On the road in NZ

20 Tipps & Tricks für eure Campervan-Reise durch Neuseeland

Wohnmobil-Fahren ist doch kein Hexenwerk, das kann ja jeder! Denkt ihr. Aber auf eurer Neuseeland-Reise werdet ihr eine Menge Fehler machen, weil ihr wichtige Kleinigkeiten nicht kennt. Es sei denn, ihr lest aufmerksam diesen Beitrag!
Campervan Milford Road

Bringt eine Kreditkarte mit (oder zwei)

Die allermeisten Campervan-Vermieter akzeptieren für die Bezahlung vor Ort nur eine Kreditkarte. Die muss gedeckt sein, und um Stress zu vermeiden, solltet ihr eure Bank im Voraus informieren, dass bald ein großer Betrag abgehen wird.

Falls ihr nicht das Komplettpaket für die Kasko-Versicherung gewählt habt, sondern eine Selbstbeteiligung riskiert: Diese Selbstbeteiligung in Höhe von bis zu 7.500 NZ$ müsst ihr sehr oft ebenfalls „in echt“ von eurer Kreditkarte abbuchen lassen; der Betrag wird dann bis zur Fahrzeugrückgabe „eingefroren“ (und kann mit Pech bei Wechselkursänderungen ordentlich an Wert verloren haben…).

-> Die beste Kreditkarte für Neuseeland? Findet ihr hier vielleicht.

In Neuseeland wird links gefahren

Das ist eigentlich ein „no-brainer“, jeder von euch weiß das. Nach einer 32-stündigen Anreise fast ohne Schlaf und im hektischen Einfädelverkehr mit Kreisverkehren und Linksabbiege-Vorgängen gerät diese Regel aber schnell in Vergessenheit!

Unser dringender Rat: Schlaft euch aus, bevor ihr euren Campervan übernehmt. Wenn am Lenkrad oder an der Frontscheibe nicht ohnehin ein Hinweis-Sticker mit einem roten Pfeil klebt, der die richtige Fahrbahnseite markiert, dann schafft euch selbst eine Erinnerungshilfe!

-> Mehr über die Verkehrsregeln in Neuseeland

Neuseeland Roadtrips Tongariro National Park

Vor dem Start: alles festbinden!

Auch nach mehreren Wochen im Campervan in Neuseeland ist es uns noch passiert: Wir fahren auf den Highway auf, nehmen die erste Kurve und horchen erschrocken nach hinten – wo wieder einmal eine Schublade aufgesprungen ist und ihren Inhalt im Innenraum verteilt hat.

Geschirr, Utensilien und jeglicher Kleinkram müssen JEDES MAL vor dem Losfahren aufgeräumt und gesichert werden – das nervt, ist aber unumgänglich.

Tipp: Prüft schon bei der Übernahme des Campervans, ob die Schränke und Schubladen richtig schließen. Auch die Kühlschranktür muss richtig fest schließen!

Pro-Tipp: Denkt auch unbedingt daran, beim Verlassen eines Campingplatzes das Stromkabel abzuziehen – das gibt sonst einen sehr hässlichen Schaden…

Wie hoch seid ihr?

Tunnel und Brücken sind in Neuseeland recht selten, aber über die Einfahrt in eine Tiefgarage denkt man doch ab und zu nach. Wenn ihr dann genau wisst, wie hoch euer Wohnmobil ist, seid ihr euch sofort im Klaren, ob ihr feststecken werdet oder nicht.

Notiert euch die Abmessungen eures Campervans also (auch Länge und Breite sind für Parklücken wichtig) und klebt die Zahlen aufs Armaturenbrett.

Nicht vom Weg abgehen

Mit einem gemieteten Campervan könnt ihr beileibe nicht überallhin fahren, wohin ihr wollt. Fast jeder Campervan-Vermieter in Neuseeland macht im Vertrag Ausnahmen, auf denen ihr das Fahrzeug nicht fahren dürft – tut ihr es doch und habt einen Unfall, verliert ihr euren Versicherungsschutz.

