristen Ihr Land besuchen, weil sie es schön finden. Übrigens: Falls jemand ein Beispiel von aufgesetzter Freundlichkeit am eigenen Leib erfahren will, dann kann er/sie z.B. mal zu uns in die Schweiz kommen und das Jungfraujoch besuchen. Das ist touristische Abzockerei und Massenabfertigung in Reinkultur…

    • Freundlichkeit, ja das habe ich in Neuseeland häufiger gefunden als in Deutschland.
      Freundlichkeit kostet allerdings Zeit, die wir im hektischen D. nicht mehr haben, da ist eben NZ relaxter, freundlicher.
      Und in Neuseeland läuft die Zeit etwas ruhiger.
      So einfach ist eben manches.

  • Hallo Weltwunderfrau!!!

    Was ich erwartet habe? Die Faszination die beispielsweise Sydney auf mich ausgeübt hat – Harbour Bridge, Opera House… Bin in kurzer Zeit zweimal dagewesen (Stopover in Singapore, bzw. Dubai)
    Trotz Auckland Tower (schönes Erlebnis!) ist Auckland nur eine „kleine Schwester“ von Sydney.
    Auch die Nebenkosten fand ich total überzogen: 20 NZD für ein einfaches Essen im Chinaimbiß, 9 NZD für ein Pint Bier im Pub…
    Ich habe mit den wirklich günstigen Flügen mit der Jetstar aber wenigstens das Optimale aus der Zeit rausholen können!
    Nächstes Jahr gehts nach Tokyo und Seoul (dort war ich schon 3mal, geniale Stadt!!!) und ich werde NZ sicher nicht vermissen!

  • Hallo zusammen!!!
    Ich bin seit 25 Jahren als Hobbyglobetrotter aktiv, habe alle Kontinente bereist und sehe mich in erster Linie als Städtetourist.
    Das „Mußprogramm“ – New York, San Francisco, Rio de Janeiro, Kapstadt, Bangkok, Sydney usw… habe ich bereits abolviert.
    Dieses Jahr habe ich meinen Urlaub in Neuseeland verbracht und muß ehrlich sagen: maßlos enttäuscht!
    Auckland ist nichts anderes als eine Großstadt am anderen Ende der Welt, Christchurch bedingt durch das Erdbeben nur noch ein Trümmerhaufen, allenfalls die Hauptstadt Wellington ist ganz nett, mehr aber auch nicht.
    Fazit: Man sitzt endlose Stunden im Flieger ab, völlig ohne Sinn denn in Schottland oder Irland sieht man gleiches und erreicht es in knapp 2 Stunden.

    • Hallo Harald, schade, dass dir NZ nicht gefallen hat – aber ganz ehrlich, du bist wohl auch der erste Mensch, der in NZ „Weltstädte“ sucht. Was hast du denn da erwartet?

    • Junge Junge, wer nach Neuseeland fährt um dann den Urlaub in einer Großstadt wie Auckland, Wellingten oder Christchurch zu verbringen, hat ja auch wirklich den Schuss nicht mehr gehört.
      Besuchen Sie doch mal 98 % vom Rest der Inseln. Es könnte sich lohnen.

    • „Globetrotter“ wohl nicht wirklich – eher ein ‚Sehenswürdigkeiten-Sammler‘, um die armen Daheimgebliebenen damit mal ordentlich zu beeindrucken! Aber gut, daß solche Hektiker kaum irgendwo außerhalb der ausgelatschten Wege durch die Großstädte dieser Welt anzutreffen sind! So haben wirkliche ‚Reisende‘ die Eindrücke, Erlebnisse und Kontakte in Neuseeland und überall auf der Welt ohne Störenfriede ganz für sich!

