Ausrüstung und Praktisches

Reiseführer, Apps & Co.: Immer gut informiert in NZ

Was sind die besten Informationsquellen für Neuseeland-Reisende? Klar ist der Sinn des Reisens das Selbst-Entdecken des besuchten Landes. Wer den Tipps der Reiseführer hinterherhetzt, erlebt nicht viel eigenes. Aber sich an den Empfehlungen anderer zu orientieren, hat ja oft auch einen ganz praktischen Nutzen. Wir sagen euch, welche Info-Quellen für Neuseeland wir sinnvoll finden – und warum.

Weltwunderer Guidebooks NZ

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Blogparade „Die wichtigsten Info-Quellen für Reisende„. Dort findet ihr auch die Beiträge anderer Reiseblogger, die sich Gedanken zum Thema Reiseplanung und Reiseführer gemacht haben. Interessant finde ich vor allem den Beitrag von Ellen aka Patotra, die ebenfalls mit drei Kindern um die Welt reist.

Wir LIEBEN Reiseführer aus Papier und halten sie für unheimlich nützlich. Den Ballast, den sie in puncto Gepäck darstellen, nehmen wir gern in Kauf, auch auf Rucksackreisen. Nennt uns altmodisch, aber die Faszination des Ebook-Reiseführers hat sich uns noch nicht erschlossen. Vielleicht einfach, weil wir als Eltern „gebrannte Kinder“ sind und immer wieder unsere Smartphones und das Tablet mit leergespielten Akkus aus dem Kinderzimmer retten müssen? Ich mag es außerdem, wenigstens im Urlaub mal nicht ständig auf ein Display zu schauen und abends nach Steckdosen für multiple stromhungrige Devices suchen zu müssen.

Noch mehr Vor- und Nachteile von Papier versus Elektronik stellt der Freistilchaot in seinem Beitrag zur Blogparade vor.

Reiselektüre im Hause Weltwunderer

Schon lange vor einer geplanten Reise sammeln sich im Hause Weltwunderer Reiseführer, Landkarten und manchmal auch Kochbücher und Sprachlehrgänge, in denen dann alle Familienmitglieder ausgiebig schmökern. Vorfreude, schönste Freude eben. Während die Kinder einen generellen Eindruck von unserem Reiseziel bekommen sollen (und dafür gern und ausgiebig mit Lesematerial versorgt werden), nutze ich selbst die Vorbereitungslektüre gezielt, um unsere Reiseroute aufzustellen.

(Disclaimer: Ich spreche hier ganz bewusst nur von mir, weil der Weltwundermann es vorzieht, blauäugig ergebnisoffen an jede unserer Reisen heranzugehen. Mit anderen Worten: Ich reiseführe, er reisefolgt. Find ich prima, denn das ist die einzige Zeit im Jahr, wo er brav meinen Anweisungen gehorcht.)

Lonely Planet, ick mag dir

Für die Planung einer Reiseroute finde ich die Vorschläge des „Lonely Planet Neuseeland“ recht praktisch, der für jeweils eine, zwei und noch mehr Wochen Reisezeit verschiedene Routenvorschläge macht. Und nein, mir kommt kein anderer Verlag ins Haus, jedenfalls nicht für den Hauptteil der Vorbereitung. Ich mag die nachvollziehbare Aufteilung, die (fast immer) guten Karten, die vielen Adressen, die genaue Beschreibung der Verkehrsmittel, die lockere Schreibe und meistens auch die Auswahl der beschriebenen „Attraktionen“ – nicht zu viel Kultur und Kunst, nicht zu viel Party und hin und wieder mal ein Tipp für Eltern.

Andere Reiseführer gehen automatisch davon aus, dass man in teuren Hotels wohnen möchte oder dass man seine Unterkunft bereits vorgebucht hat; die Lonely-Planet-Redaktion kennt uns und weiß, dass wir a) sparen wollen und b) gern spontan vor Ort ein Quartier suchen. Und er weiß, dass wir uns am meisten über budgetfreundliche Tipps freuen.

