Neuseeland-Reise 2011

NZ-Reisetagebuch: Erste Eindrücke in Christchurch

Ein kurzes Nickerchen sollte das gestern Nachmittag werden. Tatsächlich sind wir alle erst um 5:30 Uhr heute morgen wieder aufgewacht. Mit einem Mordshunger!

Gleich nach dem Frühstück im Motel, mit Supermarkt-Obst und Toast mit Hummus („Iiih, das ess ich nicht…“) hätte es losgehen können in die Stadt – aber der Weltwundermann saß am Laptop und musste arbeiten. Nee, oder?

Nach unserem 15-Stunden-Schlaf waren die Kinder frisch und ausgeruht und widmeten sich zunächst ausführlich dem Trampolin im Motel. Danach konnten wir sie aber immerhin zu einem „Stadtrundgang“ überreden – und es musste ja noch so einiges besorgt werden.

Mit dem kostenlosen Central City Shuttle der Red Line ging es bein- und umweltschonend (weil Hybridbus!) quer durch die City von Christchurch erst einmal ins Einkaufszentrum, um dringend Sonnencreme und einen Adapter zu erstehen; ein wenig Take-away-Sushi als Mittagsimbiss gab es gleich noch dazu.

Die „City“ besteht hauptsächlich aus dem Cathedral Square und der Colombo Street, also gab es nicht viel Auswahl. Hier einen Adapter und eine internetfähige SIM-Karte für das Handy zu finden, dauerte aber überraschend lange bzw. ging gar nicht, weil es so etwas hier offenbar überhaupt nicht gibt.

Christchurch Centre

Die Besorgungen (und die Preise!) hatten uns schon reichlich angefressen hinterlassen. Zudem schwenkte das Wetter binnen weniger Stunden von kalt und regnerisch auf hochsommerlich warm um. Uff!

Und dann eben Urlaub mit Kindern: „Wann gehen wir denn zum Spielplatz?“, „Ich will jetzt zum Spielplatz!!“, „Dieser Spielplatz ist doof!“, „Ich will ein Eis“, „Ich will noch ein Eis“ … Alle Strecken dauern doppelt so lange, alles muss zwanzigmal erklärt werden, die interessanten Sachen kann man gar nicht anschauen, weil sie zernörgelt werden… aber zwischendurch ist es einfach süß, die Kleinen im Canterbury Museum über die ausgestopften Albatrosse staunen zu sehen und sie im Botanischen Garten über die Wiesen tollen zu lassen.

Das war es dann auch, was wir heute gemacht haben, als die endlosen Besorgungen geschafft waren: das Canterbury Museum und den Botanischen Garten angeschaut. Beides immerhin ohne Eintritt und echt schön.

Im Museum gab es mehrere tolle und vor allem beeindruckend kindgerecht bereitete Ausstellungen, vom Dinosaurier bis zum viktorianischen Zeitalter zu sehen – uns beeindruckte am meisten das Erdbeben-Display, dem wir entnehmen durften, dass das letzte Nachbeben mit einer Stärke von 3,3 nur wenige Stunden vor unserer Ankunft war… grusel!!

Schäden vom großen September-Erdbeben haben wir übrigens kaum bemerkt; hier und da mal ein Absperrband oder ein Baugerüst, aber die Stadt scheint das Ereignis schon großteils verarbeitet zu haben.

Canterbury Museum Earthquake DisplayAch ja: Man soll bitte gern alles anfassen („Please touch!“) und fotografieren natürlich auch. Selten haben wir uns mit Kindern in einem Museum so willkommen gefühlt.

Canterbury Museum ChristchurchGleich hinter dem Museum beginnt der Botanische Garten, mit riesigen Bäumen, handzahmen Enten in Massen und einem Spielplatz, der seltsamerweise bei unseren Kindern trotz 100-qm-Planschbecken keine Gnade fand. Die vielen Spielgeräte sind allerdings, das muss man zugeben, vor allem für Kleinkinder konzipiert und liegen vor allem in der Knallsonne.Christchurch Botanic Gardens Playground Inzwischen kann man über das Wetter in Christchurch wirklich nicht mehr meckern – es waren am Nachmittag gefühlte 30 °C in der Sonne, welche mit ungeheurer Wucht herniederbrennt und unsere Nasen rötet.

Mit dem sanft entschlafenden Weltwundersohn im Buggy (ZUM GLÜCK haben wir den mitgenommen!) schleppten wir uns müde und geschafft durch den riesigen, von Golfern übersäten Hagley Park zurück ins Motel, um dort die Füße zu kühlen und die Eindrücke zu sortieren. Dabei schauten wir hoffentlich nicht allzu verdutzt, als uns ständig irgendwelche Passanten anlächelten und uns einen schönen Tag wünschten.

In den Motel-Pool sprang dann interessanterweise nur der Papa, der Weltwundertochter war es „zu kalt“. Hier ist wirklich alles verkehrtherum! 😉

Den Weltwundersohn hat die Wucht des ersten Tages (und der Jetlag) voll umgehauen, er schläft seit dem Nachmittag wie ein Toter und ließ sich auch zum Abendessen nicht wecken. Die Weltwundertochter hingegen hält eisern durch; trotz des echt anstrengenden Tages mit viel Laufen und ohne Mittagsschlaf will sie jetzt noch etwas vorgelesen bekommen.

Wir Eltern tauen so langsam auf und gleiten in den Ferienmodus – die kurzen Hosen sind ausgepackt, die Flipflops fühlen sich noch seltsam an den Zehen an; der erste neuseeländische Sauvignon wartet auf der Terrasse und so langsam wird es auch endlich dunkel…

… Hach, Neuseeland, wir sind endlich wieder da!!