  • Guten Abend,
    ich gebe nun mal meinen Senf dazu. Zur Erklärung, bin jetzt seit fast Monaten ein AuPair in Wellington. Habe viel von der Nordinsel gesehen, vom Süden (noch!) gar nix. Einige der 10 widerlegten Fakten stimmen, andere sehe ich von dir als nicht richtig an.
    Richtig: Du hast vollkommen Recht, die Maori sind nur noch am natürlichen Aussehen zu erkennen, sind sonst komplett den Europäern angepasst. Das ist sehr schade, aber ihre Urkultur, die man in „Maori Villages“ in Rotorua sehen kann, wie du bereits sagtest, ist faszinierend und wahnsinnig gut gemacht, des Weiteren verstehe ich nicht, inwiefern diese Villages etwas mit Rassismus zu tun haben? Ist es in deinen Augen eine Grundvoraussetzung, über jedes historische Volk bzw. über jede religiöse Gruppe perfekt informiert zu sein? NEIN! Und im Village, in dem ich war, hat man einfach verdammt viel über das nunmehr historische Leben der Maori mitbekommen. Zugegeben, der Preis war heftig, hat sich aber gelohnt.
    Nun komme ich aber zu einem ganz großen Negativpunkt: Neuseeland zockt ab! Denn sie wissen, dass viele Menschen kommen, um die atemberaubende Natur zu sehen und sobald etwas auch nur im Ansatz schön ist, kostet es einen gehörigen Batzen Geld, das ist blöd!
    In der Kriminalitätsrate muss ich dir, zumindest was Wellington betrifft, widersprechen, musste noch nicht einmal Angst haben in Neuseeland, die Raser auf den Straßen sind nicht mehr als in Deutschland und wenn ich an riesigen Gruppen Jugendlicher vorbeilaufe, dann habe ich in Deutschland Angst, hier wurde ich nicht einmal dumm angemacht. Schlägereien auf der Partymeile Wellingtons konnte ich als regelmäßiger Besucher 2 Stück in fast 6 Monaten beobachten.
    Schafe gibt es mehr als Einwohner Neuseelands. Du scheinst keinen Roadtrip durch die Nordinsel Neuseelands gemacht zu haben, Schafe überall und wenn ich höre dass es auf der Südinsel noch mehr gibt, dann würde ich unterschreiben, dass es mehr Schafe als Einwohner gibt.
    Leider hast du Recht dass es gerade abseits der großen Städte sehr unschön aussieht und viele Dörfer heruntergekommen sind.
    Ich denke, dass Neuseeland nicht das Paradies auf Erden ist, aber dass einige deiner 10 Fakten schlichtweg stimmen. Habe noch 6 weitere Monate, um das beobachten zu können!

    • Danke für deine ausführliche Antwort, Matthes – und toll, dass du deine Zeit in Wellington so genießen kannst. Meinen Groll gegen die Schafe hast du aber falsch verstanden: Ich bestreite nicht, dass es sehr viele sind. Es nervt mich nur, dass dieser Fakt in jedem NZ-Bericht und in jedem Filmchen als erster und scheinbar wichtigster genannt wird. Was sagt denn das schon aus, dass es mehr Schafe als Menschen gibt? Früher wurde daraus geschlossen, dass die Männer sich dann wohl notgedrungen an die Schafe halten müssen… und ich kann verstehen, wenn Kiwis darauf genervt reagieren.
      Dass NZ die immer zahlreicher kommenden Touristen gern auch zum Geldausgeben animieren will, kann ich hingegen gut verstehen – und wenn du dich hier schon abgezockt fühlst, solltest du besser niemals nach Südostasien reisen 😉 In NZ kann man immer noch verdammt preiswert viele tolle Dinge erleben. Einer der Gründe, warum wir uns hier sehr wohl gefühlt haben 🙂

    • Tsss, die Frau Richter… Wir sind geehrt und werben gern schamlos mit, denn das Buch hat auch uns sehr gefallen!

  • Hallo, da möchte ich doch auch mal was sagen…

    Wir waren letzten Dezember mit etwas November in NZ. Wir sind 6 Wochen mit dem WoMo die Nord- und Südinsel bereist. Mann, Sohn (6) und ich.
    NZ war wunderschön. Natürlich sind alle Klischees aus den Reiseführern Klischees, wie in jedem Land. Und die „must do’s“ sind überfüllt. Wir haben uns auch oft gefragt, ob das jetzt wirklich soooo toll und sehenswert ist, wie angepriesen.

    Aber: die Kiwis waren alle ausnahmslos freundlich. Auch untereinander. Ein Plausch an der Supermarktkasse mit der Kassiererin, obwohl dahinter eine riesige Schlange ist und das auch noch kurz vor Weihnachten, ist nur ein Beispiel.Wir wurden überall offen, freundlich, ja sogar herzlich empfangen. Grantige Angestellte, motzende Nachbarn auf Campingplätzen oder anderes Beschriebenes haben wir nie erlebt. Dies erleben wir NUR auf unseren Deutschland- und Europareisen mit dem WoMo. Klar gibt es auch NZ solche und solche Übernachtungsmöglichkeiten. Wir haben auch von 2 Campingplätzen Abstand genommen, weil sie einfach etwas unheimelig und heruntergekommen waren, bzw uns das Klientel nicht gefallen hat. Aber das gibt es überall.