Die oft sehr lesenswerten Abschnitte zu Landeskunde, Geschichte etc. lese ich natürlich auch – aber die hebe ich mir meistens für die Reise auf, sollte doch einmal Zeit für ungestörtes Lesen sein. Meine Familie erfreue ich dann im Flugzeug oder im Campervan mit meinen neuesten Erkenntnissen („Echt, Mama? … Schaut mal da, ein Baum!“).

Habe ich einen ersten Eindruck davon bekommen, was in der uns zur Verfügung stehenden Zeit an Strecke machbar ist, lese ich die entsprechenden Kapitel im Lonely Planet durch und versehe alles, was mich interessiert, mit Markierungen.

Da die Autoren des Lonely Planet bestimmt allesamt nette Menschen sind, aber nicht immer genau unseren Geschmack treffen, recherchiere ich aber noch bei weiteren Quellen, wenn ich interessante Abschnitte finde – denn zu oft ist es uns schon passiert, dass wir mit leeren Gesichtern vor einer Attraktion standen, die im Lonely Planet als veritabler Höhepunkt gepriesen wurde. Und gerade als Familie mit kleinen Kindern finden wir regelmäßig auch Tipps, die der Lonely Planet nicht verzeichnet hatte.

Reiseführer für „spezielle Bedürfnisse“

Als Herr-der-Ringe-Fans der ersten Stunde stand unsere Neuseeland-Reise natürlich auch unter dem Zeichen der Drehort-Suche. Da wir nicht gewillt waren, teures Geld für alberne geführte Touren auszugeben (bei denen unsere Kinder extra gezahlt hätten, ohne wirklich etwas davon zu haben), besorgten wir uns das „Lord of the Rings Location Book“ von Ian Brodie. Dieses schmale Büchlein steckt proppevoll mit Informationen zum Filmdreh und zu den Locations, auch GPS-Daten sind enthalten. Daumen hoch! Wann wird es wohl den „Hobbit Location Guide“ geben?

So gut und umfassend der Lonely Planet auch sein mag, die Zielgruppe Familien vernachlässigt er – wie alle anderen Reiseführer auch. Hier haben wir vor unserer Reise 2011 eine tolle Entdeckung gemacht: den speziell für Familien mit Kindern geschriebenen Ratgeber „Where shall we take the kids?“ von Gaye Miller. Leider wurde dieses echt gute Buch seit seinem Erscheinen 2008 nicht mehr neu aufgelegt und ist derzeit vergriffen.

Natürlich darf auch das Thema Wohnmobil nicht unerwähnt bleiben: Hätte es damals, als wir vor der zweiten Wohnmobilreise unseres Lebens standen, einen so tollen Ratgeber wie „Als Dach der Sternenhimmel – Camping in Neuseeland“ gegeben, dann hätten wir den gekauft. So mussten wir ihn halt selbst schreiben 🙂

 

Weltwunderer NZ GuidebooksReiseführer 2.0: Crowdsourcing in Reiseblogs, Foren und Social Media

Hier kommt das Internet ins Spiel. Für einen ersten Überblick über ein Reiseziel eignet sich Wikitravel gut, aber ich bin hier dank Lonely Planet ja schon recht gut belesen und suche eher persönliche Eindrücke, Geheimtipps und ungewöhnliche Anregungen. Willkommen in der Welt der Foren und Reiseblogs!

Der klassische Reiseblogger stellt Destinationen vor und berichtet darüber in Essays mit schönen Fotos. Informationen statt Inspiration bieten dagegen die meisten Familienreiseblogs – denn wir Eltern haben offenbar das Bedürfnis, gelernte Lektionen und gesammelte Tipps an andere Familien weiterzugeben. Ich mag es außerdem, wenn ich weiß, dass Blogger von „echten“ Reisen berichten und nicht von gesponserten Trips, auf denen alles bezahlt wurde (und wenn, dann sollte das bitte erwähnt werden). Als Familie mit Reisezielen wie Neuseeland und Vietnam (oder ganz aktuell Japan) ist es allerdings nicht immer einfach, Erfahrungen anderer Eltern im Netz zu finden.