Einschränkungen können sein:

  • Fahren auf Gravel Roads generell verboten -> ganz schlecht, damit entgeht euch quasi die Hälfte von Neuseeland
  • Fahren auf Stränden (zum Beispiel dem Ninety Mile Beach) verboten -> vernünftig, das solltet ihr nur mit viel Erfahrung riskieren
  • Fahren auf bestimmten Straßen verboten:
    • Skippers Road (Queenstown) -> vernünftig
    • Ball Hutt Road (Mount Cook) -> vernünftig
    • Crown Range Road (von Queenstown nach Wanaka) -> Blödsinn, das ist eine ganz normale Straße mit super Aussicht
    • alle Straßen nördlich Colville auf der Coromandel Peninsula -> schlecht, wenn ihr dort campen wollt

Und natürlich dürft ihr unter keinen Umständen komplett von der Straße abfahren und 4WD spielen!

Neuseeland Campervan oder Mietwagen

Wer nicht fährt, sitzt bald im Dunkeln

Man will ja nicht jeden Tag Strecke machen und manchmal einfach ein paar Tage ausspannen. Aber wenn ihr dabei im Campervan den Kühlschrank laufen lasst und abends Licht anmacht, entziehen diese Geräte der Autobatterie den Saft.

Nach spätestens zwei Tagen im Stand ist dann der Ofen aus – macht also wenigstens zwischendurch immer mal den Motor an und fahrt eine Runde, um eure Batterie wiederzubeleben.

Seekrank wird man auch auf dem Rücksitz…

… besonders, wenn der sich weiter hinten im Wohnmobil befindet. Dort schaukelt es ordentlich, und man hat keinen freien Blick nach vorn auf die Straße. Die in der Regel ziemlich kurvig ist.

Für Menschen, die bekanntermaßen zu Reisekrankheit neigen, ist ein Campervan-Roadtrip durch Neuseeland nicht die beste Wahl. Für alle anderen: Rüstet euch vorsichtshalber mit SeaBands aus.

Kinder im Campervan in Neuseeland

Parken am Straßenrand ist (oft) verboten

In den ländlicheren Gegenden von Neuseeland sind staatliche Straßen manchmal schlecht von privaten Straßen bzw. Zufahrten zu Farmen zu unterscheiden. Am Rand solcher Nicht-richtigen-Straßen dürft ihr euren Campervan nicht parken, schon gar nicht über Nacht!

Direkt am Straßenrand ist Freedom Camping ohnehin nicht erlaubt.

-> Mehr zum Thema Freedom Camping und wo es erlaubt ist

Folgt der 16-Uhr-Regel

Wir haben die 16-Uhr-Regel beim Campervan-Reisen mit Kindern aus eigener bitterer Erfahrung entwickelt (und halten sie trotzdem nicht immer ein…): Spätestens gegen 16 Uhr solltet ihr euer Tagesziel erreicht haben oder dringend anfangen, nach einem passenden Campingplatz oder Stellplatz zu suchen.

In der Hochsaison wird danach schnell alles voll sein, und im Dunkeln nach einem Platz für die Nacht zu suchen, nervt. In Neuseeland wird außerdem dringend abgeraten, nachts zu fahren – dann kommen die wilden Kiwis aus ihren Löchern… (nein, keine Ahnung, was dann so gefährlich ist).

Auch generell ist es gut, wenn ihr euren Kids noch ein paar Stunden Bewegung und euch Entspannung nach einem Tag „on the road“ gönnt. Denkt auch daran, dass Kochen, Essen, Aufräumen, Waschen und Zubettbringen mehr Zeit brauchen, als ihr denkt. Und ihr habt ja Urlaub!

Vor dem Parken: genau hinschauen!

Es ist großartig, dass man in Neuseeland in der freien Natur übernachten kann. Und es ist auch großartig, dass viele einfachere Campingplätze sehr naturbelassen sind.

Bevor ihr euer schweres und großes Gefährt auf einen kleinen Campingplatz, eine schmale/steile/matschige Zufahrt, eine regennasse Wiese oder anderes unbekanntes Terrain manövriert: Checkt die Bedingungen vorher!

Wenn ihr euch im Matsch festgefahren habt oder am Meer nachts von der Flut überrascht werdet, ist das nicht mehr lustig. Nach starken Regenfällen treten auch kleine Bäche in Neuseeland schnell über die Ufer und werden zu reißenden Flüssen – dabei kommen immer wieder Menschen zu Tode.