    Vieles was sich an rüpelnder Jugend auf Camping- / oder Zeltplätzen manchmal rumtreibt, ist nicht anders als bei uns. Sie haben aber noch weniger Locations als bei uns auf dem Land, um sich zu treffen. Hier in D nehmen wir es hin, weil es so ist. Dort ist es etwas anders, wir wollen unsere Ruhe, weil wir im Urlaub sind und regen uns auf. Ich bin überzeugt, dass sich mancher Tourist über deutsche Sauf- (nicht nur)Jugend an manchen Plätzen auch aufregt. Ebenso über Schmierereien (in NZ per Strafe verboten), Raserei, Pöbelei etc.
    In NZ gibt alcohol-damn-zones in den Zentren der Städte und größeren Orte. Super! Da liegen keine besoffenen „Kinder“ und Erwachsenen und deren Hinterlassenschaften in Bushaltestellen, Parks und so.

    Ich denke: So wie es in den Wald reinschallt, so kommt es heraus. Und beim Reisen in fremde Länder, sollte man nicht das erwarten, was man zu Hause hat.

    Die Maoris. Wir waren in Whakarewarewa in Rotorua. Unser Guide war wirklich glücklich mit seinem Leben. Das hat er nicht gespielt. Klar haben wir immer die typischen Tourivorstellungen von Einheimischen vor Augen. Auch dort. Aber in W. leben die Maoris. Wir sind sehr kritisch, was so was anbelangt und haben lange überlegt ob das Touri-Nepp ist und wir da hin wollen. Letztlich waren wir dort. Über die Aufführung mag man sich streiten, ob wir in einem Dorf leben wollen würden, wo die Touris permanent uns wie Zirkusattraktionen anglotzen auch, aber wir hatten einen positiven Eindruck.
    Klar ist eine gewisse Trennung von „weiß“ und Maoris in NZ. Die Maoris haben aber auch eine anderen Kultur und schon rein geschichtlich betrachtet ist es logisch, dass sie unter sich bleiben. Wirklich bemängeln wollen wir aber, dass Moaris offensichtlich NICHT in höheren Berufen vertreten sind, sondern eher die „Drecksarbeit“ leisten. Im Parlament sind sie aber sehr wohl vertreten. Aber mal ehrlich, wo auf der Welt, auch in anderen von uns so gelobten und begehrten Urlaubsländern, haben sich die weißen edlen Einwanderer oder Eroberer besser benommen, oder tun es heute???? Immerhin haben keinen Rassenhass oder Fremdenfeindlichkeit mitbekommen. Vielleicht ist sie dort untergründig und subtiler, als bei uns. Hoffentlich nicht.

    Ich könnte noch vieles vieles mehr zu all dem oben geschriebenen sagen. Wir haben einen deutschen Winzer in NZ kennengelernt und von ihm auch vieles über die Kiwis. Vieles ist anders als bei uns und sie „ticken“ auch anders. Aber schlecht sind sie nicht!!!

    Fazit: NZ ist ein wunderschönes Land mit einer überwältigenden Natur. Abseits der üblichen Routen und überall empfohlenen Campingplätze gibt es riesige Einsamkeit, Sauberkeit, Stille, unberührte Natur und Camping- bzw Stellplätze für einen ganz alleine. Aber es hat, wie jedes andere Land auf dieser Welt seine Probleme, wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Natur.

    Wir würden sofort dorthin auswandern, wenn es nicht den absolut unabänderlichen schrecklichen Fehler hätte: Es liegt am andern Ende der Welt.

    • … und darüber kann man andererseits ja auch froh sein, nicht wahr? Denn ansonsten wäre NZ schon lange nicht mehr das unberührte Paradies, das wir Europäer so toll finden. Eure Erlebnisse in Whakarewarewa finde ich ebenfalls sehr interessant, Conni. Danke für deine Gedanken!

    • Es gibt sie schon, aber leider wirklich nur extrem selten, die Maoris in ‚höheren Berufen‘. Ich habe Maori-Couchsurfing-Gastgeber in NZ gehabt, wo sogar die Frau (!) im Vorstand einer großen Bank war!

    • Tja, da gibt es wohl noch ein paar andere Gründe, warum Maoris noch nicht ihren Gesellschaftsanteil geschafft haben. Aber diese Gründe darf man eben nicht laut sagen, weil Tatsachen ja diskriminierend sind. Ich weiß aber, daß sowohl Schulen, Universitäten als auch Stellen im öffentlichen Dienst Maori im gewissen Teilbereichen bevorzugen müssen. Wie heißt das bei uns: Läuft sich alles zurecht.