13 Kommentare

  • Hallo Weltwunderfrau!

    Wir reisen in drei Wochen für drei Wochen nach Neuseeland und ich stöbere schon seit vergangenem Februar immer wieder auf deinem tollen Blog!
    Eine Frage hätte ich noch. Du schriebst oben von der internetfähigen Simkarte für’s Handy – wie seid ihr denn fündig geworden? Gibts dort einen Provider, der zu empfehlen ist für sowas?
    Wir sind diesbezüglich noch ein wenig ratlos.. :-/

    Viele liebe Grüße und danke für den großartigen Blog!
    Andrea

    • Wir hatten vor fast 4 Jahren Vodafone (Telefon+mobiles internet), die hatten damals das beste Netz, was allerdings in vielen Teilen NZ nicht viel bedeutete, da es einfach überhaupt gar kein Netz gab! Man hatte uns erst Prepaidkarten von 2degrees verkauft, was aber gar nicht funktionierte, weshalb wir die wieder umtauschten. Ist aber sicher viel passiert in all den Jahren – aber wie gesagt, „…reaching 97% of the places Kiwis live and work“… ist eben für uns Reisende nicht immer gerade passend. Auf der anderen Seite ist es ja auch ganz schön, nicht immer wie zuhause ständig erreichbar zu sein… Viel Spass auf eurer Reise!

    • Mensch Andrea – so lange mitgelesen und nie „Piep“ gemacht?! Bei der SIM-Karte sind wir gar nicht fündig geworden. Noch voll im Jetlag, konnten wir den verschiedenen Verkäufern nicht begreiflich machen, was wir wollten, und sie konnten uns nicht erklären, was wir brauchten (wahrscheinlich). Wir sind dann immer an den Campingplätzen über unser Netbook ins jeweils anliegende WLAN gegangen, da meldet man sich per Kreditkarte an. Ging auch! Hartmut hat aber Recht: Inzwischen hat sich da sicher/hoffentlich einiges in puncto Versorgung getan. Vielleicht meldet sich hier noch ein weiterer stiller Leser, der mehr Erfahrungen mit dem Thema hat? 😉

    • Habe nochmal bei Freunden in NZ nachgefragt. Selber haben sie Vodafone, meinten aber, dass es sehr darauf ankäme, wo in NZ man sich hauptsächlich aufhalten würde… hilft eigentlich nicht so wirklich weiter, leider… denke aber, dass man mit vodafone vermutlich auch heute noch ganz gut hinkommt. Wir haben unsere SIM-Karten in den Jahren nach unserem Trip an Kollegen und Freunde verliehen, doch leider gingen sie beim letzten Mal in der Post „verloren“… sonst hättet ihr sie gerne auch leihen können. Weiterhin viel Erfolg bei eurer Planung!

    • Liebe Weltwunderfrau, dein Blog ist als Reisevorbereitungslektüre SO perfekt, bisher hat er keinen Wunsch und keine Frage offen gelassen! Und selbst beitragen kann ich ja (noch!) nichts, aber wenn wir dann auf der anderen Seite der Welt sind, werde ich fleißig Erfahrungen sammeln, die ich ja vielleicht (oder hoffentlich!) auch hier teilen kann ;-).

      Bezüglich der Internetfrage werden wir uns vor Ort dann auch mal nach Vodafone erkundigen, das scheint inzwischen relativ flächendeckend zu sein, zumindest soll man überall wo Zivilisation ist UMTS haben. Uns gehts auch nur drum, vielleicht den ein oder anderen Schnappschuss schonmal von dort aus an die Verwandtschaft zu schicken und zu Weihnachten und Silvester ein paar Skypegrüße zu verschicken :-). Schon verrückt, was heutzutage alles möglich ist..!

      Liebe Grüße und vielen vielen Dank für eure Tipps!
      Andrea

  • […] auch zum Glück – kaum ausländische Besucher sieht. Zu weit ab von der normalen Reiseroute Christchurch – Dunedin – Milford Sound, verschlägt es auch in der Hochsaison nur wenige Urlauber hierher. […]

  • my sweets, ich habe schon bauchschmerzen vor lauter wehmut und sehnsucht. kann ich nicht für’s wochenende runterkommen?
    have fun, have fun, have fun, have fun!!!! drücker an alle.

  • wir wollen auch wärme!!! hier alles kalt. nur 15 grad. das soll miami sein…aber ihr habt das verdient. nicht nur das wetter ist zum neidisch werden, auch der laaaange schlaf klingt toll! weiter so.

  • das macht meine beginnende winterdepri nicht eben besser ;-). schoen, dass es euch gut geht und ihr auch noch so tolles wetter habt! um mal eben aus der heimat zu berichten: es ist mild, ca. 6 grad, und eklig nass und dreckig… keine besserung in sicht. ich bin ein bisschen gruen vor neid :-).
    trotzdem unheimlich neugierig auf eure weitere berichterstattung! drueck euch und viel spass im bubble spa!

  • Bei 3,3 Beben ist es noch nicht gruselig, die merkt man kaum, nur wenn man direkt drauf liegt. Ab 3,6 merkt man sie schon ganz ordentlich und gruselig wird es dann ab 4.0, je nach Lage. 5er sind wirklich scary und alles dadrüber wünscht man auch seinem Feind nicht mehr. Das ist meine persönliche Skala nach der Erfahrung von vielen hundert Nachbeben seit September 2010.
    Also, don’t worry!
    Viele Grüße,
    Frithjof

Hier kommt deine Meinung rein.