Wohnmobil Campervan Neuseeland

Bald kommt hier die Flut…

Ohne Strom nix los

Freedom Camping ist toll, und euer Campervan ist doch extra „self contained“ – was wollt ihr da auf einem Campingplatz?!

Eure elektronischen Geräte aufladen und den Toaster, die Mikrowelle, den DVD-Player im Fahrzeug benutzen, das wollt ihr. Und solange euer Campervan nicht an einen 240-Volt-Anschluss an einer „powered site“ angeschlossen ist, geht all das nicht.

Keine Angst: Der Kühlschrank, die Wasserpumpe und die Innenraumbeleuchtung funktionieren immer! Diese werden über die Autobatterie mit Strom versorgt. Alle anderen Anschlüsse würden diese Batterie zu sehr belasten.

Die Lösung: Kochen könnt ihr auch ohne Stromanschluss auf dem Gasherd. Und für eure Devices beschafft ihr euch einen Konverter/Spannungswandler von 12 auf 240 Volt mit Adapter für den Zigarettenanzünder, am besten schon in Deutschland (neuseeländische Geschäfte sind nicht immer gut mit Technik ausgestattet und teuer).

Tipp: Seid ihr nicht im Hochsommer unterwegs, braucht ihr evtl. auch mal die Standheizung. Prüft unbedingt, ob die sich auch ohne externen Stromanschluss betreiben lässt!

Nicht ohne meine Taschenlampe

Eine Taschenlampe oder Stirnlampe gehört nicht zur Grundausstattung von Wohnmobilen – dabei braucht man sie beim Camping täglich! Für den Gang zur Toilette oder über das Campingplatzgelände im Dunkeln, für Nachtwanderungen, für das Suchen von Diesem und Jenem im Fahrzeuginneren, während die anderen schon schlafen…

Profi-Tipp: Kauft eine wiederaufladbare Taschenlampe oder nehmt Ersatzbatterien mit.

Schützt euch vor Insekten

Nicht jeder Campervan ist mit Fliegengittern ausgestattet. Bevor ihr aus der Stadt hinausfahrt, rüstet unbedingt eure Fenster nach! Ansonsten könnt ihr, wenn draußen die Moskitos summen, nur mit geschlossenen Fenstern schlafen, und das ist im Sommer eine Qual.

Noch wichtiger: Bevor ihr ins Fiordland oder an die Westcoast fahrt, beschafft euch ein Repellent gegen Sandflies und denkt daran, eure Fenster auch tagsüber geschlossen zu halten (die Biester sind tagaktiv und so winzig, dass sie sich auch durch Fliegengitter quetschen können).

-> alles, was ihr über Sandflies in Neuseeland wissen müsst

Wer oben schläft, muss ruhig sein

Überlegt euch vorher, wer im Campervan wo schlafen darf. Die Schlafkabine über der Fahrerkabine (der Alkoven) oder die zweite Ebene im Hochdach der kleineren Kastenwagen ist nur über eine Leiter zu erreichen und ziemlich eng.

Darüber hinaus kann man dort leicht hinauspurzeln – wenn man ein unruhiger Schläfer ist oder nachts dringend zur Toilette muss.

So sehr sich diese gemütlichen Kojen daher für die Kinder anbieten: Wir würden das erst ab ca. vier Jahren empfehlen.

Tipp: Einige Vermieter statten die Alkoven-Kabinen mit Sicherheitsnetzen aus.

Campervan schlafen Kinder

Guten Morgen! (Nein, diesen Campervan haben wir in Japan gemietet)

Abwasser gehört NUR in die Dump Station

Die unzulässige Entsorgung von Abwasser, sei es aus dem Wassertank oder dem Klo, ist nicht nur eine Schweinerei, sondern zerstört auch die Umwelt. Erwischt man euch dabei, wie ihr euer Abwasser einfach in den Gully oder gar in die Natur ablasst, winkt euch ein mindestens vierstelliges Bußgeld.