TripAdvisor wird von anderen Reiseprofis häufig empfohlen, ich schaue dort nie nach – keine Ahnung warum, es wirkt alles so unübersichtlich, ist furchtbar oder gar nicht übersetzt und oft unglaubwürdig. Wenn ich mich schon nach den Empfehlungen von Unbekannten richte, dann möchte ich wenigstens eine Ahnung haben, was das für Menschen sind – womit wir wieder bei den Reisebloggern wären.

Zum Thema Neuseeland empfiehlt sich natürlich vor allem der Weltwunderer-Blog 🙂 Unsere Lieblingsblogs wiederum findet ihr in der Blogroll und in diesem Beitrag. Durchklicken lohnt sich! In den diversen Neuseeland-Foren kann und sollte man recherchieren, wenn man konkrete und spezielle Fragen hat (oder halt eine E-Mail an uns schicken, was viele von euch wohl für die beste Lösung halten). Sowohl im NZ Village als auch in den Neuseeland-Unterforen des Weltreiseforum.com und des Weltreiseforum.de ist es allerdings meist recht ruhig, vor allem Familien scheinen dort kaum präsent.

…vergesst bitte auch nicht unser Ebook zur Reisevorbereitung! Etwas ähnliches habe ich bisher nicht gefunden und bin nach wie vor froh, dass wir euch dieses Angebot machen können.

 Praktische Begleiter: Straßenkarten

Ein Navi ist gut und schön, aber in einem Land, wo weite Teile immer noch ohne Funknetz-Abdeckung sind, nicht immer praktisch. Die gute alte Straßenkarte hat uns in zwei Monaten on the road gute Dienste geleistet und dient auch Jahre später noch zum schnellen Nachschlagen oder einfach zum Nachträumen. Unser Tipp: der große, dicke „New Zealand Touring Atlas“ von Hema mit praktischer Spiralbindung, der nicht nur Campingplätze, sondern auch Dump Stations und Herr-der-Ringe-Drehorte verzeichnet.

Weltwunderer NZ Street Maps

Elektronische Helferlein: nützliche Websites und Apps

Das Internet ist für die Recherche von Informationen unterwegs heutzutage eine große Hilfe – wenn denn eine Verbindung mit akzeptabler Datenübertragungsrate besteht und diese in einem bezahlbaren Tarif genutzt werden kann. Oliver vom Weltreiseforum hat sehr ausführlich beschrieben, wie Datenroaming auf Reisen gehen kann – wir selbst waren 2011 in der digitalen Steinzeit in NZ unterwegs und haben unsere Internetnutzung auf die WLAN-Quellen der Campingplätze beschränkt.

Eine supernützliche Website speziell für Familien ist „Plan my Play„, wo ihr unzählige Anregungen für familienfreundliche Unternehmungen in Neuseeland findet, viele davon kostenlos. Das beste daran: Die Seite richtet sich an „ganz normale“ Kiwis und nicht an Touristen. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist ein ausführlicher Besuch auf der Website des Department of Conservation, kurz DOC – hier sind unglaublich viele familiengeeignete Wanderrouten und günstige Campsites aufgelistet und teilweise als PDF-Broschüren kostenlos herunterzuladen.

Auch für Neuseeland-Reisen gibt es daneben ein paar wirklich praktische Apps, sofern man über das passende Smartphone verfügt. Über die TopoMaps mit sehr detaillierten und offline nutzbaren Wanderkarten haben wir schon ausführlich berichtet; eine persönliche Bewertung der CamperMate-App steht noch aus. Wir legen sie euch trotzdem sehr ans Herz, zumal sie kostenlos ist.

Weitere Möglichkeiten, das Internet und vor allem Social Media für die Reiseplanung zu nutzen, stellt der Pixelschmitt in seinem Beitrag zur Blogparade vor – nicht unser Geschmack, aber vielleicht eurer?

… und natürlich: Hilfe vor Ort!

Unterwegs in Neuseeland lernt man unweigerlich viele nette Leute kennen; andere Reisende und auch viele Kiwis. Deren Herzensanliegen scheint es oft zu sein, Touristen glücklich zu machen. So viele Hinweise auf Sehenswertes gleich um die Ecke, Tipps zu kinderfreundlichen Aktivitäten und Sparmöglichkeiten sowie Einladungen zum BBQ, Eis oder Feuerwerk haben wir noch nie auf einer Reise bekommen.