  • Hallo,
    wir fahren jedes Jahr nach NZ. Jetzt zum 15. Mal. Warum? Ganz einfach: bei uns ist Winter – hier ist Sommer!

    Dass es hier nicht „DAS“ Paradies ist, ist wohl jedem klar. Wer hier lebt muss arbeiten und das nicht zu wenig. Häufig mit 2 Arbeitsstellen und im Verhältnis zu D mit weniger Geld. Zwar gibt es hier einen gesetzlichen Mindestlohn von umgerechnet 8 Euro, aber für qualifizierte Arbeit gibt es im Verhältnis weniger als in D. Ein Grund, weshalb viele nach Australien übersiedeln und dort arbeiten – es gibt dort mehr Geld.
    Allen, die meinen, die Neuseeländer warten nur auf auswanderungswillige Deutsche soll gesagt sein, dass die offizielle Arbeitslosenrate zur Zeit 7,2 % beträgt und, dass der starke NZ$ die Situation nicht besser macht, sondern den Export – und dazu zählt auch die Tourismusindustrie – stark belastet.

    Was zum Verkehr gesagt wurde, ja es stimmt. Auf den Straßen geht es ruppig zu, man fährt hier immer 100km/h. Gemütlich bummeln ist nicht. Sollte man als Tourist mal langsam fahren, dauert es nicht lange und ein riesiger LKW taucht im Rückspiegel auf: Abstand keine 3 m – nicht wirklich schön. Aber kein Hupen oder Blinken.

    Und die Kriminalität. Na ja, es gibt Einbrüche und Überfälle, auch Mord und Totschlag. Wie überall in der Welt. Aber wird denn in D jeder Mord beispielsweise in der Tagesschau gebracht?. Hier in den Nachrichten ja. Jeder Einbruch, jeder größere Unfall findet sich in den örtlichen Zeitungen. Wenn das so bei uns wäre, wie dick wäre wohl die Zeitung und wie lang die Tagesschau? Also Kirche im Dorf lassen.

    Die Neuseeländer: Finden sich zwei Neuseeländer in Oslo auf der Straße: Es gibt ein großes Hallo, ein Gespräch über woher,wohin.

    Die Deutschen: Treffen sich zwei Deutsche in Tokyo: Nun, genau man geht sich aus dem Weg, vermutlich schweigt man, damit man nicht als D. erkannt wird.

    Genau so ist es mit der Freundlichkeit. Warum sind die – DIE WIR KENNEN – Neuseeländer hilfsbereit, freundlich? Vielleicht weil „easy going“ ein Lebensinhalt ist? Geschäfte schließen um 17.00 Uhr. Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, werden am nächsten Werktag nachgeholt. Man trifft sich kurzfristig zum BBQ, es geht mit der Kleidung unkompliziert zu. Betrunkene Rugby Spieler bitten im TV um Entschuldigung, Der Ministerpräsident steht Rede und Antwort im TV, ich meine hier tatsächliche konkrete Antworten, die auf eine konkrete Frage folgen. Die Schule, die Straßen, das Umfeld sind wirklich Teil der Bürger. Geht es um Geld, ist durch eine deutliche Begrifflichkeit klar, dass es immer um Steuern, um Steuergelder geht, also um das Geld jedes Einzelnen. Kurzum – es geht irgendwie anders zu hier in NZ.
    Und das ist eben wohl nicht auf D übertragbar. Politiker geben Antworten auf nicht gestellte Fragen und kommen regelmäßig damit durch. In D geht es 24/7/365 volle Pulle. Man muss nachts zum Aldi, in Berlin um 2 Uhr Bücher kaufen, Niedrigstlöhne, verantwortungslose Steuergeldverschwendung. Eine Begrifflichkeit „STAAT“, die verschleiert, dass es um das Eigentum jedes Einzelnen – um sein Geld – in D. geht.

    Und ja die Natur, natürlich sah es hier in NZ vor rund 1000 Jahren ganz anders aus:
    Keine Menschen, keine Raubtiere (Adler ausgenommen), eine Flora und Fauna, die weltweit einzigartig war – und deren immer noch beeindruckende Reste auch heute noch einzigartig sind.
    Eine Naturlandschaft, die auf dem Gebiet der ehemaligen Bundesrepublik alles hat, was man in ganz Europa verteilt vereinzelt vorfindet. Das macht ein besonderen Reiz aus.
    Kein Ort ist weiter als 100km vom nächsten Ozean entfernt.