Dasselbe gilt im Übrigen auch für Abwaschwasser aus einer Waschschüssel, Seifenwasser vom Haarewaschen etc. Verschont die Natur damit!

Für die korrekte Entsorgung von Abwasser stehen im ganzen Land „dump stations“ bereit, sehr viele dürft ihr sogar kostenlos nutzen und könnt dort auch Frischwasser nachtanken. Seid ihr auf einem privaten Campingplatz, ist die „dump station“ fast immer inklusive.

Tipp: „dump stations“ sind in guten Straßenkarten mit einem blauen Symbol verzeichnet. Auch in der CamperMate-App könnt ihr gezielt danach suchen.

Tipp 2: Schaut bei der Übernahme eures Campervans, ob der Ablassschlauch länger als zwei Meter ist. Wenn nicht, kauft euch im Warehouse einen längeren, dann kommt ihr an verwinkelten Stellen nicht ins Schwitzen beim „dumpen“.

Campervan Dump Station Neuseeland

So wird gedumpt

Füße abtreten!

Das klingt jetzt spießig, aber gerade wenn ihr mit Kindern in Neuseeland reist und am Strand seid, wird unheimlich schnell unheimlich viel Sand und Dreck in die Wohnkabine geschleppt. Das nervt spätestens an Tag 2 ungemein, weil der Sand in jede Ritze kriecht.

Also: Wer rein will, muss die Straßenschuhe ausziehen oder (wenn er/sie barfuß war) die Füße abputzen. Wir haben es zur Pflicht gemacht, sich beim Eintreten fix die Füße mit dem Handfeger abzukehren.

Gasflasche: wiederbefüllbar!

Die roten Propangasflaschen, die ihr im Campervan zum Kochen braucht, soll man am Ende des Mietzeitraums oft voll zurückgeben; ansonsten füllt sie der Vermieter (zu einem teureren Preis) selbst auf.

Ist eure Gasflasche erst halb leer, ärgert euch nicht: Ihr müsst keine neue, volle kaufen. An jeder Tankstelle in Neuseeland werden Propangasflaschen wieder aufgefüllt, das ist spottbillig.

Sparen mit Coupons

In unseren Breiten hat das Sammeln von Coupons oft noch einen etwas schäbigen Beigeschmack. In Neuseeland ist es nicht nur beliebt, sondern wirklich lohnend: Auf den Kassenzetteln von „New World“ findet ihr fast immer Tankgutscheine, die pro Liter bis zu 6 Cent Rabatt geben, bei Countdown bekommt ihr über die „One Card“ Prozente. Das lohnt sich!

-> Noch mehr Spartipps für Neuseeland-Reisen findet ihr hier.

Sparen mit der Top Ten Holiday Parks Card

Allein aus finanziellen Gründen würden wir es nicht empfehlen, öfter als unbedingt nötig in einem Top Ten Holiday Park abzusteigen. Aber wenn ihr das doch tut, lohnt sich die Mitgliedskarte schon ab der zweiten Übernachtung (dann gibt es 10 % Rabatt).

Und: Ihr bekommt damit auch ordentlich Rabatt auf die Fährfahrt mit der Interislander – also bucht die nicht schon von zu Hause, das hat Zeit!

Interislander oder Bluebridge Fähre

Ausblick von Deck 10 des Interislander über den Queen Charlotte Sound

Campervan immer abschließen

Es ist leider nicht so, dass Neuseeland ein Paradies ohne Kriminelle ist; eher im Gegenteil. Schreibt es euch hinter die Ohren:

  • Lasst niemals Wertsachen im Auto, wenn ihr es irgendwo parkt.
  • Schließt immer die Tür ab, wenn ihr euer Wohnmobil unbeaufsichtigt lasst, und bitte auch nachts.

Große Miet-Campervans werden in der Regel nicht gestohlen; aber sie werden sehr wohl und sehr häufig ausgeraubt. Gebt Dieben keine Gelegenheit!

-> Hier lest ihr noch mehr Tipps, wie ihr euch vor Kriminalität in Neuseeland schützen könnt.

Habt ihr noch mehr Campervan Tipps und Tricks aus Neuseeland mitgebracht, was man beachten muss und leicht vergisst? Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen!

 

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