Die freundliche Nachbarschaftshilfe erstreckt sich in Neuseeland sogar in den professionellen Bereich: In den Tourist-Informationen namens i-SITE bekommt man individuelle Ratschläge und Tipps, wenn man welche braucht. Wollt ihr also mit euren Kindern spontan eine Wanderung machen, haltet euch nicht mit dem Reiseführer oder irgendwelchen Routen-Apps auf – geht in die i-SITE oder ins örtliche Büro des DOC und beschreibt eure Wünsche. Da werdet ihr garantiert geholfen 😉

Fazit: Gründliche Vorbereitung ist meines Erachtens immer gut, weil sie Zeit, Geld und Nerven spart. Allzu sehr solltet ihr euch aber nicht verplanen – gerade in Neuseeland zahlt es sich aus, wenn man spontan bleiben kann und Tipps von Einheimischen folgt.

Weltwunderer bei der fleißigen Recherche vor Ort

Weltwunderer bei der fleißigen Recherche vor Ort

7 Kommentare

  • Hallo Jenny,

    sehr gute Einstellung zu den Reiseführern. Ich bin der gleichen Meinung, dass Lonely Planet die besten Reiseführer zur Planung einer Reise rausgibt. Ich selbst habe den USA Reiseführer von Lonely Planet für die Planung von zwei Reisen in die USA herangezogen und war mehr als zufrieden 🙂

  • Hallo Jenny,

    danke für Deine interessanten Tipps und Links.
    Meine Art der Reisevorbereitung ist vielleicht nicht für jeden nachvollziehbar. Aber bisher habe ich mit diesen Quellen schon viele interessante Sachen entdeckt: Leckeres Essen, nette Viertel und viele tolle Fotospots.

    Bisher ist Neuseeland in meinem Blog noch bissl unterrepräsentiert. Aber ich glaube, das werde ich in den nächsten Monaten mal ändern und ein paar Geschichten auspacken. Ich war 2008/2009 während meines Sabbaticals für sechs Wochen u.a. in NZ und hab da noch einige Bilder auf der Festplatte.

    Viele liebe Grüße
    Thomas pixelschmitt

    • Hallo Thomas! Wir sind gespannt, welche Spots du in NZ mit deiner „elektronischen Reisevorbereitung“ entdeckt hast 🙂

  • Wir sind jüngst mit zwei Reiseführern unterwegs gewesen, die sich beide gut ergänzt haben: Neuseeland von Iwanowski und von Dumont. Sehr zufrieden war ich mit der Freytag Berndt Autokarte, Neuseeland – Maßstab 1:700.000. Wir haben uns super damit zurecht gefunden und alle Ziele erreicht. Nahezu als Vollausfall entpuppte sich die App „navmii“, die kaum eine der eingegebenen Adressen kannte bzw. fand.

  • Hallo Jenny,

    super, dass du es noch geschafft hast. Ich glaube, du warst die erste Person, die einen Beitrag angekündigt hat und vermutlich eine der letzten, die ihn geschrieben hat. Immerhin: Das Warten hat sich gelohnt… 🙂

    Schade, dass es das Familienbuch für Neuseelandreisen nicht mehr gibt. Aber das wäre ja vielleicht eine Chance für Dich, ein Nachfolgewerk zu schreiben zu „Als Dach der Sternenhimmel“.

    Vielen Dank auf für die Verlinkung des Forums (falls du zufällig was änderst, könntest du dann auch die Session-ID im Link rausnehmen? :)). Es stimmt leider, dass im Neuseelandbereich vom Traveltalk nicht so viel los ist. Allerdings habe ich den Eindruck, dass Foren heute ohnehin nicht mehr viel besucht werden wie noch vor ein paar Jahren.

    Gruss,
    Oli

  • Liebe Weltwunderer!
    Ich freue mich sehr, dass mein Beitrag in Eurem tollen Artikel Erwähnung findet!
    Sollte ich mal eine Reise nach Neuseeland planen – man weiss ja nie, was mir einfällt – dann freue ich mich sehr auf Euch Spezialisten zurückgreifen zu können;-)
    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Ellen

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