    Und wenn alles das nicht gut ist: Kommen Sie in Auckland oder in Christchurch an: An der Passkontrolle: Freundliche Damen und Herren, die zwar genau aber entspannt kontrollieren, auch ein persönliches Wort (mit beruflichem Hintergrund – natürlich) wechseln und wenn man nicht den berühmten Apfel vergessen, die vielleicht schmutzigen Boots nicht gesäubert hat, dann ist man ruck zuck in NZ und taucht ein in eine Gesellschaft in der wir uns wohlfühlen.

    • Hallo Gerd, danke für deine ausführliche Meinung – ihr seid ja offenbar wirklich schon „alte Hasen“, was NZ betrifft 😉 In einem Punkt muss ich aber widersprechen: Während es in D nach wie vor nahezu unmöglich ist, sonntags einzukaufen, kann man in NZ in den großen Supermärkten 24/7 shoppen. Sicherlich auch wegen der geringen Lohnkosten für die Angestellten …

    • Ich würd mal sagen der Grund, warum sich deutsche aus dem Weg gehen wenn sie andere Deutsche in Neuseeland treffen wäre, dass jedes Backpacker hotel einfach voll mit Deutschen ist, überall wo du hingehst hörst du deutsch!

      Da Neuseeland so weit weg ist von überall ist es natürlich noch etwas besonderes jemand anderen aus Neuseeland zu treffen, klar freut man sich da, würd ich auch… 😛

      Just saying..

    • Öhm, ich hatte nicht den Eindruck, dass sich Deutsche in NZ aus dem Weg gehen? Wir haben das jedenfalls nicht gemacht; wäre ja auch ganz schön albern. Anyway, da sollte sich wohl jeder Deutsche erst mal an die eigene Nase fassen, bevor er über „die Deutschen“ meckert (was mir wiederum typisch deutsch erscheint) 😉

  • Ein sehr interessanter Artikel. Auch ich war vor einem Jahr in Neuseeland – meine erste Flugreise überhaupt und das gleich bis ans andere Ende der Welt.
    Ich denke mal, es wird auch viel glorifiziert. Daß Neuseeland wie (mehr oder weniger) jedes andere Land der Welt so seine Probleme hat, ist doch ganz klar. Und daß es auch nicht frei ist von Verbrechern, auch. Und daß die Leute uns Touristen gegenüber (meistens) sehr freundlich sind, ist auch kein Wunder. Schließlich sind wir im Urlaub auch relaxed und freundlich und so wie es in den Wald hineinruft… Naja, das Sprichwort kennt ja jeder. Ausnahmen gibts freilich immer, wenngleich ich während meiner Reise wirklich nur ausnahmslos freundliche und sehr hilfsbereite Menschen getroffen habe.
    Die Landschaft ist wirklich paradiesisch schön, aber da gibt es natürlich auch viele andere Ecken der Welt, wo es schön ist. Und ja, sogar in Deutschland!
    Natürlich wird Neuseeland mir immer in positivster Erinnerung bleiben, weil es ganz einfach das größte war, was ich bisher erleben durfte. Als Tourist würde ich es auch jederzeit wieder bereisen wollen. Aber ob das Leben dort einfacher ist als anderswo, dort sein Leben zu verbringen, das wage ich doch zu bezweifeln….

    • Hallo

      wir waren vor 2 Jahren in Neuseland und haben Nord- und Südinsel mit dem WoMo bereist. Aufgefallen sind uns die genervten WoMo -Touris, die ständig in Hetze waren, weil sie alle Sehenswürdigkeiten,die in den Reiseführern vermerkt sind, anfahren müssen. Uns ist aufgefallen, dass die ganzen Routen mit Sicherheit von der Tourismusindustrie festgelegt worden sind.
      Neuseeland ist ein landschaftlich wunderschönes Land- doch das wars auch schon.Viele agressive Autofahrer- unfreundliche Campingplatzverwalter und in den normalen Lokalen auch nicht die freundlichsten Gesichter.
      Wir haben es gesehen,doch wirmüssen da nicht mehr hin.
      Nein- das wars- Neuseeland gesehen und das reicht.uchtmLo

    • Hallo Urs,
      es tut mir leid, dass Neuseeland euch nicht so begeistern konnte wie uns. Interessant, dass „unfreundliche Menschen“ so ein wichtiger Grund für das negative Urteil einiger Neuseeland-Besucher sind; wart ihr schon mal in Vietnam? 😉

  • Schön dass man auch mal über die negativen Seiten spricht. Mein Freund will unbedingt im Sommer hin, jetzt hab ich ein bißchen was zum diskutieren 😉
    Danke und LG Lena

    • Liebe Lena, nicht falsch verstehen! Ich finde, NZ ist unbedingt eine Reise wert und vieles ist dort wirklich sehr, sehr schön. Was mich nervt, ist eher die einseitig-abgedroschene Berichterstattung darüber hierzulande. Dafür können die Kiwis eher weniger (mal abgesehen vom Mittelerde-Hype, den sie selbst lanciert haben…). Dass in NZ jetzt grad eben Sommer ist, habt ihr aber mitbekommen? 😉

  • Was ich überhaupt nicht hören will ist: “Die Neuseeländer sind alle so freundlich und offen …!”
    Wir waren von Mitte Oktober bis Ende Dezember 2012 in Neuseeland und ich kann genügend Beispiele nennen, die das widerlegen.
    Da war z.B. der Tankwart der BP-Tankstelle in Coromandel der „Locals“ Vorrang gewährt und uns als „Schei…-Touristen“ betitelte und auch nicht vor Handgreiflichkeiten gegenüber meiner schwangeren Frau zurückgeschreckt hat, als diese schlichten wollte. Was war passiert? Nach den wüsten Beschimpfungen entschlossen wir uns Anzeige zu erstatten und ich fotografierte ihn zur Identifizierung – da rastet er völlig aus!
    Oder die Campingplatznachbarin in Matata, die uns aufforderte unser Wohnmobil doch gefälligst weiter links zu stellen, weil wir auf ihrem Parkplatz stünden – ohne dass es Begrenzungen der einzelnen Stellplätze gegeben hätte! Auch dass unsere Kinder gerade barfuß in Dornen getreten waren und fürchterlich weinten interessierte sie nicht, ich sollte doch sofort umparken.
    Und zu guter Letzt noch die vielen Hundebesitzer, die eigentlich immer frech wurden wenn man sie darauf hinwies, dass sie doch bitte ihre Hunde von unserer kleinen Tochter (18 Monate) fernhalten sollten.
    Ich könnte diese Liste noch beliebig fortführen. Ich habe mir natürlich meine Gedanken gemacht, woran das liegen könnte. Bei keiner unserer vorherigen fünf Neuseelandreisen habe ich derartige Erfahrungen gemacht. Lag es daran, dass wir das erste Mal mit Kindern unterwegs waren? Oder ist es die Tatsache dass die Wirtschaftskrise auch in Neuseeland angekommen ist und es vielen Leuten schlechter geht als früher? Ich habe dieses Mal noch nie so viele „For sale“ Schilder an Häusern gesehen und Leute die fest auf einem Campingplatz wohnen!

    derkiwi

    • Öhm, sooo negativ hatte ich das aber nicht gemeint – da hattet ihr ja wirklich eine Menge Pech! Tatsächlich habe ich viele Neuseeländer als extrem freundlich kennengelernt, die meisten sind sicherlich „ganz normal“; aber ein so rüdes Verhalten wie das von dir beschriebene empfinde ich wirklich als ungewöhnlich.
      An den Kindern kann das nicht liegen, wir haben da komplett gegenteilige Erfahrungen gemacht.
      Tatsächlich erinnere ich mich jetzt noch an mein Erstaunen, als ich nach zwei Monaten NZ zurückblickte und feststellen musste, dass ich mich in all der Zeit über niemanden geärgert hatte 🙂
      Ich hoffe, eure Reise ist euch durch diese Erlebnisse nicht versaut worden? Erzähl doch mal…

    • Wuah – kaum im fremden Land, führen wir uns wieder auf wie Graf Kox aus dem Arierland.

      Verständlich, dass dann jemand versucht ist, so einem Ar…. mal eins auf die Fresse zu geben.

      Dass er das dann wohl doch nicht tat, zeigt doch eh schon die riesige Toleranz gegenüber den Touris.

  • Was ich nie wieder hören will ist: Neuseeland hat mir viel besser gefallen als Australien!
    Das ist ja auch ungefähr so, als würde man ne Kiwi mit ner Banane vergleichen. Und das man seinen Campervan nicht irgendwo allein unbeaufsichtigt stehen lassen soll, da er sonst ausgeraubt wird, war schon im Jahr 2000 so. Möchte nicht wissen wie es heute ist. Liebe Grüße, Nadine

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